von Gastautor / Thema: Kultur / am 13. Dezember 2018um13:13

Kultur im Ruhrgebiet – Drei kostenlose Museen für einen verregneten Sonntag

Schlechtes Wetter und nichts zu tun. Ich sitze Zuhause auf der Couch, alle Serien sind gestreamt, alle Bücher gelesen und ich frage mich, was könnte ich denn jetzt gegen meine Langeweile tun? Dabei habe ich ein Problem, das alle Studenten kennen: ich bin chronisch pleite. Im Sommer ist das gar kein Problem, da trifft man sich einfach draußen im Grünen und der Tag ist gerettet. In der dunklen Jahreszeit ist das schon schwieriger. Ich mache mich also auf die Suche nach kostenlosen Indoor-Aktivitäten. Gott sei Dank hat das Ruhrgebiet viel zu bieten und ich werde schnell fündig. Ich stoße auf viele Museen, die kostenlosen Eintritt in ihre Sammlungen bieten und entscheide mich dazu, diese drei zu besuchen:

  • Das Mineralien-Museum in Essen-Kupferdreh
  • Das Bunkermuseum in Oberhausen
  • Das Kunstmuseum Gelsenkirchen

Wenn Ihr auch auf der Suche nach Unterhaltung für einen verregneten Sonntagnachmittag im Ruhrgebiet seid und genauso leere Taschen habt wie ich, dann ist auch für Euch bestimmt etwas Passendes dabei!

Das Bild zeigt das Mineralien Museum in Essen Kupferdreh

In Kupferdreh: Raus aus der Kälte und rein in das Mineralien-Museum!

Kultur kostenlos Tipp 1 – Das Mineralien-Museum in Essen Kupferdreh

Das erste Museum führt mich in den Essener Süden. Ich steige aus der S-Bahn auf dem Weg in das malerische Kupferdreh und es schlägt mir der eisige Wind entgegen. Gut, dass ich schon nach fünf Minuten Fußweg an meinem Ziel bin.

Stoff der Sterne und Staub der Galaxien

„Die Grundstoffe aller Mineralien und auch des Lebens sind chemische Elemente. Sie sind Stoff der Sterne und Staub der Galaxien.“ So mystisch liest sich die erste Erklärung im Mineralien-Museum in Essen Kupferdreh.

Das Bild zeigt ein Ausstellungsstück im Mineralien Museum in Essen

Dass dieser schöne Kristall aus Gips ist, hätte ich auf den erste Blick nicht gedacht.

Mineralien klingt für mich eigentlich erst einmal nach einem trockenen Thema – bloß irgendwelche Steine. Aber schon im ersten Raum beginnen meine Augen zu leuchten. Bei so vielen Formen, Farben und Oberflächen kann ich mich an den Kristallen gar nicht satt sehen. Beeindruckt stehe ich vor den riesigen Ammoniten. Kaum zu glauben, dass die schon viele Millionen Jahre alt sind und jetzt hier vor mir liegen.

Das Bild zeigt Ausstellungsstücke im Mineralienmuseum in Essen

Die Ammoniten, die in diesen Gehäusen gelebt haben, müssen ganz schön groß gewesen sein!

Im Obergeschoss erfahre ich wofür Mineralien so alles gut sind. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass etwa 30 Prozent aller Proteine in unserem Körper Metalle brauchen, um richtig zu funktionieren? Als ich weiter gehe finde ich mich plötzlich vor einer imposanten Wand mit Meeresbewohnern wieder. Als Kind habe ich mir immer gewünscht all die schönen Muscheln, Seesterne und Korallen am Strand zu finden. Jetzt erfahre ich, dass die Schneckenhäuser und Muschelschalen aus Calcium und Silizium bestehen. Nach wie vor finde ich sie aber auch einfach schön anzusehen!

