von Gastautor / Thema: Erlebnis, Event / am 31. August 2018um10:00

Fußball im Ruhrgebiet – Mehr als nur Sport

Ein turbulentes Bundesliga-Wochenende liegt hinter uns, die Diskussionen um Videoschiedsrichter und Vermarktung im großen Fußballgeschäft reißen nicht ab. Tradition und Leidenschaft findet man heutzutage vor allem an einem Ort – im Ruhrgebiet. Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Fußballvereine wie in der Metropole Ruhr. Was es mit „Pöhlen“ auf sich hat und was den Fußball im Ruhrgebiet so besonders macht, verrate ich Euch in meinem Blogbeitrag.

Das Bild zeigt einen Blick aus dem Spielertunnnel im RWO-Stadion.

Im Ruhrgebiet ist der Fußball für viele Fans eine Art Religion. © RWO/Marion Masuch

Der Verein als zweite Familie

An jedem zweiten Wochenende – mitunter auch unter der Woche – steht für zahlreiche Fans im Ruhrgebiet der Gang ins Stadion an. Seit Jahrzehnten werden dort große Triumphe gefeiert und tragische Niederlagen betrauert. Hier werden Feindschaften ausgetragen und Freundschaften fürs Leben geschlossen. Die Fankultur im Ruhrgebiet ist einzigartig.

Das Bild zeigt jubelnde Spieler des MSV Duisburg.

Am Wochenende darf gejubelt werden! © Nico Herbertz, MSV Duisburg

Der Popularität des Fußballs im Ruhrgebiet ist wohl selbst im fußballfanatischen Deutschland einmalig. Weltberühmt ist etwa das Revierderby, in dem sich Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 gegenüberstehen.

Die große Feindschaft zwischen den beiden Revierklubs ist in Zeiten der Oberliga West entstanden, als der bis dahin erfolgreichste Ruhrgebietsklub Schalke von der Borussia aus Dortmund abgelöst wurde. Noch heute sind die beiden Vereine die mit Abstand erfolgreichsten aus der Region und haben entsprechend auch die größte Anziehungskraft.

FC Schalke 04 – Bergbau-Kult prallt auf Millionengeschäft Bundesliga

Neben fußballerischen Leckerbissen bieten beide Vereine in Form ihrer jeweiligen Stadien auch architektonisch Einzigartiges: Die Veltins-Arena „auf Schalke“ gilt seit ihrer Eröffnung im Jahr 2001 als modernstes Stadion Europas. Besonders beeindruckend sind dabei die technischen Highlights wie die Rasenwanne, das Cabrio-Dach oder der riesige Videowürfel, der über der Mitte des Platzes hängt.

Das Bild zeigt die Veltins-Arena in der Außenansicht.

Die Veltins-Arena auf Schalke beeindruckt mit modernster Stadiontechnik. © Karsten Rabas

Wenn Ihr das Bauwerk aus nächster Nähe betrachten möchtet, empfehle ich Euch, an einer Arena-Tour teilzunehmen. Diese werden von geschulten Stadionführern geleitet, die die Geschichte des Vereins mitgeprägt und -gestaltet haben. Die Touren dauern ca. 75 Minuten. Denkt daran, Euch frühzeitig für einen Termin anzumelden.

Massenphänomen Fußball – Der Dortmunder Signal-Iduna-Park

Doch auch das Stadion des direkten Konkurrenten aus Dortmund, der Signal-Iduna-Park, ist sehenswert. Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich zum ersten Mal an der Bahnhaltestelle der Arena aus dem Zug gestiegen bin und schon von weitem die Stimmgewalt der Fans auf der Südtribüne vernommen habe. Wahnsinn!

Die Heimat der Borussia ist nicht nur das größte Stadion des Ruhrgebiets, sondern auch deutschlandweit. Besonders der Blick auf die einzigartige Südtribüne bereitet mir jedes Mal aufs neue Gänsehautmomente.

Das Bild zeigt die Choreographie der Südtribüne zum Abschied Lukas Podolskis.

Die Choreographie der Südtribüne zum Abschiedsspiel von Lukas Podolski hat mich ins Staunen versetzt.

Auch Borussia Dortmund bietet aufschlussreiche Führungen durch seine Spielstätte an. Tickets können online oder an ausgewiesenen Vorverkaufsstellen erworben werden. Bei Eurem Aufenthalt solltet Ihr auch unbedingt einen Abstecher in das Deutsche Fußballmuseum machen, von dem Euch Nina in ihrem Blogartikel berichtet.

Pure Leidenschaft beim MSV Duisburg

Auch abseits (Wortwitz, versteht Ihr?) der beiden aktuellen Bundeligavereine hat das Ruhrgebiet fußballtechnisch viel zu bieten. Gerade die traditionsgeprägten Vereine aus der Region mobilisieren trotz mäßiger sportlicher Erfolge in den letzten Jahren noch heute zehntausende Fans.

