Deswegen mag ich Vintage-Läden so gern. Man geht rein, schaut sich um und weiß nie so richtig, was man findet. Ein bisschen wie Schatzsuche, nur mit mehr Möbeln, Deko und der Gefahr, dass man plötzlich Dinge mitnimmt, von denen man gar nicht wusste, dass man sie braucht. Klar, ich denke mir schon ab und an: Brauche ich das? Wahrscheinlich nicht. Nehme ich es trotzdem mit? Jep!
Wer im Ruhrgebiet nach Vintage-Möbeln sucht, muss manchmal ein bisschen genauer hinschauen. Trödelhallen, Sozialkaufhäuser und Secondhand-Spots gibt es einige, aber Läden mit Fokus auf Vintage-Möbel, Interior und besondere Einzelstücke sind dann doch etwas spezieller. Ich war deshalb in Dortmund, Duisburg, Essen und Mülheim unterwegs und habe mir vier ganz unterschiedliche Läden angeschaut. Also: Kofferraum freiräumen, ein bisschen Zeit mitbringen und let’s go!

Mid-Century in Dortmund - Vintagestore Dortmund
Erster Stopp: der Vintagestore Dortmund an der Planetenfeldstraße. Der Store liegt direkt an der A40/A45 und hat eine Menge kostenlose Parkplätze. Falls du also nicht nur mit einer kleinen Vase rausgehst, ist das schon mal ganz entspannt. Schon am Eingang tauchst du in die Vintage-Welt ein und drinnen wirkt es nicht wie ein typischer Verkaufsraum, sondern eher wie ein Einrichtungshaus, nur eben mit ausgewählten Vintage-Stücken. Alles ist so zusammengestellt, dass man sich direkt vorstellen kann, wie die Stücke zu Hause aussehen könnten. Die Möbel stehen nicht einfach einzeln im Raum, sondern sind richtig schön in Szene gesetzt. Ein bisschen wie eine kleine Reise durch verschiedene Wohnwelten.

Der Fokus liegt auf Mid-Century-Möbeln, Designklassikern und besonderen Einzelstücken. Die Teile werden sorgfältig ausgesucht, aufgearbeitet und im Store neu zusammengestellt. Uwe, der Store-Besitzer, arbeitet die Stücke mit seinem Team auf und tüftelt auch selbst an neuen Kombinationen. Das sieht man dem Laden an, weil überall etwas hängt, leuchtet, steht oder glänzt, bei dem man kurz stehen bleibt. Wirklich überall gibt es etwas zu entdecken: Spiegel, Pflanzen, Sideboards, Sessel, Stühle und ganz viel Deko. Ich habe hier ziemlich lange rumgestöbert und trotzdem immer wieder etwas Neues entdeckt. Ganz ehrlich: Ich habe mich wirklich in einige Stücke verliebt und hätte gefühlt direkt mein halbes Zuhause neu einrichten können.
Preislich ist der Vintagestore eher im mittleren bis höheren Segment unterwegs, vor allem wenn du dich in ein größeres Möbelstück oder einen Designklassiker verguckst. Für den ganz kleinen Geldbeutel ist das also vielleicht nicht der erste Spot. Es gibt aber auch kleinere Deko-Teile und Accessoires, bei denen man schön stöbern und fündig werden kann.
Fundstücke in Duisburg - Second Sam
Second Sam in Duisburg ist ein familiengeführter Laden, bei dem du dir auf jeden Fall ein bisschen Zeit nehmen solltest. Hier geht man nicht einfach kurz rein, schaut einmal nach links und rechts und ist fertig. Dafür gibt es einfach viel zu viel zu durchstöbern.

