von Christin / Thema: Event / am 15. November 2018um9:41

Das Ruhrgebiet rockt – Mein Besuch im Musical Bat out of Hell

Seit November säumen nicht mehr satte grüne Dschungel-Farben das Stage Metronom Theater in Oberhausen, sondern feuerrote Fahnen und riesige Plakate kündigen an, dass Jim Steinmans Musical Bat out of Hell nun bei uns in Oberhausen angekommen ist. Ich darf heute bei der Vorpremiere dabei sein und ich bin schon sehr aufgeregt und gespannt, was mich erwartet.

Ganz in rot leuchtet das Metronom Theater in Oberhausen bei Nacht

Ganz in rot leuchtet das Metronom Theater in Oberhausen bei Nacht

Das Musical feiert Deutschlandpremiere

 Am 8. November 2018 feierte das Musical mit den Welthits von Rocklegende Meat Loaf in Oberhausen seine Deutschlandpremiere. Vorher war es lediglich in London im Coliseum zu sehen. Spannend finde ich, dass im Gegensatz zu anderen Musicals zuerst die Show und daraufhin die Musik entstanden ist. Bei einem Album, das sich weltweit 50 Millionen Mal verkauft hat und ganze 485 Wochen in den britischen Charts war, hätte ich es andersherum erwartet. Umso mehr freue ich mich darauf zu sehen, wie Songs und Story im Musical zusammen gehen…

Gleich geht es los! Das Foyer ist voll mit gespannten Meat Loaf Fans in rockigen Leder-Outfits.

Die Story: eine Reise in die Zukunft!

In freudiger Erwartung und Vorbereitung auf meinen Musicalbesuch versuche ich so viel wie möglich über die Geschichte von Bat out of Hell herauszufinden. Zu Beginn bin ich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Die spannende Geschichte spielt im Jahr 2030 in einer Stadt namens Obsidian. Kriege mit Chemiewaffen haben deutliche Spuren hinterlassen. Der tyrannische Herrscher Falco sieht sich in seiner Stadt einer aufständischen Rebellengruppe gegenüber, deren DNA aufgrund des chemischen Kriegs eingefroren ist und sie deswegen nicht altern und für immer 18 Jahre alt bleiben. Bis hierhin klingt das doch erstmal ziemlich crazy oder was meint Ihr?

Der tyrannische Herrscher Falco kurz nach einer Auseinandersetzung mit den Rebellen… © Stage Entertainment

Was darf auf keinen Fall fehlen …?

… Na klar! Die Liebesgeschichte! Und wie soll es auch anders sein: Als das sich die Tochter (Raven) des gewaltbereiten Herrschers Falco, und Strat, der Anführer der Rebellengruppe ineinander verlieben. Zu diesem Zeitpunkt erinnere ich mich direkt an die Geschichte von Romeo und Julia. Anders als bei der Tragödie von Shakespeare finden Raven und Strat – natürlich! – schlussendlich zusammen. Doch welchen Weg sie dafür gehen, welche Hindernisse sie überwinden und ob Opfer gebracht werden müssen… Das verrate ich euch nicht! Das solltet ihr euch schon selbst ansehen!

Strat und Raven, ob sie am Ende glücklich werden? © Stage Entertainment

Beeindruckendes Bühnenbild und düstere Atmosphäre!

Als ich endlich den Theatersaal betrete, umfängt mich direkt diese apokalyptische Stimmung der Stadt Obsidian. Ich finde es grandios, wie ein eigentlich bekannter Raum immer wieder zu einem neuen Ort verwandelt werden kann. Als ich meinen Platz eingenommen habe, lasse ich meinen Blick über die Bühne schweifen. Das beeindruckende Bühnenbild ist geprägt von Zerstörung. Schwarz und Grau-Töne dominieren neben kontrastreichen bunten Neonlichtern. Auf der einen Seite steht der luxuriöse Falco-Tower. Auf der anderen Seite, der Eingang des kalten und nicht sehr einladenden U-Bahn-Tunnels, welcher zu dem Unterschlupf der Rebellen führt. Bis zum Beginn der Show begleiten mystische Musik und ein unheilvolles Rauschen im Hintergrund die Besucher bei der Suche ihrer Sitzplätze im Saal. Dann geht es endlich los…

Wenn das nicht mal ein beeindruckendes Bühnenbild ist! Die sogenannten Freezers rebellieren vor dem Falco-Tower. © Stage Entertainment

Wenn das nicht mal ein beeindruckendes Bühnenbild ist! Die sogenannten Freezers rebellieren vor dem Falco-Tower. © Stage Entertainment

Verrückt, rockig, düster, mitreißend und leidenschaftlich!

Ich nehme mir für meine Musicalbesuche immer vor, auf den überraschenden Beginn des Musicals vorbereitet zu sein, aber auch Bat out of Hell lehrt mich (mal wieder) das Gegenteil. Natürlich schrecke ich beim plötzlichen Ertönen des satten, „rumorigen“ Basses des ersten Songs auf und merke aber direkt, wie sich meine Mundwinkel zu einem begeisterten Lächeln verziehen. Ich spüre den Bass in meiner Magengrube vibrieren und lehne mich zurück, um die Show zu genießen. Das spektakuläre Bühnenbild mit spannenden Effekten, die rockigen, futuristischen Kostüme und Choreographien und die Hits von Meat Loaf passen meiner Meinung nach perfekt zusammen. Nach Musicals wie Tarzan, Aladdin oder auch STARLIGHT EXPRESS empfinde ich die Musik mal als etwas anderes und eine willkommene und sehr unterhaltsame Abwechslung. Die Mischung aus deutschen und englischen Songtexten trägt für mich genau zur richtigen Balance aus „die Geschichte verstehen können“ und musikalischem Hör-Genuss bei. Stimmlich und schauspielerisch gefallen mir besonders die Eltern von Raven, Falco und Sloane. Alle Charaktere sind spannend zu beobachten. Aber ich will auch nicht zu viel verraten!

