von Jochen / Thema: Rad / am 16. März 2017um10:00

Mein Saisonauftakt im radrevier.ruhr

Der Frühling ist endlich da im Ruhrgebiet, die Sonne scheint und es soll warm werden! Also rauf aufs Rad und erstmal meine Heimatrunde im radrevier.ruhr drehen, die knappe 50 Kilometer von Essen-Kettwig nach Mülheim, an der Gruga vorbei hoch nach Essen und wieder runter an die Ruhr, über den Baldeneysee zurück nach Kettwig führt. Genau das Richtige zum Warmfahren im März und zwar fast ganz ohne Autoverkehr.

Los geht´s in Essen-Kettwig

Nach einem schnellen Frühstück geht’s los. Morgens um kurz nach acht ist es im März doch noch ziemlich frisch, das Thermometer zeigt knappe vier Grad an, aber am Mittag soll es bis zu 19 Grad werden. Bei der Kleiderwahl ist also Zwiebelprinzip angesagt. An der Ruhrbrücke in Kettwig startet meine heutige Runde durchs radrevier.ruhr. Eine kleine Infotafel liefert gleich ein bisschen Geschichtsunterricht zur Brücke.

Infotafel an der Ruhrbrücke in Kettwig

Infotafel an der Ruhrbrücke in Essen-Kettwig

Mit dem Rad durch die Felder des Ruhrtals

Auf der linken Ruhrseite folge ich dem RuhrtalRadweg durch die Felder nach Mintard. Der Weg ist ein klassischer Feldweg, auf dem das Rad mitsamt Fahrer an Regentagen schön mit Matsche überzogen wird. An trockenen Tagen wie heute ist der Weg dagegen sehr gut zu befahren. Ende März wird diese Strecke asphaltiert, dann wird man auf seinem Fahrrad ganz entspannt durch die Felder gleiten.

Schnell fällt mir die Autobahnbrücke der A 52 ins Auge, die nicht jeder schön finden mag, aber dennoch zur Route der Industriekultur gehört und für den Autoverkehr im westlichen Ruhrgebiet eine wichtige Rolle einnimmt. In Mülheim an der Ruhr gelangen Radler dann endlich wieder direkt ans Wasser.

Stadt – Land – Fluss: Mülheim an der Ruhr

Radfahren direkt an der Ruhr

Radfahren direkt an der Ruhr

Am Schloss Broich im Zentrum Mülheims verlasse ich den RuhrtalRadweg und quere über die Ruhr zum Hauptbahnhof.

Der erste Radschnellweg in Deutschland: der RS 1

Von nun an geht es über die Zukunft der Radmobilität: den Radschnellweg RS 1, der mal von Duisburg bis Hamm quer durch das Ruhrgebiet führen soll. Derzeit ist nur dieses kurze Teilstück von Mülheim an der Ruhr bis Essen fertig. Ich fahre sehr gerne auf dem RS1, auch wenn das Teilstück nicht zu den landschaftlichen Leckerbissen gehört. Ich komme schnell vorwärts und genieße das entspannte Radeln.

Abzweig auf die Grugatrasse in Essen

Den Abzweig zur Gruga sollt man bei dieser Tour nicht übersehen, sonst landet man schnell im Zentrum von Essen. Über die Grugatrasse radel ich anschließend leicht ansteigend hoch bis zur Margarethenhöhe. Auf halben Weg werde ich begrüßt von der Grünen Hauptstadt Europas 2017.

Schild der Grünen Hauptstadt Europas 2017 auf der Grugatrasse in Essen.

Herzlichen Willkommen in der Grünen Hauptstadt Europas 2017

Mit dem Rad durch die Margarethenhöhe in Essen

Diesen kurzen Abstecher durch die Margarethenhöhe solltet Ihr in jedem Fall mitnehmen. Auch mich als Essener zieht es immer wieder gerne mit dem Rad durch die wundervolle Siedlung. Eine außergewöhnliche und wundersame Mischung aus Individualität und Gleichheit durchzieht die Gartenstadt, die einst von Margarethe Krupp errichtet wurde.

Gasthaus zur Margarethenhöhe auf der Margarethenhöhe in Essen.

Die Margarethenhöhe in Essen

Entspanntes Bahntrassenradeln in Essen

Die Bahntrasse führt dann weiter hoch bis zur Gruga, deren Besuch ich Euch zu fast jeder Jahreszeit wärmstens empfehle. Der Eingang ist direkt von der Bahntrasse kurz hinter dem markanten Hundertwasserhaus möglich.

Das Hundertwasser-Haus im Grugapark in Essen.

Das Hundertwasserhaus im Grugapark Essen

Für mich geht es aber schön bergab direkt weiter bis zur Ruhr, wo ich hinter einer Straßenunterführung scharf nach rechts wieder auf den RuhrtalRadweg abbiege.

