Durch Hagen verläuft jetzt einer der neuen Urban.Trails im Ruhrgebiet und der hat es in sich. Urban.Trails sind Stadtwanderwege, die du easy mit den Öffis erreichst und die dir eine moderne Abwechslung zu klassischen Wanderrouten bieten: Lost Places, Fotospots, Kunst im öffentlichen Raum, kulinarische Erlebnisse und grüne Oasen:  alles zwischen Geschichte und Gegenwart. Das einzige Equipment, das du brauchst: fitte Füße und deine Augen für insta-taugliches Hike.Seeing.

Der Trail in Hagen heißt Hagens Höhe.Punkte – und ja, den Namen nimmt er wörtlich. 10,1 Kilometer, rund 3 bis 3,5 Stunden, etwa 270 Höhenmeter im Auf und Ab. Dafür bekommst du alles von Szene bis Natur pur, von Ausblick bis Einblick, von Lost Place bis Hot Spot.

Start: Hauptbahnhof Hagen

Damit die Anreise für alle entspannt ist, starten wir am Hauptbahnhof, genauer gesagt auf dem Vorplatz vor dem Haupteingang. Hier beginnt und endet deine Runde, es ist also eine schöne Rundtour ohne Rückweg-Gefrickel.

Hagen ist super angebunden: Zahlreiche RE-Linien oder S-Bahnen halten in Hagen, sodass ihr ziemlich flexibel seid. Wer mit dem Auto kommt, parkt am Hauptbahnhof, oder z.B. im Parkhaus Volme-Galerie oder im Zentral Parkhaus.

Mein Tipp: Vorher noch schnell Proviant bunkern oder einen Kaffee schnappen, dann kann es losgehen. Orientierung gibt dir unterwegs übrigens das UT-Zeichen, dunkelgrün auf leuchtend gelbem Grund.

Kultur zum Auftakt: Theater Hagen

Über die Bahnhofstraße und die Neumarktstraße läufst du zum Theaterplatz. Das traditionsreiche Theater Hagen steht für die kulturelle Vielfalt der Stadt: von Oper und Ballett bis Schauspiel und Jugendtheater. Also schau vorher mal ins Bühnenprogramm, vielleicht machst du aus deiner Stadtwanderung gleich einen kompletten Kulturtag.

Streetart und Beton: Mural und Bunker Hagen

Weiter geht es über die Humboldtstraße, und hier wird es bunt: Ein großes Mural des Hagener Streetartists Martin Bender empfängt dich – ein echtes Statement der lebendigen Urban-Art-Szene. Merk dir den Namen, du wirst ihn noch öfter lesen.

Danach kommt der Bunker Hagen, ein Relikt aus der Nachkriegszeit, dessen Wände heute künstlerisch belebt werden. Hier darfst du dich ruhig mal ganz klein fühlen – das Ding ist beeindruckend.

Rein ins Grüne: Stadtpark Hagen

Durch eine farbenfroh gestaltete Graffiti-Unterführung und vorbei am Buschey-Friedhof erreichst du den Stadtpark Hagen, eine der ältesten Grünanlagen der Stadt und eine richtige grüne Oase mitten im Urbanen.

Erster Höhe.Punkt: Bismarckturm

Ab hier wird es sportlich. Durch ruhige Parkwege und vorbei an Kleingartenanlagen – typischer geht Pott kaum – steigst du nach und nach bergauf zum Bismarckturm. Von hier hast du einen weiten Blick über Hagen und das Ruhrtal. Der Turm selbst ist nur eingeschränkt zugänglich, die aktuellen Öffnungszeiten findest du auf der Website des Fördervereins Bismarckturm Hagen e. V.

Zweiter Höhe.Punkt: Eugen-Richter-Turm

Auf angenehmen Waldwegen wanderst du weiter zum Eugen-Richter-Turm. Auch hier lohnt sich der kurze Aufstieg, denn das Panorama ist wirklich stark. Bei guter Sicht kannst du von hier aus dem Florian in Dortmund zuwinken. Spätestens jetzt verstehst du, warum der Trail Höhe.Punkte heißt. Aber auch hier gilt wieder, dass der Turm nur eingeschränkt geöffnet ist. Checke auch hier vorher die Öffnungszeiten.

 Lost Place: Kampfbahn Klutert

Bergab geht es zu meinem persönlichen Highlight: der Kampfbahn Klutert, der vergessenen Heimat von Fortuna Hagen. Wo früher Zuschauer über gefallene Tore jubelten, findest du heute überwucherte Tribünen und verwitterte Vereinsgebäude. Eine Sportanlage, die sich die Natur längst zurückerobert hat.

Dieser Ort hat eine ganz eigene, stille Stimmung. Kameraliebhaber:innen: Hier bleibt ihr garantiert länger stehen als geplant. Und wer noch Energie hat, wettet mit der Wandergruppe, wer schneller einmal um die Kampfbahn joggt.

Endspurt: Kreativquartier Wehringhausen

Zum Abschluss kommt der kreativste Teil des Trails. Wehringhausen ist historischer Industriestandort, multikultureller Schmelztiegel und kreative Heimat für Künstlerinnen und Künstler, Murals, Gastronomie und Concept Stores in einem.

Was du hier nicht verpassen solltest:

Kreativquartier WirrWarr – Ateliers, Werkstätten und Galerien, ein lebendiger Ort der Ideen.
Street-Art-Hinterhof Moltkestraße – eine kleine Freiluftgalerie mit weiteren Werken von Martin Bender und anderen Kunstschaffenden.
Einkehren – Zum Buntspecht, Café und Bistro Gegenüber oder die Eisbar entlang der Langen Straße.
Shoppen – Concept Store Onkel Jo sein Laden, ein Plausch beim Stöbern ist Pflicht.

Danach führt dich der Trail zurück zum Hauptbahnhof.

Fazit

Hagen wagt den Spagat zwischen alt und neu, wild und ruhig, oben und unten – ein erfrischender Trail zwischen Großstadtflair und Grünraum. Ich habe die Stadt auf diesen 10 Kilometern noch mal komplett neu kennengelernt: als Waldstadt, als Streetart-Stadt, als Aussichtsstadt.

Also: Schnür die Schuhe, pack dir watt zu trinken ein und los geht es auf den Urban.Trail in Hagen. Und wenn du danach immer noch wander.lustig bist – es gibt ja noch die anderen Urban.Trails im Ruhrgebiet zu entdecken.