von Verena | 28. Mai 2020 | KATEGORIEN Erlebnis, Event, Industriekultur | 3 Kommentare

Ich freue mich immer Euch hier auf dem Blog schöne Orte im Ruhrgebiet vorzustellen, aber dieser Artikel war mir ein besonderes Anliegen. Da ich 24 Jahre in Kamp-Lintfort gewohnt habe, ist es natürlich besonders schön über ein so großes Projekt in der Heimat zu berichten.

Zunächst aber erstmal ein paar kurze Infos zur Landesgartenschau (kurz: LaGa) und Kamp-Lintfort.

Der Name der Stadt Kamp-Lintfort leitet sich aus dem lateinischen und altfränkischen ab. Kamp steht für Feld und Lintfort für Saum des Moores. Denn früher war das heutige Stadtgebiet hauptsächlich eine Sumpflandschaft. 1123 wurde deswegen auf einer Erhöhung des Kamper Berges das erste Zisterzienser Kloster auf deutschem Boden errichtet. 1907 begann dann der Bau der Zeche Friedrich-Heinrich und die weitere Besiedlung der Stadt. Seit 2014 ist in Kamp-Lintfort einer der zwei Sitze der Hochschule Rhein-Waal ansässig. Genau die drei wichtigsten Orte der Stadt vereint die Landesgartenschau, denn die LaGa umfasst zwei Gelände, zum einen das neu umgestaltete ehemalige Zechengelände Friedrich Heinrich und das Kloster Kamp. Beide Standorte sind durch einen Wandelweg miteinander verbunden, die Hochschule Rhein-Waal wirkte bei einigen Projekten mit.

So, dann will ich Euch aber nicht länger auf die Folter spannen und berichte von meinem Besuch der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort!

Zwischen Blumen und süßen Tieren im neuen Zechenpark

Da ich bis letztes Jahr noch selbst in Kamp-Lintfort gelebt habe, bin ich auf den Zechenpark, wie wohl die meisten Kamp-Lintforter, sehr gespannt. Denn lange Zeit waren auf und um das Gelände so einige Baustellen in Sicht und man konnte sich nicht so richtig vorstellen, wie das Ganze mal aussehen wird. Gesagt, getan, mache ich mich an einem sonnigen Mittag auf den Weg in meine alte Heimat Kamp-Lintfort.

Das Bild zeigt das Zechengelände der Landesgartenschau Kamp-Lintfort
Das Maskottchen Kalli vor den beiden Türmen der ehemaligen Zeche

Als erstes fällt der Blick natürlich auf den riesigen rot-weißen Förderturm, der auf dem Gelände empor ragt. Den Turm kann man wegen seiner Größe von vielen Stellen in Kamp-Lintfort sehen und damit ist er ein echtes Wahrzeichen der Stadt. Dann schweift mein Blick über das riesige Gelände mit seinen großen grünen Parkflächen. Das erste, was mir einfällt: “ Wow, das ist aber wirklich richtig schön geworden!“ Der erste Eindruck hält auch noch beim weiteren Erkunden des Zechenparks an. Große und weite Parkflächen, viele kleine Blickfänger in Form von bunt bepflanzten Hoch- und Flachbeeten und Wildblumen auf den Rasenflächen und mehr als ausreichende Sitzgelegenheiten, die sich in Form und Farbe unterscheiden und auch nochmal ein echter Hingucker sind.

Die Landesgartenschau und seine vielfältigen Angebote

In dem schönen Park könnt Ihr aber nicht nur spazieren und verweilen. Es gibt eine Menge Angebote, die zum Teil auch dauerhaft auf dem Gelände bleiben sollen. Aber fangen wir erstmal mit einer Auswahl der temporären Angeboten an:

In einem Forschergarten können Kinder und Jugendliche einiges über die regionale Tier- und Pflanzenwelt lernen. Beim Baumschulbeitrag präsentieren verschiedene Baumschulen eine Vielzahl an Bepflanzungsmöglichkeiten. Wer, wie gerade viele, endlich mal Zeit hat, seinen Garten zu verschönern, der findet auf dem Gelände des Zechenparks einige Hausgartenbeispiele, in denen er sich inspirieren lassen kann.

Auch temporäre Kunstinstallationen findet man auf dem Gelände der ehemaligen Zeche. Zum Beispiel ein buntes Strick-Tippi. Aus vielen Quadraten bestehend wurde es in vier Ländern individuell gestrickt und am Ende von allen gemeinsam zusammengesetzt.

Das Bild zeigt ein Strick-Tippi auf der Landesgartenschau Kamp-Lintfort
Bunter Hingucker

Aber jetzt kommen wir zu dem Teil, der für viele wahrscheinlich noch etwas interessanter ist: Was bleibt nach der Landesgartenschau?