Der RuhrtalRadweg

Damit wird es also wieder schön ebenerdig bei meiner Tour durchs radrevier.ruhr und ich rolle entspannt durch das Ruhrtal Richtung Baldeneysee.

Kurz vor dem See passiere ich noch eine kleine Perle der Industriekultur, die wohl kaum jemand kennt. An der „Geologischen Wand Kampmannsbrücke“ befinden sich noch zwei historische Stolleneingänge, sogenannte Mundlöcher. Die Kohlenwagen und der Kreiselkipper vor dem Stollen Angelika sind gern gewählte Fotomotive.

Das Mundloch des Stollen Angelika an der „Geologischen Wand Kampmannsbrücke“

Das Mundloch des Stollen Angelika

Der Baldeneysee im Essener Süden

Es folgt der größte See der Ruhr – der Baldeneysee, der 1931 bis 1933 für die Wasserversorgung gebaut wurde und heute ein beliebtes Naherholungsgebiet und natürlich auch ein schönes Radrevier ist. Nur am Wochenende tummeln sich hier manchmal etwas zu viele Leute für meinen Geschmack, da sollte man den See lieber meiden.

der Baldeneysee im Essener Süden

Der Baldeneysee im Essener Süden

Heute passt es und ich fahre über das Südufer mit schönem Blick auf den Zechenturm Karl Funke und die weltbekannte Villa Hügel schnell Richtung Essen-Werden.

Auch in Werden fahre ich an zwei kleinen, nahezu unbekannten, dafür aber wirklich schönen Orten der Industriekultur vorbei. Die ehemalige Schleuse Neukirchen und die Papiermühlenschleuse erfüllen heute keine Funktion mehr, blieben aber der Nachwelt erhalten und erzählen heute von der Geschichte der industriellen Ruhrschifffahrt.

Wo früher Pferde Lastenkähne die Ruhr hoch zogen, wurde aus den damaligen Leinpfaden (oder auch Treidelpfaden genannt) an vielen Stellen der heutige RuhrtalRadweg.

Der RuhrtalRadweg zwischen Werden und Kettwig

Der RuhrtalRadweg zwischen Werden und Kettwig

Nach einer tollen Frühlingstour durchs Ruhrgebiet bei bestem Wetter komme ich mittags wieder in Kettwig an. Die Cafés und Restaurants sind bereits gut gefüllt und ich freue mich, dass sich einige Bäume vor der Kettwiger Altstadt bereits in ein schickes, weißes Blütenkleid geworfen haben. Am meisten freue ich mich aber auf die startende Radsaison, hier an der Ruhr, hier im radrevier.ruhr!

Die Altstadt von Essen-Kettwig

Die Altstadt von Essen-Kettwig


Jochen Ein Artikel von

Ich heiße Jochen und bin gebürtiger Essener. Nach meinem Geographiestudium in Trier zog es mich direkt zurück ins Ruhrgebiet, denn hier fasziniert mich die besondere Mischung aus Großstadttrubel und ländlicher Idylle. Am liebsten erkunde ich die Region mit dem Rad und ich freue mich darüber, dass ich diese Leidenschaft über meinen Beruf als Projektverantwortlicher des radrevier.ruhr mit vielen Menschen teilen kann. Daher stelle ich Euch regelmäßig Tourentipps vor und hoffe, auch in Euch die Begeisterung für das radrevier.ruhr zu entfachen.

2 Reaktionen (2 Kommentare)
  • FredNick schrieb am 9. Juni 2017:

    Sehr schöne und attraktive Rundfahrt. Im Blog nett beschrieben.
    Schade, dass die Druckfunktion so versteckt erst auf der KOMOOT-Seite zu finden ist.
    Vielleicht sind die Einzelkarten und Wegpunkte doch zu detailliert dargestellt.

    • Jochen
      Jochen schrieb am 9. Juni 2017:

      Hallo FredNick,
      zunächst natürlich „Danke für die Blumen“! Die Tour ist meine Heimatrunde, die ich regelmäßig fahre und mir auch selber immer riesig Spaß macht.
      Den Link zur Druckversion werden wir ebenso wie den Download der GPX-Daten direkt in den Blog mit aufnehmen, das ist ein guter Hinweis. Die Druckfunktion selber kommt von Komoot, da haben wir leider keinen Einfluss. Wir arbeiten aber an einem eigenen Tourenplaner und können dann hoffentlich ab der Saison 2018 eine optimierte Druckversion im eigenen Tourenplaner anbieten.
      Ich wünsche Dir und natürlich auch allen anderen ein schönes Radwochenende und viel Spaß beim Nachradeln
      Jochen


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