von Gastautor | 9. Juli 2020 | KATEGORIEN Erlebnis | 0 Kommentare

„Es grünt so grün“ – dieses bekannte Zitat aus dem Musical „My Fair Lady“ beschreibt das Ruhrgebiet nur zu gut, wie ich finde. Neben zahlreichen Naturschutz-, Wander– und Waldgebieten sind es vor allem auch die wunderschönen Parkanlagen, Grünflächen und Gärten, die zu ausgedehnten sowie entspannten Spaziergängen und besonderen Naturerlebnissen einladen. Inmitten der grünen Oasen könnt Ihr die Seele mal so richtig schön baumeln lassen, das Kitzeln der Sonnenstrahlen auf Euren Nasen spüren und die bunten Farben blühender Pflanzen und duftender Blumen genießen – herrlich, oder? 😊 Ich habe drei Parks im Ruhrgebiet besucht und erzähle Euch, was es dort alles zu entdecken gibt.

Die schönsten Parks im Ruhrgebiet – Auf Entdeckungstour im Botanischen Garten Rombergpark

Der Botanische Garten Rombergpark in Dortmund gehört eindeutig zu meinen Lieblingsparks im Ruhrgebiet! Mit seinen 68 ha ist der Park nicht nur groß, sondern wirklich riesig – hier kann jeder Naturliebhaber gut einen ganzen Tag verbringen, immer wieder neue Wege, Pfade oder verborgene Winkel erkunden und tolle Fotospots entdecken!

Das Bild zeigt Blumen im Rombergpark Dortmund.
Überall prächtige Farbenspiele am Wegesrand

Der Park blickt auf eine lange Geschichte zurück, die teilweise auch heute noch immer zu spüren ist. Seine Ursprünge gehen auf das klassizistische Wasserschloss Brünninghausen zurück, das der Familie von Romberg gehörte. Im Auftrag der Adelsfamilie wurde der Park in den Jahren 1820 bis 1822 auf ihren Ländereien nach englischem Vorbild angelegt. Gut ein Jahrhundert später übernahm die Stadt Dortmund den Park und errichtete dort einen botanischen Garten mit zahlreichen exotischen Pflanzen und Bäumen aus aller Welt. Mittlerweile könnt Ihr im Botanischen Garten Rombergpark über 4.500 verschiedene Gehölzarten und -sorten bestaunen.

Das Bild zeigt das Torhaus am Rombergpark
Das Torhaus ist der einzig erhaltene Bestandteil des Wasserschlosses

Los geht es am Torhaus

Ich starte meinen Spaziergang am Torhaus des Parks, das 1861 erbaut wurde und das einzig erhaltene Teil des ehemaligen Schlosses darstellt. Heute befindet sich hier eine städtische Kunstgalerie.

Das Bild zeigt den Teich im Rombergpark
Hier kann man wunderbar spazieren gehen mit einem richtig schönen Blick auf den großen Teich

Kaum befinde ich mich auf dem Parkgelände, merke ich, dass sich eine wohlige Ruhe in mir ausbreitet. Was mir sofort auffällt, ist das fröhliche Vogelgezwitscher um mich herum. Überall aus den Bäumen trällern, summen und singen die kleinen Piepmätze munter vor sich hin und verbreiten damit eine unglaublich gute Laune. Es ist Sommer, es ist herrliches Wetter, die Sonne scheint und der Park lädt mit seinen verschlungen Wegen, bunten Farben und lebhaften Geräuschen dazu ein, abzuschalten, den Kopf freizubekommen und zu entspannen. Diese Einladung nehme ich nur zu gerne an!

Der Park ist recht gut besucht. Eltern, bepackt mit Rucksack und Kinderwagen, steuern mit ihren Kindern, die freudig Eimer und Schippe in ihren Händchen halten, den großen Spielplatz an. Ältere Menschen sitzen auf den Bänken rund um den großen See, unterhalten sich, dösen oder genießen einfach den Ausblick von ihren schattigen Plätzchen aus. Jogger drehen – teilweise entspannt, teilweise doch arg nach Luft schnappend – ihre Runden. Und auch kleine Gänsefamilien scheinen den sonnigen Tag für einen Familienausflug nutzen zu wollen und laufen einem immer mal wieder rege schnatternd und gackernd über den Weg.

Leuchtende Farben entlang des Weges

Das Bild zeigt einen Weg im Rombergpark
Immer wieder entdecke ich neue wunderschöne Wege

Dennoch ist der Park groß genug, sodass sich alles gut verteilt. Tatsächlich habe ich, wenn ich die Hauptwege verlasse, teilweise das Gefühl, ganz allein im Park zu sein. Minutenlang sehe ich dann keine Menschenseele und vernehme nur das Surren um mich herum, den Wind, der die Blätter der Bäume leise rascheln lässt und das muntere Vogelgezwitscher. So lassen sich die bunten Blumen, die hier um die Wette strahlen, besonders gut bestaunen. Ich kann mich an den ganzen leuchtenden Farben gar nicht satt sehen. So auch im Clematisgarten, in dem verschiedenste Clematis-Sorten an kunstvollen Rankhilfen emporwachsen.

