von Ronja / Thema: Industriekultur, Kultur / am 22. März 2018um9:00

„Der Berg ruft“ – Mein Besuch der neuen Ausstellung im Gasometer Oberhausen

„Der Berg ruft und ich muss ihm folgen“. Dieser Satz von John Muir, Naturphilosoph und Entdecker, fällt mir als erstes ein, als ich den Gasometer in Oberhausen betrete und mein Blick auf die beeindruckenden großformatigen Bergfotos fällt.

Das Foto zeigt die großformatigen Fotos in der Ausstellung "Der Berg ruft" im Gasometer Oberhausen

Großformatige Fotos hängen im ganzen Gasometer verteilt

Das komplette untere Geschoss des einstigen Gasspeichers hängt voll von ihnen. Bevor ich mich den Bildern jedoch genauer widme, zieht es mich zum Matterhorn, dem absoluten Highlight der Ausstellung.

Der Berg, der über Kopf hängt

Das Matterhorn ist in diesem Fall eine riesige Skulptur des Berges, die kopfüber im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers, also im oberen Teil des ehemaligen Gasbehälters, hängt. Ihre Dimension ist riesig, sie ist 17 Meter hoch, 30 Meter breit und 43 Meter tief. Von 17 Projektoren bestrahlt und dreidimensional wirkend, erstrahlt der Berg im ansonsten dunklen Luftraum und verwandelt sich nach Tages- und Jahreszeiten.

Das Foto zeigt die beeindruckende Plastik des Matterhorns in der Ausstellung "Der Berg ruft" im Gasometer Oberhausen

Beeindruckende Plastik des Matterhorns

Darüber hinaus werden beispielsweise auch Besteigungsrouten oder besonders steile Flanken auf den Berg projiziert. Ihr fragt Euch, warum der Berg über Kopf hängt? Nun, unter ihm befindet sich ein Spiegel. Aus dem richtigen Winkel erblickt ihr also die Bergspitze im Spiegel und habt so das Gefühl, aus der Vogelperspektive auf den Berg zu schauen. Einfach cool! Wie monumental der Berg ist und wie beeindruckend seine Betrachtung aus allen möglich Perspektiven ist, lässt sich auf einem Foto kaum erfassen, das könnt Ihr nur in live sehen!

Ein Bild faszinierender als das andere

Es ist wirklich nicht einfach seinen Blick vom Berg zu lösen – v.a. weil man es auf den Stufen des Gasometers unter dem Berg bequem machen – und so ganz entspannt der Projektion folgen kann. Doch auch der Rest der Ausstellung ist absolut sehenswert! Also: Aufstehen und die zwei unteren Geschosse erkunden. „Der Berg ruft“ beschäftigt sich auf der einen Seite mit den Bergen an sich, den gewaltigsten Massiven, der eindrucksvollen Natur, mutigen Sportlern und legendären Erstbesteigungen. Große Aufnahmen des Himalayas, der Rocky Mountains oder der Anden hängen im ganzen Gasometer verteilt.

Sehnsucht Berg

Oft mit Schnee bedeckt, mal mit letzten weißen Flecken, in Braun oder Grün. Oder während beeindruckender Naturspektakel, zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, im Nebel, aus der Vogelperspektive, von „innen“ oder von unten – „Der Berg ruft“ beleuchtet sämtliche Perspektiven. Eins haben alle Fotos gemeinsam: Sie sind einfach faszinierend! Mal mit kräftigen Farben, mal mit dem Fokus auf das Wesentliche, mal fast paradiesisch – nicht von ungefähr wird von den Bergen als Sehnsuchtsorte gesprochen.

Das Foto zeigt den Gipfel des Monte Sarmiento mit Ausblick auf die Magellanstraße in Südamerika in der Ausstellung "Der Berg ruft" im Gasometer Oberhausen

Gipfel des Monte Sarmiento mit Ausblick auf die Magellanstraße in Südamerika

Betrachtet man diese Fotos, wird die Faszination und Sehnsucht Berg verständlicher (und man bekommt auf jeden Fall Lust zu reisen!). Eine größere Anzahl an Fotos zeigen Aufnahmen unglaublich mutiger Sportler, die in großer Höhe paragliden, klettern oder auf einem Seil balancieren.

Lernt die Bewohner der Bergwelt kennen!

