von Heike | 16. Mai 2017 | KATEGORIEN Industriekultur | 3 Kommentare

Staunend liegen wir auf dem Sitzsack, der die ungemütlichen, kalten Stahlstufen etwas bequemer macht und lassen die Erdkugelinstallation auf uns wirken. Tag und Nacht im Wechsel, der Wandel der Jahreszeiten – die Animation auf der 20 Meter großen Erdkugel im Innenraum des Gasometer Oberhausen hält den kleinen Entdecker und mich gefangen. „Mama, wo ist jetzt nochmal Spanien?“ „Was ist das lange Blaue da oben?“ – derlei Fragen zu beantworten ist nicht immer leicht. Aber 58 Millionen Pixel und eine glücklicherweise nicht so rasend schnell voranschreitende Installation lassen mir genügend Zeit und Raum, um Antworten zu geben.

Das Bild zeigt den Gasometer Oberhausen von unten
Der Gasometer in Oberhausen

Große Formate in cooler Atomsphäre

Wunder der Natur“ heißt die aktuelle Ausstellung in meiner Lieblingsausstellungshalle, der für mich coolsten Location überhaupt, dem Gasometer in Oberhausen. Noch bis Ende November 2017 sind hier geniale, großformatige Natur- und Tierfotografien und andere Exponate – wie beispielsweise etwas gewöhnungsbedürftige Tierembryonen – zu sehen. Aber auch ein schöner Kurzfilm über die Entstehung menschlichen Lebens im Mutterleib wird gezeigt – von Lennart Nilsson, dessen Buch „Ein Kind entsteht“ mich schon während meiner ersten Schwangerschaft total geflashed hat.

Das Foto zeigt einen kleinen Jungen vor der Fotografie einer Elefantenfamilie
Staunen über eine Elefantenfamilie

Kontraste & Blicke

Wir freuen uns über die detailverliebten Fotos, die einzigartigen Momente, in denen sie geschossen wurden – und ich komme aus dem Fragen Beantworten gar nicht mehr raus. Von Erdmännchen bis Elefanten, von Adlern – den erklärten Lieblingstieren meiner Begleitung („Mama, warum kann ich kein Adler sein?“) – bis Antilopen, von Knospen bis zu Kakadus – es gibt so viel zu bestaunen, dass die sonst so spannende Fahrt auf das 117 m hohe Dach des Gasometers schon fast zur Nebensache wird.

Von komischen Käuzen, Echsenaugen und reich befiederten Adlern
Von komischen Käuzen, Echsenaugen und reich befiederten Adlern

Aber eben auch nur fast – denn (hier wird es jetzt ein wenig nervenkitzelig) die Fahrt ist nichts für höhenängstliche Menschen (der Spaziergang auf dem Dach sowieso nicht). Der Aufzug hat eine Glasfront und oben angekommen steigen wir zunächst im Dunklen aus. Genauso bzw. fast noch „schlimmer“ verhält es sich beim Herunterfahren, weil wir vom Hellen ins Dunkle treten und links und rechts vom Aufzug, während wir auf selbigen warten, tatsächlich von Finsternis umfangen werden. Aber: Es lohnt sich! Von oben blicken wir auf unseren Planeten, ein Blick, wie er sonst nur Astronauten vergönnt ist.

Tipps für das perfekte Erlebnis

Darüberhinaus ist das Dach des Gasometer ein wirkliches Must-See – denn von hier oben, in 117 m Höhe, habt Ihr einen fantastischen Rundblick über das Ruhrgebiet, selbst das Rheinland ist bei guter Fernsicht klar zu erkennen.

Das Foto zeigt die Aussicht vom Dach des Gasometer in Oberhausen
Aussicht vom Gasometer Oberhausen Richtung Nord-West

Selbstverständlich ist die Ausstellung auch ohne Kinder eine gute Idee, ob mit oder ohne Führung – Ihr könnt locker 2-3 Stunden staunend verbringen. Im Gastronomiebereich gibt es guten Kaffee, es empfiehlt sich, etwas Geduld mitzubringen, da die Schlange – besonders an Wochenenden und Feiertagen – durchaus etwas länger sein kann und die Personaldecke oft dünn ist. Wenn Ihr Euren Besuch für den Herbst/Winter plant, zieht Euch etwas wärmer an, im Sommer wird es dafür warm hier drin – die Tonne ist nicht beheizbar und passt sich den jeweils herrschenden äußerlichen Gegebenheiten an.

Gasometer Oberhausen

Arenastraße 11
46047 Oberhausen
Tel. 0208.850 37 30
Fax. 0208.850 37 33
E-Mail: info@gasometer.de
Website: www.gasometer.de
Facebook: www.facebook.com/GasometerOberhausen

3 Kommentare auf den Beitrag “Die (Be)Wunder(ung) der Natur im Gasometer Oberhausen

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