Das Bild zeigt eine Jakobsmuschel im Mineralienmuseum in Essen

So eine Jakobsmuschel (links) oder Löwenpranke (rechts) hätte ich als Kind auch gerne am Strand gefunden…

Mineralien als Rohstoffe

Aber nicht nur im Körper spielen Mineralien eine wichtige Rolle. Von Feuersteinen über Seltene Erden bis hin zu Uran – Mineralien stecken als Rohstoffe eigentlich in fast allen Alltagsgegenständen. Ich lerne, dass für die Herstellung meines Smartphones fast vierzig verschiedene Mineralien nötig waren. Das ist wirklich eine ganze Menge!

Der Klang der Steine

Im letzten Teil der Ausstellung könnt Ihr Euch dann austoben. Hier gibt es ein Kiesbett, Schieferplatten, Klangschalen und viele weitere Objekte mit denen man Klänge erzeugen kann. Ich erwische mich dabei, wie ich ein bisschen wieder zum Kind werde während ich ausprobiere, was man denn mit Mineralien so alles anstellen kann. Im Dachgeschoss könnt ihr bei schummrigem Licht und sphärischen Klänge aus dem Weltall euren Besuch ausklingen lassen.

Das Bild zeigt das Innere des Mineralienmuseum in Essen

Hier könnt ihr euren Besuch noch einmal Revue passieren lassen oder einfach nur den schönen Klängen lauschen.

Kultur kostenlos Tipp für verregnete Tage nach dem Winter – Das Bunkermuseum in Oberhausen

Mein nächster Stopp führt mich nach Oberhausen. Hier gibt es das Bunkermuseum. Da ich noch nie in einem ursprünglich erhaltenen Bunker war, bin ich sehr gespannt wie diese Erfahrung für mich wird.

Das Bild zeigt den Eingang des Bunkermuseum in Oberhausen

Am Eingang des Bunkers bin ich neugierig, was mich am Ende des dunklen Ganges erwartet.

Der Bunker liegt in einem unscheinbaren Wohngebiet. Doch als ich den dunklen Gang hinab gehe, fühle ich mich gleich in eine andere Zeit versetzt. Alles ist in ein unheimliches blaues Licht getaucht und es riecht nach altem Staub.

Eintauchen in die Geschichte des Ruhrgebiets im Knappenbunker

An vielen Stellen im Bunker sind Infotafeln angebracht, die über die Kriegsgeschichte und die Geschichte des Bunkers informieren. Dank der vielen Bilder aus Oberhausen und Zitaten von Bürgern, die im 2. Weltkrieg in diesem Bunker Schutz gesucht haben, bekomme ich einen intensiven Eindruck von dem Leben der Menschen. Zusätzlich zu den Informationen für Erwachsene gibt es auch Erklärungen für Kinder. Diese Idee finde ich richtig gut, da so ein schwieriges Thema ja gar nicht so einfach zu erklären ist.

Das Bild zeigt das Innere des Bunkermuseum in Oberhausen

Hinter dieser Schleuse liegt der Bunker, in dem bis zu 2.300 Menschen Schutz gesucht haben.

Bedächtig gehe ich den langen Gang hinunter von dem links und rechts kleine Schlafräume abgehen. Sechs Betten standen in jedem dieser winzigen Räume und insgesamt gab es 757 Betten im ganzen Bunker. In der Realität suchten jedoch oft viel mehr Menschen Zuflucht und der Bunker war oft überbelegt. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es gewesen sein muss, mit so vielen Menschen hier auszuharren.

Das Bild zeigt einen Gang im Bunkermuseum in Oberhausen

Schon unheimlich in diesem dunklen Gang ganz alleine unterwegs zu sein …

Mein Besuch im Bunkermuseum ist eine sehr eindrückliche Erfahrung für mich. Wenn Ihr etwas über die Geschichte Deutschlands und des Ruhrgebiets lernen möchtet, dann empfehle ich Euch sehr das Bunkermuseum zu besuchen und eure eigenen Eindrücke zu sammeln. Bitte beachtet, dass das Bunkermuseum bis zum 12. März eine Winterpause einlegt. Der Tipp ist also super für verregnete oder kalte Tage nach der Winterzeit.

