Du planst einen Trip ins Ruhrgebiet und bist mit dem ÖPNV unterwegs? Zum Glück sind die Städte hier super vernetzt, sodass du an einem Tag auf jeden Fall mehr als ein Highlight erleben kannst! Welche Sehenswürdigkeiten du besonders gut mit Bus und Bahn erreichst und wie ein Wochenendtrip quer durchs Ruhrgebiet aussehen könnte, verrate ich dir hier. Also schnapp dir einen Kaffee to go und los geht's!
Tag 1: Fußball, Kunst und Kohle
Wir starten in Dortmund. Hier findest du in direkter Nähe zum Hauptbahnhof gleich zwei Highlights: das Deutsche Fußballmuseum und das Dortmunder U. Schlägt dein Herz eher fürs Kicken oder für Kunst? Im Fußballmuseum erlebst du die Sternstunden der deutschen Fußballgeschichte noch einmal und kommst echten Meisterschafts-Pokalen so nah wie nie. Im Dortmunder U kannst du in immersiven Räumen wortwörtlich in die Kunst eintauchen – oder dir im Museum Ostwall klassische Skulpturen und Gemälde ansehen. Außerdem findest du hier in der Umgebung auch immer weder beeindruckend Murals und Streetart.
- Die „Dortmunder Rosen“ vor dem Dortmunder U.
- Das Farbenfrohe Mural des Künstlerkollektivs „The London Police“. ©Pascal Tönnissen
Vom Dortmunder Hauptbahnhof geht es weiter zu einem (meiner Meinung nach) Must-Do im Ruhrgebiet. Um die Geschichte der Region zu verstehen, kommst du am Bergbau nicht vorbei. Es geht nach Bochum oder Essen. Beide Städte erreichst du mit dem RE1 (Richtung Aachen), dem RE6 (Richtung Köln/Bonn Flughafen) oder dem RE11 (Richtung Düsseldorf) sowie die S1 (Richtung Düsseldorf).
Option 1: Bergbau-Museum in Bochum
- Rauf auf das Fördergerüst und Bochum überblicken oder runter ins Anschauungsbergwerk!
- Wo kommt eigentlich die Kohle her? Solche Fragen werden im Bergbaumuseum geklärt!
Am Bochumer Hauptbahnhof steigst du in die U35 Richtung Herne ein und steigst an der zweiten Station aus, am Deutschen Bergbau-Museum. Der Steinkohleabbau hat die Region jahrhundertelang geprägt, bis 2018 endgültig Schicht im Schacht war. In Bochum kommst du aber auch jetzt noch “unter Tage”: Zum Bergbau-Museum gehört ein Anschauungsbergwerk. Vom Fördergerüst der ehemaligen Zeche Germania aus genießt du den Ausblick über die Stadt. Wenn du etwas mehr Zeit in Bochum hast, lohnt es sich, mit der U35 in die andere Richtung zu fahren. Von der Haltestelle Ruhr-Universität erreichst du den Botanischen Garten. Der Chinesische Garten ist frisch renoviert und ein echter Foto-Spot.

Der Pavillon des chinesischen Gartens in Bochum: mein Lieblingsplatz!
Option 2: Zeche Zollverein in Essen
Mehr Zeit solltest du mitbringen, wenn du dich entscheidest, nach Essen zu fahren. Aber glaub mir, es lohnt sich! Es geht zu einem UNESCO-Welterbe: der Zeche Zollverein.

Vom Essener Hauptbahnhof erreichst du Zollverein mit der Straßenbahnlinie 107 (Richtung Gelsenkirchen) innerhalb einer Viertelstunde. Das Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei umfasst rund 100 Hektar. Heute beheimatet es mehrere Museen. Im Ruhr Museum erfährst du alles über die Geschichte des Ruhrgebiets, außerdem gibt es abwechselnde Ausstellungen von Kunstschaffenden.

