von Christiane / Thema: Erlebnis, Industriekultur / am 27. September 2018um13:30

Mitten durch den Pott – Wandern in Gelsenkirchen

Wenn Ihr das Ruhrgebiet in all seinen Facetten kennenlernen oder wieder mal erleben wollt, müsst Ihr unbedingt eine Wanderung in Gelsenkirchen unternehmen! Wenn ich hier mit Freunden wandern gehe, ist alles dabei: Industriekultur, Schrebergärten, Zechen, die Emscher, eine Halde, eine Arbeitersiedlung und mittags leckere Burger in einem Diner.

Wandern aus der Stadt heraus

Am Hauptbahnhof Gelsenkirchen geht es los. Von dort wandert Ihr ein kurzes Stück nach Osten über die Wildenbruchstraße. Schnell seid Ihr am ersten Highlight angekommen – dem Gelände des Schalker Vereins. Wir befinden uns zwar im Stadtteil Bulmke-Hüllen, doch da das Unternehmen seinen Verwaltungssitz in Gelsenkirchens berühmtestem Stadtteil hatte, wurde das Areal so benannt. Der Erzbunker des früheren Stahlwerks ist ein beeindruckendes Zeugnis aus der Hochzeit der Industrialisierung und ist heute mit einem 5000 Quadratmeter großen Solarkraftwerk bestückt. Von der Stadt der 1000 Feuer hin zur Stadt der Zukunftsenergien, wie Gelsenkirchen sich selbst nennt.

Das Foto zeigt den Erzbunker eines früheren Stahlwerks.

240 Meter lang, 12 Meter hoch – der Erzbunker

Gelsenkirchen – Wie sah es hier früher aus?

Weiter geht die Wanderung in Richtung Norden. Zur Vorbereitung könnt Ihr die Wege auf der Seite www.luftbilder.geoportal.ruhr in Ruhe betrachten. Mit den Luftbildern aus vergangenen Zeiten könnt Ihr dabei sogar eine Reise zurück in die 1920er Jahre machen!

Schnell ist man im Grünen, zunächst vorbei am Bulmker Park mit der alten Stadtgärtnerei, einem kleinen Jugendstil-Gebäude. Die Schrebergärten ziehen sich bis zu einer Eisenbahnlinie, der Emschertalbahn, die Ihr überqueren müsst, um weiter nach Norden auf das Gelände der Zeche Consolidation zu kommen. Seit der Pütt hier zugemacht hat, hat sich eine Menge getan. An jedem ersten und dritten Sonntag im Monat finden hier Führungen statt. Weitere Informationen hierzu findet Ihr auf der Website der Zeche Consolidation.

Das Bild zeigt ein Plakat der Zeche Consolidation.

Auf’e Zeche!

Hier wird immer noch malocht!

Auf der umgewandelten Trasse der Zechenbahn setzen wir unsere Wanderung fort. Nachdem wir die A 42 überquert haben, gelangen wir an einen offenen Abwasserkanal: Es ist nicht die Emscher, sonden ein Zufluss, der Hüller Bach. Über die berühmte Erzbahntrasse, die parallel zum Bach läuft, geht es vorbei am Gewerbegebiet Hafen Grimberg. Nun müsst Ihr nach Westen auf die Grimbergstraße abbiegen und könnt einen Blick in die ZOOM Erlebniswelt werfen. Wir haben leider nur ein Stückchen Bär gesehen, aber vielleicht habt Ihr ja mehr Glück!

Wandern ist schön, aber eine Pause ist noch schöner!

Nun sind wir schon gute 8 Kilometer gewandert und haben eine Pause am Star Chief Diner verdient. Ich gönne mir einen Ladies Dream Burger. Zusammen mit sehr leckeren Pommes ist der groß genug, um meinen Hunger zu stillen. Damit uns auch ein Nachtisch zusteht, müssen wir aber jetzt erst einmal ein Stück weiter wandern. Auf dem neu entwickelten Graf-Bismarck-Areal, direkt am Rhein-Herne-Kanal gelegen, wartet dann die Eisdiele Gelateria La Luna auf Euch, die nicht nur ich sehr empfehlen kann: Alle sind total begeistert!

Noch riecht sie!

Nun wird weiter gewandert: Zunächst am Rhein-Herne-Kanal und dann an der Emscher entlang, immer westwärts. Vorbei am Pumpwerk des AKE, des Abwasser-Kanals Emscher. Ein toller Neubau, der eigentlich nur ein Zweckgebäude ist… und zwar eines der drei neuen. Später, wenn das Gebäude fertig ist, soll man sogar oben aufs Dach steigen können. Und dann stinkt die Emscher angeblich auch nicht mehr, weil das Abwasser in Zukunft unterirdisch verläuft.

In Gelsenkirchen kommt an Schalke einfach keiner vorbei!

Wir wandern in Sutum über die letzte Emscherbrücke aus der frühen Zeit des Abwasserkanals. Alle anderen originalen Brücken gibt es inzwischen nicht mehr. Am Friedhof Sutum gibt es etwas Einmaliges: Ein Grabfeld für Schalke 04-Fans, angelegt wie ein Fußballfeld mit Flutlichtmasten, das genau 1904 Fans Platz bietet. Eine große Anzahl an Grabstätten soll schon verkauft sein. Treue bis in den Tod! Wer noch unter den Lebenden weilt, sieht nun ständig das ovale weiße Dach der VELTINS-Arena.

Das Bild zeigt die denkmalgeschützte Sutumer Brücke.

Die denkmalgeschützte Sutumer Brücke

Jetzt kommt die Berg-Wertung!

Zum Schluss wollen wir unbedingt die Halde Rungenberg in Buer hinauf. Wie bei allen Halden lohnt sich die Mühe, denn wir werden mit einem tollen Rundumblick belohnt. Direkt unterhalb der Halde liegt die Siedlung Schüngelberg, auch ein Ausflugsziel auf der Route der Industriekultur. Weil in der 100 Jahre alten Siedlung in der Mitte noch Platz war, hat man dort neue Häuser für die Kumpels errichtet, die aus dem Aachener Revier ins Ruhrgebiet gekommen sind. Zechenhäuser in moderner Art!

Das Bild zeigt die Aussicht von der Halde Rungenberg.

Blick von der Halde Rungenberg auf Gelsenkirchen-Horst und Essen

Nur durch den Wald wandern kann jeder!

Die gesamte Strecke ist ca. 18 km lang. Wenn Ihr im Anschluss müde seid, könnt Ihr euch einfach in die Straßenbahn setzen und zurück zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof fahren. Ihr müsst zugeben, diese Strecke zeigt viel von Gelsenkirchen und beweist wieder einmal, wie vielfältig der Pott ist. Auf geht’s!


Christiane Ein Artikel von

Hallo, ich bin Christiane und arbeite bei Ruhr Tourismus im Bereich der Planung von Tagestouren, die meist mit dem Bus, aber auch zu Fuß gemacht werden. Ich komme also dienstlich viel durch die Region, die einfach so spannend ist, weil sich ständig irgendwo was ändert. Die große Vielfalt an Kultur (Museen, Theater, alten Kirchen) und (etwas) sportliche Outdoor-Betätigung beschäftigen mich in meiner Freizeit.

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