Kultur kostenlos Tipp 3 – Kunstmuseum Gelsenkirchen

Mein letzter Halt führt mich nach Gelsenkirchen. Hier im Kunstmuseum Gelsenkirchen schaue ich mir die Sammlung und die Ausstellungen an.

Das Bild zeigt Marina vor dem Kunstmuseum in Gelsenkirchen

Jetzt geht es in das Kunstmuseum Gelsenkirchen – schnell rein bevor ich festfriere…

Die Sammlung des Kunstmuseums zeigt Werke vom 19. Jahrhundert bis heute. Ganz unterschiedliche Stile und Epochen könnt ihr euch hier anschauen.

Das Bild zeigt ein Ausstellungsstück im Kunstmuseum in Gelsenkirchen

Das Ölgemälde „Monna Vanna“ von Franz von Stuck wird zur Epoche des Symbolismus gezählt.

Spannende Ausstellungen im Kunstmuseum Gelsenkirchen

Besonders spannend finde ich den Bereich mit der Kinetischen Kunst. Hier gibt es an fast allen Kunstwerken einen Knopf. Bei jedem Kunstwerk löst der Knopf eine andere Aktion aus und ich bin immer wieder verblüfft darüber, was passiert. Mal fangen bunte Lichter an zu blinken, ein anderes Mal bewegt sich das Kunstwerk langsam hin und her.

Das Bild zeigt ein Ausstellungsstück im Kunstmuseum Gelsenkirchen

Dieses „Signal-Leucht-Objekt“ von Hans-Joachim Dietrich ist 1965 entstanden und blinkt, wenn man seinen Knopf betätigt.

Das spannendste Objekt für mich in der Ausstellung ist von David Fried und heißt „SOS – self organizing stilllife“. Es ist eine Art Tisch auf dem sich Kugeln befinden. Auf magische Art und Weise bewegen sie sich, stoßen zusammen und gegen die Bande und sind auf einmal wieder ganz ruhig. Nachdem ich einige Minuten fasziniert und ratlos davor gestanden habe, frage ich die Aufsicht, was es damit auf sich hat. Ich erfahre, dass in dem Tisch ein Mikrofon steckt und je lauter die Geräusche im Raum darum sind, desto schneller werden die Kugeln auf dem Tisch durch Magnete bewegt.

Das Bild zeigt ein Ausstellungsstück im Kunstmuseum Gelsenkirchen

„SOS – self organizing stilllife“ von David Fried 1999

Ergänzt wird die Sammlung durch viele Wechselausstellungen. Hier könnt Ihr immer wieder neue spannende Kunst entdecken. Der Besuch lohnt sich also nicht nur einmal!

Kultur kostenlos im Ruhrgebiet – Mein Fazit

Es gibt viele spannende kostenlose Museen, die ihr im Ruhrgebiet besuchen könnt um euch so die dunkle Jahreszeit zu verschönern. Ich hatte super viel Spaß bei meiner Tour durch die Ausstellungen. Ich hoffe für Euch war auch ein passender Tipp  dabei! Welche Ausstellungen im Ruhrpott könnt Ihr empfehlen? Habt Ihr Tipps für kostenlose Indoor-Aktivitäten?

Gastautor: Ein Artikel von Marina Biermann, die von September bis Dezember 2018 das Team Presse & Öffentlichkeitsarbeit der Ruhr Tourismus GmbH als Praktikant unterstützt.

Allgemeine Informationen

Kostenlose Museen im Ruhrgebiet

Mineralien-Museum
Kupferdreher Str. 141-143
45257 Essen
Website: www.ruhrmuseum.de

Bunkermuseum Oberhausen
Alte Heid 13
46047 Oberhausen
Website: www.bunkermuseum-oberhausen.de

Kunstmuseum Gelsenkirchen
Horster Straße 5-7
45897 Gelsenkirchen
Website: www.gelsenkirchen.de



Gastautor Ein Artikel von

Hier berichten unsere Praktikanten und Aushilfen, die uns bei Ruhr Tourismus drei bis sechs Monate im Pressebereich oder Onlinemarketing unterstützt haben, über ihre Erlebnisse im Ruhrgebiet.

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