Doch die Ausstellung zeigt Euch nicht nur spektakuläre Berg-Fotos. Sie nimmt Euch auch mit zu den Bergvölkern, die ihren Alltag in großer Höhe leben, gibt Euch Einblick in die doch vielseitige und faszinierende Tierwelt, teils in engem Zusammenspiel mit den Menschen, und zeigt Euch Religionen, in denen Berge als heilige Orte verehrt werden.

Spannend und faszinierend ist das Thema der Berge als heilige Stätten. Der Berg Machapuchare im Himalaya etwa ist für Buddhisten und Hindus heilig, sein Gipfel wurde noch nie von einem Menschen betreten. Andere Berge verbinden als heilige (Lebens-) Ziele die Weltreligionen und werden, teils unter beschwerlichsten Bedingungen, im Rahmen von Pilger- oder Wallfahrten erklommen. Nicht zuletzt, könnt Ihr Fotos der ebenfalls absolut faszinierenden Tierwelt am Berg bestaunen. Ganz nah dran oder von weit weg, Bilder absoluter Einzelkämpfer oder ganzer Herden, mal an die Umgebung angepasst, mal im Kontrast zur ihr – diese Bilder geben Euch noch mal einen ganz anderen Einblick in die Vielschichtigkeit der Bergwelt.

Das Foto zeigt eine Besucherin im Angesicht des Schneeleopard, Bewohner des zentralasiatischen Hochgebirges in der Ausstellung "Der Berg ruft" im Gasometer Oberhausen

Besucherin im Angesicht des Schneeleopard, Bewohner des zentralasiatischen Hochgebirges

„Der Berg ruft“ – Mein Fazit

Ich kann Euch gar nicht sagen, welche Aufnahmen ich am längsten bestaunt habe. Ich finde, sie lohnen sich alle! Ergänzt wird „Der Berg ruft“ übrigens um Filmausschnitte und Projektionen. Besuchen könnt Ihr den Gasometer Oberhausen und die Ausstellung bis zum 30. Dezember 2018. Wenn Ihr übrigens selbst mal Lust auf eine Bergbesteigung im Ruhrgebiet habt, empfehlen wir Euch unsere Halden. Die „Berge“ des Ruhrgebiets, die mit bis zu 159 Metern die sonst flache Landschaft des Reviers prägen, könnt Ihr erwanden, mit dem Fahrrad erklimmen oder auch mit dem Segway erfahren. Katalina versorgt Euch mit Tipps für drei Halden im Ruhrgebiet.

Allgemeine Informationen

Gasometer Oberhausen

Arenastraße 11
46047 Oberhausen
Tel.: +49 208 8503730
E-Mail: info@gasometer.de
Website: www.gasometer.de
Ausstellung: www.gasometer.de/de/ausstellungen/der-berg-ruft
Facebook: www.facebook.com/GasometerOberhausen

Der Gasometer Oberhausen ist ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur.



Ronja Ein Artikel von

Ich heiße Ronja und bin in Soest, vor den Toren des Ruhrgebiets, aufgewachsen. Nach Umwegen über Hessen und Niedersachsen, wohne ich nun in Bocholt und bin sehr froh, wieder in meinem Heimatbundesland zu sein. Am Ruhrgebiet schätze ich besonders die unkomplizierte und direkte Art der Menschen. Für mich ist es zudem eine faszinierende Region mit tollen industriekulturellen Orten, mit vielen abwechslungsreichen Einrichtungen und coolen Events. In meiner Freizeit bin ich am liebsten immer unterwegs und auf der Suche nach spannenden Erlebnissen. Bei der RTG bin ich für das Marketing im Bereich Industriekultur zuständig.

2 Reaktionen (2 Kommentare)
  • Peter Altmaier schrieb am 30. April 2018:

    Sorry, aber im Ruhrgebiet gibt es auch höhere als die von Ihnen erwähnten. Hinweis: topografische Karte.

    • Ruhr Tourismus / Ronja Hellmich
      Ruhr Tourismus / Ronja Hellmich schrieb am 2. Mai 2018:

      Hallo Herr Altmaier,
      da hat sich tatsächlich ein Fehler eingeschlichen. Wir haben ihn nun korrigiert.
      Vielen Dank für den Hinweis und beste Grüße
      Ruhr Tourismus / i.A. Ronja Hellmich


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