Einige Projekte bleiben (wahrscheinlich zur Freude aller) auch nach Ende der LaGa bestehen. Das wären zum Beispiel das Green Fab Lab der Hochschule Rhein-Waal. Hier werden unter anderem Experimentier- und Forschungsfelder aufgebaut, die Lösungen zur Herausforderungen des Klimawandels finden sollen. Themen wie Wasserwirtschaft, urbane Landwirtschaft und vieles mehr könnt Ihr entdecken. Auch die Auffahrt auf den Zechenturm und eine Abfahrt in den Lehrstollen soll es weiter geben. Der Tierpark bleibt ebenfalls, da er mein liebstes Angebot war, gibt es dazu in einem separaten Abschnitt noch so einige süße Bilder mehr! Ein weiteres Highlight, gerade für die jüngeren Besucher, ist der Spielplatz auf dem Gelände. Hier wurden die Original Fördertürme im Mini-Format als Spielgeräte angelegt und machen sich, neben einer Menge Spielspaß, auch super als Fotomotiv, oder? 🙂

Mein Highlight: der Kalisto Tierpark

Mein persönliches Highlight war der Kalisto Tierpark ( Kamp-Lintforter Spiel und Tieroase). Auf 1,5 Hektar kann man hier einige Tiere bestaunen und etwas über sie lernen. Es gibt Esel, Erdmännchen, Hühner, Alpakas, Kaninchen und Meerschweinchen und noch mehr. Aber ich würde sagen, hier sagen Bilder deutlich mehr als Worte:

Weiter geht’s zum nächsten Park, dem Klostergarten! Wer nach dem großen Zechenpark noch nicht genug Bewegung hatte, der kann über den ca. 3 km Wandelweg zum Kloster laufen und hier auch noch einiges entdecken. Alternativ könnt Ihr auch den Shuttle-Bus nehmen, der fährt in der Nähe der Kasse ab.

Nächster Halt Kloster Kamp

Egal, ob ihr mit dem Shuttle oder zu Fuß den Weg hinter Euch gebracht habt, kommt Ihr unterhalb der Klosteranlage im Alten Garten und der Obstwiese an. Der Alte Garten wurde nach historischen Bildquellen rekonstruiert und zeigt auf den verschiedenen Beetflächen zahlreiche Pflanzen. Die Vielzahl an Pflanzen sieht nicht nur schön aus, einige von Ihnen dienen den Bienen als Nährpflanzen. Den Honig der Bienen könnt Ihr sogar an mehreren Stellen auf dem Gelände kaufen.

Das Bild zeigt den Alten Garten des Kloster Kamps
Der Blick auf das Kloster vom Alten Garten

Ich lasse den Garten hinter mir und gehe über die Treppen hinauf zum Kloster.

Immer wieder schön –  Der Klostergarten des Kloster Kamp

Wie ich auch schon in anderen Artikeln berichtet habe, ist der Klostergarten des Kloster Kamps schon immer einer meiner liebsten Orte in Kamp-Lintfort. Der Garten hinter dem Kloster besteht aus einem Terassengarten und einem Barockgarten. Ein erster Terassengarten wurde bereits um 1700 errichtet. 1740 wurde der Auftrag erteilt, den Garten nach den Ideen des Barocks umzugestalten. Im Zuge der Säkularisierung und der Besetzung der französischen Revolutionsarmee zerfielen die Klosteranlage und die Gärten zunehmend. Erst 1986 wurde damit begonnen, den Garten nach dem Vorbild der 1740er wieder neu aufzubauen und ihm sein heutiges Gesicht zu geben.

Das Bild zeigt den Klostergarten des Kloster Kamps
Ausblick vom Terassengarten auf den barocken Garten

Der Barockgarten ist in 16 rechteckige Felder aufgeteilt, in der Mitte findet Ihr einen Brunnen. So erinnert er an Gärten wie in Versailles oder vom Schloss Sanssouci.

Zugegeben, für mich persönlich war der neuangelegte Zechenpark im Zuge der Landesgartenschau natürlich spannender als der mir schon sehr gut bekannte Klostergarten. Aber wie gesagt, die Klosteranlage ist immer einen Besuch wert und gerade für Besucher, die noch nicht hier waren, sehr beeindruckend!

Tipps für Euren Besuch der Landesgartenschau und Einschränkungen durch Corona

Informationen zur Anreise und zu anderen Angeboten findet Ihr auf der Website der Landesgartenschau 2020. Hier könnt Ihr auch die Tickets kaufen. Ihr habt die Wahl zwischen Dauerkarten, die über den ganzen Zeitraum der LaGa gültig sind und noch weitere Vorteile mit sich bringen oder Tageskarten. Wenn Ihr das Ticket nicht online kaufen wollt, könnt Ihr das auch an den Kassen vor Ort machen. Wenn Ihr Euch schon vor dem Besuch informieren wollt oder vor Ort spannendes Bonusmaterial sehen wollt, könnt Ihr euch die LaGa App runterladen. Hier könnt Ihr Tickets kaufen, alle Angebote auf den Geländen sehen, Euch über Aktuelles informieren und vieles mehr!

