von Christiane / Thema: Erlebnis, Industriekultur, Kultur / am 15. März 2018um10:01

Von Höhlenbären, Quadraten und Halden: Wanderbare Vielfalt im Bottroper Norden!

Ein berühmter Bottroper wird gefeiert!

Wenn ihr Lust auf etwas Kunst und viel freie Natur habt, seid ihr in Bottrop genau richtig. Nördlich der City gibt es ein Museumszentrum: das „Quadrat“, dass mit seinem Namen und seinem Gebäude auf einen berühmten Sohn der Stadt verweist: Josef Albers, der vor 130 Jahren in Bottrop geboren wurde und später in den USA mit seinen Bilder-Serien zum Thema Quadrat berühmt wurde. Neben diesem besonderen Geburtstag ist es aber auch das Jubiläum des Bauhauses, das 2019 groß gefeiert wird und ab Juni mit einer Ausstellung hier im Quadrat über die Ausbildung von Albers zu Bauhaus-Zeiten seine Schatten vorauswirft.

Der Höhlenbär, Sammlung für Früh- und Ortsgeschichte

Und Mammuts gab es auch!

Ein krasser Kontrast dazu ist die Sammlung zur Früh- und Ortsgeschichte, die ich nach dem Kunstgenuss gar nicht erwartet habe. Besonders die Eiszeithalle ist toll: das Mammutskelett mit seinen riesigen Stoßzähnen finde ich beeindruckend, weil ich mir daneben noch kleiner als normal vorkomme. Und bei den Höhlenbären bin ich froh, dass ich den beiden nicht zu ihren Lebzeiten begegnet bin. Wer alles in Bottrop früher unterwegs war, unglaublich!

Nun aber raus ins Grüne!

Zwischen den Wolken kommt die Sonne mehr und mehr hervor und deswegen will nicht nur im Museum bleiben, sondern raus in die Natur. Das geht hier wunderbar, denn vom Museum aus komme ich direkt in den Stadtwald. Der geht nahtlos in den Köllnischen (mit zwei „L“) Wald über, weiter in die Kirchheller Heide, d.h., man kann laufen bis zum Umfallen. Bevor ich einen zu idyllischen Eindruck bekomme, überquere ich die A 2 – im Wald und trotzdem Autobahn; und direkt nach der Brücke beginnt das Naturschutzgebiet: so ist das hier bei uns!

Köllnischer Wald

Typisch Ruhrgebiet!

Der Köllnische Wald ist bedingt durch den Bergbau um einiges abgesackt und das sehe ich deutlich. Überall sind kleine Bäche oder Seen, an manchen kann durch Messpunkte festgestellt werden, wie stark die Senkungen sind. Auch das eine „Spezialität“ der Region! Aber der Wald mit seinem alten Baumbestand wirkt fast wie ein Urwald.

Wo kommt der Berg her?

Dann geht es raus aus dem Wald und ich stehe vor einer riesigen Halde. Das ist der Halde Schöttelheide, die immer noch mit Bergematerial geschüttet wird. (Damit ist Schluss, wenn Ende des Jahres die letzte Zeche schließt!) Wenn ich mir überlege, dass all diese Steine mal untertage waren, kann ich mir leicht vorstellen, warum die Bäume im Wald nasse Füße bekommen.

Blick auf die Halde Schöttelheide von unten

Und nicht nur eine!

Weil die Halde noch nicht fertig ist, kann ich auch nicht drauf oder drüber laufen. So gehe ich  am Fuße der Halde entlang und komme zu einer Infotafel zum Thema Halden und was so drum herum zu sehen ist. Direkt an „meine“ Halde grenzt die Halde Haniel, die ihr ja sicher vom Kreuzweg oder vom Bergtheater kennt. Wer von euch in die Höhe will, muss da rauf.

Infotafel zu den Halden Haniel & Schöttelheide

 

Das Foto zeigt die Totempfähle auf der Halde Haniel in Bottrop

Der lange Aufstieg lohnt sich: Die Totempfähle auf Halde Haniel

Mir reicht es jetzt!

Auf Bergsteigen habe ich aber jetzt keine Lust mehr und mache mich auf den Rückweg durch den Wald zurück zum meinem Ausgangspunkt. Es gibt viele Wege, die man nehmen kann und ich habe keine Angst, mich irgendwie zu verlaufen. Nach einer Zeit höre ich auch schon wieder das Dauer-Rauschen der A2.

 

Unbedingt bald wieder!

Zurück am Quadrat entdecke ich im Museumsumfeld eine Anzahl von Skulpturen, die mir vorher gar nicht aufgefallen sind. Aber den Skulpturenpark hebe ich mir für das nächste Mal auf. Damit werde ich sicher nicht allzu lange warten, weil ich diese Kombination von Eiszeit, Kunst und Natur viel zu spannend finde. Vielleicht begegnet mir beim nächsten Mal im Wald ein echtes Mammut – das scheint mir nicht unmöglich!

 

Skulptur im Museumspark vor dem Museum Quadrat

Allgemeine Informationen

Start und Ziel der Wanderung:

Josef Albers Museum Quadrat Bottrop
Im Stadtgarten 20
46236 Bottrop

Der Eintritt ist frei, nur Sonderausstellungen kosten Eintritt!

Ab Ende März bietet RuhrTour geführte Wanderungen durch das Ruhrgebiet an. Dabei geht es nicht ums Meilen-Machen, sondern darum, Sehens- und Wissenswertes entlang einer Route von etwa 20 km kennenzulernen. Für Euer leibliches Wohl ist stets gesorgt!

Infos zur Buchung der Wanderungen und anderer Touren unter www.ruhr-tourismus.de/ruhrtour




Christiane Ein Artikel von

Hallo, ich bin Christiane und arbeite bei Ruhr Tourismus im Bereich der Planung von Tagestouren, die meist mit dem Bus, aber auch zu Fuß gemacht werden. Ich komme also dienstlich viel durch die Region, die einfach so spannend ist, weil sich ständig irgendwo was ändert. Die große Vielfalt an Kultur (Museen, Theater, alten Kirchen) und (etwas) sportliche Outdoor-Betätigung beschäftigen mich in meiner Freizeit.

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