von Christiane | 5. November 2020 | KATEGORIEN Erlebnis | 2 Kommentare

Bunte Blätter an den Bäumen und frische Luft um die Nase. Ich nutze das trockene Herbstwetter noch einmal für eine schöne Wanderung durchs Ruhrgebiet. Los geht es für mich ab Mülheim Hauptbahnhof und auf 13 spannenden Kilometern bis nach Duisburg! Ich nehme Euch mit und verrate Euch, was Euch auf der Strecke erwartet!

Ein anderes Stück Mülheimer City

Nicht weit vom Bahnhof entfernt liegt die Mülheimer Altstadt. Man muss allerdings wissen, dass es sie gibt, denn einfach so würde man sie nicht vermuten, wenn man über die Schloßstraße mit ihren Filialisten geht. Aber nur ein kleiner Schwenk nach Süden und schon seid Ihr in einem sehr gemütlichen Stück Mülheim.

Über Gerbersteg und Fossilienweg

Ein kurzer Eindruck reicht mir für heute und ich gehe vom Altstadthügel hinunter zur Ruhr und über die Schloßbrücke. Auf dieser Ruhrseite fand im heutigen MüGa-Park 1992 die Landesgartenschau statt. Damals hat man viele Wege und Brücken angelegt, um die Ruhr erlebbarer zu machen.

Das Foto zeigt die Fischtreppe in Mülheim an der Ruhr
Warum sollen nicht auch Fische wandern?

So ist auch der Gerbersteg entstanden, den ich ein kleines Stück laufe. Von oben kann ich auf die Fischtreppe gucken, die es Fischen ermöglicht, die Ruhr aufwärts zu wandern. (Fische bekommen das offensichtlich auch ohne Wanderausschilderung hin.) Und es gibt tolle Ausblicke auf die Ruhr.

Das Foto zeigt die Ruhr in Mülheim an der Ruhr
10 Minuten vom HBF entfernt!

Nur wenige Schritte weiter wandere ich über die ehemalige Trasse der Unteren Ruhrtalbahn, heute der Fossilienweg, der schon eine Ankündigung des Steinbruchs Rauen ist. Leider kommt man nicht an den Steinbruch heran, aber Tafeln der Geo Route erläutern, was hier erdgeschichtlich so los war.

Es ist ein schöner Weg mit weitem Ausblick, aber unterhalb verläuft der Kassenberg, an dem früher einige Lederfabriken lagen. Heute erzählen davon noch das Ledermuseum (z.Zt. geschlossen) und ehemalige Werksgelände, die neu entwickelt werden. D.h., es ist immer noch eine vielbefahrene und laute Straße.

Das Foto zeigt die Lederfabrik Lindgens in Duisburg
Als eine der letzten Fabriken hat Lindgens die Lederverarbeitung beendet.

Nun aber Richtung Duisburg

Jetzt werden die Straßen kleiner und ruhiger, und dann wird es sehr ruhig, denn ich bin auf dem Broicher Friedhof auf einmal im Wald. Dass das Ruhrgebiet sehr grün ist, wissen wir mittlerweile alle, aber dass ich so schnell mitten im Wald sein kann, ist immer wieder überraschend!

Das Foto zeigt eine Waldidylle in Duisburg
Waldidylle mitten im Pott.

Noch mehr Wald auf meiner Wanderung

Kurz darauf beginnt der Uhlenhorst, ein riesiges Waldgebiet, in dem der HTC Uhlenhorst beheimatet ist, den Ihr vielleicht wegen seiner Hockeymannschaft kennt. Viele Wege durchziehen dieses Waldgebiet, Ihr habt die Qual der Wahl. Nun mache ich Strecke und genieße die Natur. Die Stadtgrenze Mülheim-Duisburg merke ich dabei nicht.

Das Foto zeigt den Duisburger Stadtwald
Im Duisburger Stadtwald

Das Überqueren der A 3 holt mich ziemlich schnell in ein anderes typisches Ruhrgebiet zurück aber auch hier ist es – wie so oft – spannend. Auf dem früheren Gelände des Rangierbahnhofs Wedau beginnt gerade die Neuentwicklung zu einem der größten Wohnbauprojekte in NRW: 6 Seen Wedau.

Das Foto zeigt die Baustelle des Wohnbauprojektes 6 Seen Wedau in Duisburg
Noch sieht es wild aus.

Wassersport steht im Mittelpunkt

Es sieht auf den ersten Blick nicht so aus, aber die Lage ist klasse. Die 6 Seen-Platte, ein beliebtes Ausflugs- und Freizeitareal ist nahebei und auch der Sportpark Duisburg, früher Wedau, zu dem ich wandere. Die Regattastrecke von 2 Kilometern zieht sich etwas, aber Seitenwege bieten Action, denn man kann Blicke auf den Kletterpark werfen. Über den Parallelkanal geht eine 250 Meter lange Seilrutsche und ich hatte Glück, dass Mutige diese gerade ausprobiert haben. Ich bleibe aber lieber mit beiden Beinen auf dem Boden.

Krupp in Duisburg

Am nördlichen Ende der Regattabahn treffe ich auf viele Namen aus dem Hause Krupp: Berta-, Barbara- und Margaretensee, Friedrich-Alfred- und Krupp-Straße. Hier hatte früher die Firma Krupp ein Auskiesungsgelände und hat es dann der Stadt Duisburg überlassen mit der Auflage, ein Sport- und Erholungsgebiet für die Duisburger zu schaffen. Das ist gut gelungen.
Genauso wie die Anbindung an den ÖPNV, aber schließlich ist hier auch die MSV-Arena (eigentlich Schauinsland-Reisen-Arena, was für ein Name). Ich fahre mit dem Bus zum Hauptbahnhof Duisburg und von dort nach Hause.

Mein Fazit – Ruhrgebiet macht’s möglich

Das waren abwechslungsreiche 13 Kilometer: Altstadt, Erdgeschichte, Wälder und Seen … und das alles mitten im Ruhrgebiet. Das Schöne am Wandern ist ja, dass man es zu jeder Jahreszeit machen kann. Und das besonders Schöne am Wandern im Ruhrgebiet ist, dass man nicht nur Gegend hat, sondern viel Spannendes dabei entdeckt. Wenn Ihr das noch nicht kennt, macht Euch auf die Socken. Hier findet Ihr den passenden GPX-Track zur Tour!

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Wandern von Mülheim an der Ruhr nach Duisburg

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2 Kommentare auf den Beitrag “Altstadt, Erdgeschichte, Wälder und Seen – Meine Wanderung von Mülheim nach Duisburg

    • Hallo Hartmut,
      danke für den Kommentar. Ich fand es faszinierend, wie schnell ich von Mülheim nach Duisburg gekommen bin. Aber natürlich sind auch Rundtouren in Mülheim und Duisburg gut zu machen. In Mülheim könnte man in die Ruhraue und über das Kahlenbergwehr, den Ruhrinselweg oder den Leinpfad zurück Richtung Stadt laufen und dabei evtl. noch den Altstadt Friedhof angucken. In Duisburg kann man eine große Runde gehen um die 6-Seen-Platte und durch den Broich-Speldorfer-Wald.
      Viel Spaß bei allen Wanderungen!

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