Infos zu Corona-Maßnahmen (Stand 28.5)

Das Bild zeigt einen Schmetterling aus Blumen
Auch hier gilt Maskenpflicht 😉
  • In geschlossenen Räumen und dem Shuttle-Bus gilt Maskenpflicht.
  • An manchen Stellen gilt das Einbahnstraßen-System zum Beispiel im Kalisto-Tierpark
  • Innerhalb des Geländes gibt es für verschiedenen Angebote Personenbeschränkungen
  • Das Green Fab Lab und der Lehrstollen sind derzeit geschlossen.

Mein persönliches Fazit

Beide Gärten haben mir sehr gut gefallen, der Zechenpark war aber für mich als ehemalige Kamp-Lintforterin besonders spannend. Bei einer Landesgartenschau hatte ich persönlich aber mehr Blumen und Pflanzen und weniger grüne Parkfläche erwartet. Zukünftig wird der Park aber sicherlich das Leben in Kamp-Lintfort bereichern!

 

Tags: , , , ,

Zeche, Kloster und ganz viel Blumen - Landesgartenschau 2020

Diesen Beitrag teilen
Allgemeine Informationen

Landesgartenschau Kamp-Lintfort 2020:

Website: www.kamp-lintfort2020.de
Zeitraum: 5.Mai bis 11.Oktober 2020

3 Kommentare auf den Beitrag “Zwischen Zeche, Kloster und vielen Blumen – Mein Besuch der Landesgartenschau 2020

  1. liebe gartenfreunde, ich sage es einmal ganz deutlich, absolut nicht empfehlenswert, eher eine unverschämtheit, für 18,50€ ist die veranstaltung eine zumutung,
    von außen eher noch baustelle, und auf dem gelände nichts, aber auch garnichts was einen erfreuen könnte, kahle rasenflächen, verkaufsstände, und ein paar blumenbeete, ein normaler park im revier bietet da kostenlos hundertmal mehr, sehr, sehr ärgerlich,dass der klostergarten für den normalen besucher gesperrt ist,
    also ebenfalls bezahlt werden muß, ich fühlte mich hier in zweifacher hinsicht reingelegt, 37,00 Deutsche Mark, für so einen mist, liebe gartenfreunde, bleiben
    sie lieber fern,dann brauchen sie sich nicht so ärgern wie ich, oder besuchen sie die schau und schreiben dann bitte auch einen so freundlichen kommentar,

    • Das Kloster Kamp mit dem schönen Terassengarten konnte man immer gratis besuchen, war für die Öffentlichkeit stets frei zugänglich.
      Jetzt im Laga-Jahr wurde ein Zaun hingestellt und ein Wärter verlangt das Vorzeigen der Laga-Eintrittskarte. Ich hatte die eh, war dennoch erstaunt.
      Ich frug eine Mitarbeiterin wie das denn sein könne und bekam die dümmliche Antwort, man wolle den Gästen einen Mehrwert bieten, deshalb dieses Jahr nur noch mit Eintrittskarte, aber ab nächsten Jahr dann wieder vollkommen gratis, so wie immer.
      Welcher Mehrwert???? Der Terassengarten ist unverändert, die haben nichts extra gepflanzt oder hingestellt.

      Und ja, die Laga bestand sonst hauptsächlich nur aus Grasflächen, kaum Blumen oder Pflanzen.
      Gestaunt habe ich auch über die Hühnerfarm dort, freilaufende Hühner. Man konnte für 2 Euro Abfälle an Äpfel+Salat etc. erwerben und die Hühner damit füttern.

      Die Turmfahrt kostete dann noch 5 Euro extra und der 1/2 stündige Besuch des Lehrstollens nochmals 2,50 Euro. Da erfuhr ich dann, dass man die Tour für die Laga extrem gekürzt hat, sonst war die Führung 2 1/2 Std. Beide Attraktionen befinden sich direkt auf dem Laga-Grundstück, das im Übrigen sehr klein ist.
      Und man sollte sich Getränke etc. mitbringen, wenig Einkehrmöglichkeiten.

      Und was war nun gut:
      die vielen Sitzmöglichkeiten und dass, obgleich Wochenende, kaum Menschen dort waren. Der riesige Parkplatz war nur mit wenigen Autos bestückt.

      Lohnt es sich?
      Meiner Meinung nach nicht wirklich, vor allem nicht, wenn man eine längere Anreise hat.

      Ist der Preis der Laga gerechtfertigt?
      Meiner Meinung nach absolut nicht, viel zu teuer für das was geboten wird.

      Besser sind z.B.
      der Grugapark in Essen, ist um ein vielfaches größer, wunderschön bepflanzt und hat längere Öffnungszeiten, kostet aber nur 4 Euro Eintritt.
      Oder in Düsseldorf der wunderbare, riesige Park hinter dem Aqua-Museum inkl. Japanischen Garten, gratis Eintritt.
      Der Westfalenpark in Dortmund, immer wieder ein Erlebnis.

  2. Ich fand die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort schön, wegen die Blumen und Tiere, aber ich fand es ein teurer Spaß, ich war einmal mit meine Ex-Freundin da und das genügt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folge uns in den sozialen Netzwerken

Die #MEINRUHRGEBIET Video-Sammlung