Das Sortiment ist sehr vielseitig: Möbel, Bilder, Spiegel, Uhren, Schmuck, Glaswaren, Geschirr, Deko, Schallplatten, Kleidung, Taschen und noch einiges mehr. Besonders aufgefallen sind mir die vielen Gemälde und gerahmten Bilder an den Wänden, alte Vitrinen, kleine Beistelltische und ein ziemlich besonderer Barschrank mit richtig vielen Details. Innen beleuchtet mit Weintrauben-Elementen, außen verziert mit allem drum und dran. Was ich hier besonders mochte, waren die vielen kleinen Dinge, die man erst beim genaueren Hinschauen entdeckt. In den Regalen und auf den Tischen liegen Taschenuhren, verschiedenste Figuren, Schachsets, Schmuckstücke und Deko. Außerdem gab es ein außergewöhnlich großes Sortiment an Elefantenfiguren und anderen kleinen Souvenirs, bei denen ich mich gefragt habe, von welchen Reisen die wohl mal mitgebracht wurden. Dazu kommen besondere Glasstücke, Schalen, Porzellan und allerlei Kuriositäten. Genau diese Mischung macht den Laden aus!
Zwischen Möbeln und Deko findet sich hier auch Kleidung: Mäntel, Hüte, Ledertaschen und verschiedene Accessoires. Den Silberschmuck fand ich richtig toll. Da lohnt es sich echt, genauer hinzuschauen und ein bisschen zu stöbern. Wenn du also Lust auf Vintage, Second-Hand und kleine Überraschungen hast, lohnt sich ein Besuch. Für aktuelle Öffnungszeiten, neue Stücke und Aktionen würde ich vorher auf Instagram oder TikTok vorbeischauen.
Vintage in Rüttenscheid - Platzhirsch Vintage
Platzhirsch Vintage ist in Essen schon lange eine feste Adresse für Vintage-Fans. Früher gab es in Holsterhausen noch Platz.Hirsch und Reh.belle, heute findest du den Laden in Rüttenscheid. Und irgendwie passt das ziemlich gut, denn rund um die RÜ bist du sowieso schon mitten im Essener Bummel-Modus und kannst den Besuch direkt mit ein paar Cafés, Shops oder einem Spaziergang verbinden.

Im Laden kommt richtig viel zusammen: Vintage-Möbel, Second-Hand-Mode, Accessoires, Designerstücke, Teppiche, Lampen, Geschirr, Bilder, Bücher, alte Technik und Deko. Oben wirkt der Raum durch die großen Fenster hell und offen. Unten wird es dann voller, enger und genau da auch besonders spannend. Was Platzhirsch für mich ausmacht, ist diese Mischung aus elegant und wild. Es gibt große Sofas, Teppiche, Kronleuchter, Vasen, alte Kameras, Bilder mit goldenen Rahmen und zwischendrin immer wieder kleine Dinge, die man erst beim genaueren Hinschauen entdeckt. Man muss hier also schon ein bisschen stöbern, aber genau das macht ja den Spaß aus.
Neben Möbeln spielt auch Mode eine große Rolle. Taschen, Schuhe, Lederjacken, Mäntel und Designerstücke sind dabei. Dadurch fühlt sich Platzhirsch nicht nur wie ein Interior-Laden an, sondern eher wie ein großer Vintage-Mix aus Möbeln, Kleidung und kleinen Fundstücken. Preislich ist der Laden gemischt. Es gibt besondere Stücke, die entsprechend mehr kosten, aber auch kleinere Fundstücke, Accessoires und Deko-Teile. Wenn du also Lust auf einen Vintage-Laden hast, der ein bisschen schicker, ein bisschen chaotisch und ziemlich vielseitig ist, bist du hier richtig.
Kurioses aus zweiter Hand in Mülheim - Die Sonderbar
Die Sonderbar in Mülheim macht ihrem Namen ziemlich alle Ehre. Auf zwei Ebenen findest du hier nicht nur Möbel, sondern auch alles Mögliche von Porzellan und Platten bis zu alter Technik, Deko und kleinen Kuriositäten. Oben warten Bücher, Filme und Musik, ein paar Stufen weiter unten dann Möbel, Geschirr, Gläser und viele kleine Dinge, die man erst beim zweiten oder dritten Blick entdeckt. Also genau die Art Laden, in der man kurz reingeht und dann doch viel länger bleibt als geplant.

Was ich an der Sonderbar mochte: Der Laden ist zwar gut sortiert, aber trotzdem voll mit kleinen Entdeckungen. Auf den verschiedenen Ebenen findest du neben Möbeln auch Porzellan, Platten, Bücher, Bilder, Holzschränke, Tische, Stühle und viele kleinere Fundstücke aus Glas, Edelstahl oder Keramik. Besonders cool fand ich das Schlagzeug oben vor dem großen abgerundeten Fenster. Irgendwie nicht das Erste, womit ich gerechnet hätte.
Viele Stücke stammen aus Spenden oder Wohnungsauflösungen und wurden dem Diakoniewerk zur Verfügung gestellt. Die Sachen stehen nicht einfach nur da, sondern haben alle schon irgendwo dazugehört. Wenn du Lust auf Second-Hand-Fundstücke hast und es auch mal ein bisschen kurios werden darf, passt die Sonderbar ziemlich gut.
Du siehst hier findest du garantiert deinen nächsten Schatz - also nichts wie los!