Spektakuläre Bühneneffekte unterstreichen die unterhaltsame und spannende Erzählung der Geschichte in Obsidian © Stage Entertainment

Spektakuläre Bühneneffekte unterstreichen die unterhaltsame und spannende Erzählung der Geschichte in Obsidian © Stage Entertainment

Bat out of Hell – Definitiv einen Besuch wert!

Als waschechter Musicalfan – und als Meat Loaf Fan erst recht – darf man sich diese Show auf keinen Fall entgehen lassen. Besonders begeistert bin ich vom Bühnenbild und der Musik. Ich habe immer noch einen Ohrwurm vom großen Finale: „I’d do anything for love“. Dennoch würde ich Euch empfehlen, Euch vorher über die Geschichte und den Stil des Musicals zu informieren. Für mich war diese zu Beginn doch sehr abgedreht und ich musste mich etwas darauf einlassen. Diese „Abgedrehtheit“ spiegelt sich auch in den Charakteren wider. Neben der Liebesgeschichte der Hauptcharaktere Strat und Raven, teilen parallel viele andere Charaktere ihre eigene persönliche Geschichte und ihre Bedürfnisse mit. Für mich waren diese kleinen Einschnitte in die Hauptgeschichte spannend, aber in der Gesamtheit manchmal etwas unerwartet und nicht so stringent. Lässt man sich jedoch auf die Atmosphäre und Welt von Obsidian und seine Bewohner ein, ist Bat out of Hell ein bombastisches Musical-Erlebnis!

Tipp 1: Story anschauen!

Tipp 2: Meat Loaf hören, falls Lieder unbekannt

Tipp 3: Nach Möglichkeit, mittig oder rechts sitzen, das garantiert den besten Blick auf die Bühne!

Tipp 4: Sei für alles offen!

Allgemeine Informationen

Bat out of Hell

 

Bat out of Hell

Metronom Theater

Musikweg 1

46047 Oberhausen

Tickets: +49 1805 4444

Website: www.stage-entertainment.de

Facebook: www.facebook.com/batdasmusical/



Christin Ein Artikel von

Ich heiße Christin und lebe seit meinem fünften Lebensjahr im Ruhrgebiet. Ich dachte eigentlich, dass ich meine Heimat nach so vielen Jahren bereits gut kenne. Immerhin wohne ich in Bochum, studiere in Dortmund und arbeite in Oberhausen. Dennoch überrascht mich die Vielfältigkeit der Region immer wieder und gerade das liebe ich so am Ruhrgebiet. Bei der RTG bin ich zuständig für das Marketing für die Veranstaltungen !SING – DAY OF SONG und Tag der Trinkhallen.

4 Reaktionen (4 Kommentare)
  • Booksnstories schrieb am 12. Dezember 2018:

    Vielen Dank für deine Eindrücke zum Stück. Ich habe es am Samstag zum ersten Mal gesehen und ich bin jetzt total am Fangirlen, obwohl ich einige Kritikpunkte habe. Dass der Saal aber meist nur zur Hälfte gefüllt ist, haben das Stück, aber vor allen Dingen die Darsteller nicht verdient. Die legen alles auf diese Bühne, was sie haben. Welche Besetzung hattest du?

    Rockige Grüße von der fast Namensgenossin Christina

    • Christin
      Christin schrieb am 13. Dezember 2018:

      Liebe Christina, vielen Dank für Deine Meinung zu dem Musical. Und ich stimme Dir total zu: die Darsteller geben wirklich alles auf der Bühne in Oberhausen!
      Hier die Liste mit der Besetzung meines Musicalbesuchs:

      Strat – Robin Reitsma
      Raven – Sarah Kornfeld
      Falco – Alex Melcher
      Sloane – Willemijn Verkaik
      Tink – Tom van der Veen
      Zahara – Aisata Blackman
      Jagwire – Benet Monteiro
      Ledoux – Michael Moore
      Blake – Lorenzo di Girolamo

      Viele Grüße,
      Christin

  • Astrid schrieb am 30. November 2018:

    Liebe Christin,

    vielen Dank für diesen schönen Artikel, nach all den schlechten Kritiken doch mal eine nette Abwechslung. Habe lediglich eine Anmerkung. Du schreibst, dass es BOOH vor Oberhausen nur in London im Coliseum gab, das stimmt aber nicht. Weltpremiere war in Manchester, nach London Coliseum ging es nach Toronto und anschließend zurück nach London ins Dominion. Außerdem gab es eine sehr kurze Nordamerika Tour, die leider unter dubiosen Umständen abgebrochen wurde.

    Ansonsten: 2 thumbs up für den Artikel.

    Ganz liebe Grüße von einer geborenen Oberhausenerin, die jetzt in Neuss lebt und Düsseldorf arbeitet 🙂

    Astrid

    • Christin
      Christin schrieb am 3. Dezember 2018:

      Liebe Astrid,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefällt. Ich habe die Info den offiziellen Pressemeldungen zu Bat Out Of Hell entnommen… Danke für deine Anmerkung und Ergänzung. 🙂

      Viele Grüße nach Neuss (oder Düsseldorf ;-))!

      Christin


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