Du hast keine Zeit, dir alles anzuschauen? Dann lohnt sich schon ein Blick auf die monumentale Architektur und eine Fahrt mit der 58 Meter langen Rolltreppe hoch zur Kohlenwäsche. Übrigens: Die sogenannte “Kulturlinie” 107 bringt dich nicht nur zu Zollverein, sondern auch zum Museum Folkwang und zur Villa Hügel. Beides auch klare Empfehlungen, wenn du das erste Mal im Ruhrgebiet bist!
Option 3: Schifffahrt von Mülheim an der Ruhr nach Essen-Kettwig
Wenn du zwischen Ostern und Oktober im Ruhrgebiet bist und keine große Lust auf Museen hast, habe ich eine Schön-Wetter-Alternative für dich. Mach dich von Bochum aus auf den Weg nach Mülheim an der Ruhr. Von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof brauchst du 19 Minuten mit dem RE1 (Richtung Aachen), RE6 (Richtung Köln/Bonn Flughafen) oder RE11 (Richting Düsseldorf). Vom Mülheimer Bahnhof aus läufst du 15 bis 20 Minuten zum Wasserbahnhof an der Ruhr. Dort hält die “Weiße Flotte”. Den Zeitplan für Linienfahrten findest du hier: Linienfahrten | Weiße Flotte Mülheim | Fahrplan, Preise & Co. Mit dem Schiff schipperst du geschmeidig über die Ruhr, genießt den Blick aufs Wasser und die grüne Umgebung und kommst nach 50 Minuten in Essen-Kettwig an.
Und glaub mir, wenn du nicht schon verzaubert warst, wirst du es jetzt sein! In Kettwig erwartet dich eine kleine, romantische Altstadt. Während du zwischen den alten Fachwerkhäusern entlangspazierst, kannst du schnell vergessen, dass du dich in einer Metropolregion befindest. In einem der Cafés kannst du es dir gemütlich machen oder dir in einem der Biergärten eine Currywurst gönnen.
Tag 2: (Industrie)kultur in Duisburg
Next Stop: Duisburg! Von Essen Hbf aus brauchst du 12-13 Minuten mit dem RE2 (Richtung Düsseldorf), RE6 (Richtung Köln) oder RE11 (Richtung Düsseldorf). Wenn du noch mehr oder wieder Lust auf Kunst hast, kannst du nun zu Fuß weiter. Denn ganz in der Nähe vom Duisburger Hauptbahnhof liegen gleich drei Kunst-Museen.
Du schaust dir am liebsten Skulpturen an? Dann ist das Lehmbruck-Museum das Richtige für dich. Du interessierst dich für antike Kunst und asiatische Kultur? Dann steuere das Museum DKM an. Klassische Malerei ist dir am liebsten? Dann auf zum Museum Küppersmühle! Das befindet sich in einem ehemaligen Getreidespeicher am Duisburger Innenhafen. Selbst wenn du das Museum nicht besuchen möchtest, solltest du einen Abstecher zum Innenhafen machen. Genieß den Blick aufs Wasser! Hungrig? Hier bist du umgeben von Cafés und Restaurants.
- Licht und Schattenspiel…
- …im kupferfarbenen Treppenhaus der Küppersmühle
Landschaftspark Duisburg-Nord
Der nächste Halt gehört für mich zu den Must-Sees im Ruhrgebiet: der Landschaftspark Duisburg-Nord. Um dorthin zu kommen, nimmst du vom Hauptbahnhof die Straßenbahn 903. Die Fahrt dauert 12 Minuten, von der Station Landschaftspark Nord aus läufst du noch circa zehn Minuten die Emscherstraße herunter, bis du tatsächlich auf dem Gelände bist. Hoffentlich hast du deine Kamera eingepackt, denn spätestens, wenn du auf Hochofen 5 geklettert bist, wirst du den Moment festhalten wollen. Der Landschaftspark ist auf dem Gelände eines ehemaligen Hüttenwerks entstanden. Auf insgesamt 180 Hektar verbinden sich Natur und Industriekultur.

Hier kannst du absolut kostenlos auf eigene Faust herumschlendern oder du buchst vorab ein Ticket für eine Führung: Führungen // Freizeitangebote | Landschaftspark Duisburg-Nord. Falls du an einem Freitag, Samstag oder Sonntag im Landschaftspark bist, lohnt es sich, bis zur Dämmerung zu warten. Dann werden die Hochöfen von bunten Lichtern angestrahlt.
Weitere gut erreichbare Ziele
So könnte dein Ein- oder Zwei-Tages-Trip aussehen. Falls du mehr Zeit im Ruhrgebiet verbringst, empfehle ich dir, noch einen Ausflug nach Bottrop zu machen – zum Tetraeder. Der Aussichtspunkt steht zwar auf einer Halde, die erreichst du mit den Öffis aber vergleichsweise einfach. Von Bottrop Hbf bringt dich die Buslinie Nr. 262 (Richtung Bottrop Eigen Markt) bis zur Haltestelle Prosperstraße/Ostring. Von dort aus kannst du laufen.

Gut angebunden ist auch das ehemalige Hochofenwerk Phoenix West in Dortmund. Dort genießt du eindrucksvolle Industriekulisse – und wenn du willst, auch ein Bierchen von der Bergmann-Brauerei. Vom Bahnhof Dortmund-Hörde aus läufst du circa eine Viertelstunde, bis du auf dem Gelände bist. Oder du nimmst einen Bus bis zur Haltestelle PHOENIX Halle. Den Bahnhof Hörde erreichst du mit der Regionalbahn oder der U41 Richtung Clarenberg/Hörde vom Hauptbahnhof. Gute Fahrt und viel Spaß beim Erkunden!
Gastautorin: Ein Artikel von Elena Hesterkamp.