Mein Heimatverein, der MSV Duisburg, hatte in den letzten Jahren mit besonders starken Problemen zu kämpfen: Nach einem lizensbedingten Abstieg in die Drittklassigkeit kämpfte sich der Verein zurück in die 2. Bundesliga und hat vergangene Saison lange um den Aufstieg in die Bundesliga mitgespielt. Dass es am Ende nicht ganz gereicht hat, lag aber mit Sicherheit nicht an den Fans, die ihrem Verein auch in schwierigen Zeiten die Treue halten.

Das Bild zeigt das Zebramaskottchen des MSVs.

Einfach Kult: Das Zebramaskottchen der Duisburger Mannschaft © Nico Herbertz, MSV Duisburg

Rot-Weiss Essen – Fanliebe reißt niemals ab

Die Glanzzeiten von Rot-Weiss Essen liegen ebenfalls schon ein paar Jährchen zurück. Trotz der vergleichsweise niedrigen Spielklasse (Regionalliga West) ist der Verein auch überregional bekannt. Woran das liegt? Ich vermute, dass auch dies viel mit der treuen Fangemeinschaft zu tun hat, denn in der Regionalliga West sind die Zuschauerzahlen im Vergleich zu anderen Teams einsame Spitze. Wenn zu Heimspielen mehr als 10.000 Fans ins Stadion gehen, muss dieser Verein etwas ganz Besonderes sein.

Das Bild zeigt die Haupttribüne des RWE-Stadions.

Keine Seltenheit: Prall gefüllte Tribünen bei Heimspielen von Rot-Weiss Essen © Markus Endberg, RWE

Wenn Ihr selbst einmal in die einzigartige Atmosphäre des Ruhrgebietsfußballs eintauchen möchtet, müsst Ihr definitiv beim nächsten Heimspiel der Essener Mannschaft dabei sein. Ich verspreche Euch, Ihr werdet es nicht bereuen!

VfL Bochum – Eine feste Größe in der zweiten Liga

Und das war längst noch nicht alles! Mit dem Vfl Bochum wartet ein weiterer aktueller Zweitligist auf Euren Besuch. Auch hier habt Ihr die Möglichkeit, bei einer Stadionführung einen Blick in die Katakomben zu werfen. Um an einer Führung im Vonovia Ruhrstadion teilnehmen zu können, müsst Ihr Euch vorher anmelden.

Das Bild zeigt das Vonovia Ruhrstadion am Abend.

Spiele bei Flutlicht sorgen für eine besondere Atmosphäre. © VfL Bochum 1848

Rot-Weiß Oberhausen – Eine Reise in die Vergangenheit

Wir von der Ruhr Tourismus GmbH fühlen uns natürlich zu einem Verein besonders hingezogen: Dem RWO. Nur einen Steinwurf von unserem Büro entfernt liegt das Stadion Niederrhein, in dem die Mannschaft von Rot-Weiß Oberhausen ihre Heimspiele austrägt.

Die Spielstätte wurde am 28. Februar 1926 (!) eingeweiht und gehört damit zu den ältesten Spielstätten der Region. Natürlich wurde das Stadion im Verlauf der Zeit umgebaut und modernisiert, trotzdem hat es nichts von seinem typischen Ruhrpott-Flair einbüßen müssen. Auch hier empfehle ich ausdrücklich einen Besuch!

Das Bild zeigt das Stadion Niederrhein in den späten Abendstunden.

Im Stadion Niederrhein kommen Fußballromantiker voll auf ihre Kosten. © RWO/Marion Masuch

Fußballkultur hautnah erleben

Wer mehr über die Historie des Fußballs im Ruhrgebiet erfahren möchte, dem kann ich neben dem deutschen Fußballmuseum in Dortmund auch die vielen Museen der Vereine ans Herz legen. Sie erzählen Geschichten, die nur der Fußball schreibt.

Ach ja, Ihr wollt sicher noch wissen, was es denn nun mit diesem „Pöhlen“ auf sich hat! Pöhlen ist die ruhrgebietstypische Bezeichnung für Straßenfußball, der hier täglich an jeder Ecke gespielt wird. Auch ich habe früher mit meinen Freunden die Schulranzen als Torpfosten missbraucht und einfach auf der Straße losgekickt. Der einzige Nachteil des Ganzen waren die vielen Unterbrechungen. Denn oft hieß es im Minutentakt: „Vorsicht, Auto!“

Gastautor: Ein Artikel von Tim Prang, der von August bis Oktober 2018 das Team Onlinemarketing der Ruhr Tourismus GmbH als Praktikant unterstützt.


Gastautor Ein Artikel von

Hier berichten unsere Praktikanten und Aushilfen, die uns bei Ruhr Tourismus drei bis sechs Monate im Pressebereich oder Onlinemarketing unterstützt haben, über ihre Erlebnisse im Ruhrgebiet.

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