Entlang der Wege gibt es überall Hinweisschilder, die über verschiedene Pflanzen- und Tierarten sowie landschaftliche Besonderheiten informieren – so kann man hier noch richtig was lernen. Regelmäßig werden übrigens außerdem auch Führungen durch den Park angeboten.

Das Bild zeigt eine Informationstafel im Rombergpark Dortmund
Durch die vielen Informationstafeln kann man im Park richtig was lernen

In der geheimnisvollen Moorlandschaft schön auf den Wegen bleiben!

Bald komme ich an der Heide- und Moorlandschaft an. Auch hier herrscht komplette Ruhe – ich vernehme lediglich meine Schritte auf dem sandigen Weg. Das schwarze Moor dümpelt zwischen dem satten Grün drumherum vor sich hin – dieser Teil des Parks hat eindeutig etwas Geheimnisvolles an sich, ist weniger farbenfroh aber genauso schön und beeindruckend wie der Rest der Parkfläche.

Eure Hunde dürfen Euch hier allerdings nicht begleiten, denn die Pflanzen sind in diesem Bereich teilweise sehr empfindlich. Zudem ist die Moorlandschaft nicht ganz ungefährlich: Wer nicht im Moor versinken möchte, sollte lieber auf den Wegen bleiben – nur als kleiner Tipp am Rande. 😉

Weiter geht es, ich lasse die Moorlandschaft hinter mir. Bald sind die Wege wieder gerahmt von einer vielfältigen Blumenpracht. Überall im Park stehen Bänke, die zum Verweilen einladen, überall gibt es schattige sowie sonnige Plätzchen zum Ausruhen, manchmal auch gerade zu versteckt zwischen den außergewöhnlichen Bäumen und Pflanzen, deren exotische Namen durch kleine Hinweisschilder preisgegeben werden.

Ich laufe vorbei an den großen Staudenbeeten, den Heilkräutergärten und dem botanischen Schulgarten.

Das Bild zeigt einen grünen Weg im Rombergpark Dortmund
Die Sonne scheint, das Wetter ist herrlich und der Park einfach nur schön – so lässt sich ein Sommertag genießen!

Am Wegesrand entdecke ich kleine Igel-Häuschen, hier scheint jedoch gerade niemand zu Hause zu sein. Das Wetter ist ja auch viel zu schön, um in den eigenen vier Wänden zu verharren.

Bald gelange ich ins Primel- und Farntal. Dieses wird vom roten Bach durchflossen, der leise vor sich hinplätschert.

Das Bild zeigt das Primel- und Farntal im Rombergpark Dortmund
Das Primel- und Farntal ist besonders grün!

Rot ist der Bach, da er rosthaltiges Grubenwasser aus der damaligen Steinkohlezeche „Glückaufsegen“ enthält. Fische und Insektenlarven können in dem Bach übrigens nicht überleben, da der Ockerschlamm ihre Atmungsorgane verstopft.

Das Bild zeigt den roten Bach im Rombergpark Dortmund
Der rote Bach aus der Zeche Glückaufsegen plätschert durch das Primel- und Farntal.

Eine Reise durch die Botanik der Welt

Ich lasse das Primel- und Farntal hinter mir und komme am Café Orchidee vorbei. Wer zwischendurch mal eine Verschnaufspause braucht, kann es sich hier unter anderem auf der großen schönen Terrasse gemütlich machen und allerlei Köstlichkeiten probieren oder sich einen großen Eisbecher schmecken lassen. Direkt hinter dem Café warten außerdem die vier Pflanzenschauhäuser, aufgeteilt in ein Kakteen-/Sukkulentenhaus, ein Farnpflanzenhaus, ein Regenwaldhaus und ein Tasmanienhaus. Ich lasse die Pflanzenschauhäuser an diesem Tag jedoch aus und laufe lieber weiter Richtung Talwiese.

Das Bild zeigt eine Schafsherde im Rombergpark Dortmund
Plötzlich steht auf der großen Wiese eine komplette Schafsherde

Hier bietet sich ein herrlich weiter Blick aufs Grün, sodass ich das Gefühl bekomme, mich inmitten der tiefsten Natur zu befinden und es mindestens einen Tagesmarsch bis zur nächsten größeren Straße braucht. Bald vernehme ich plötzlich ein entferntes Blöken – und erblicke eine große Schafsherde auf der Wiese! Ein schöner Anblick ist das!

Das Bild zeigt den großen Teich im Rombergpark Dortmund
Von der kleinen Brücke ist der Blick auf den See besonders schön

Genauso schön ist der Anblick auf den großen Teich – umgeben von üppigen Sträuchern, großen Bäumen, vielen Sitzmöglichkeiten und Aussichtspunkten finden sich hier besonders nette Plätzchen zum Verweilen.

Das Bild zeigt einen Bach im Rombergpark Dortmund
Überall im Park warten verschlungene Wege und Pfade

Über eine kleine Brücke gelange ich zum Geographischen Arboretum – hier könnt Ihr eine kleine Weltreise durch die Botanik Nordamerikas, Südamerikas oder Asiens unternehmen. Wie immer hatte ich einen unglaublich schönen Nachmittag im Botanischen Garten Rombergpark. Dieser Park hat hat wirklich seinen ganz eigenen Charme!

Das Bild zeigt Sumpfzypressen im Rombergpark Dortmund
Die Sumpfzypressen bieten einen tollen Anblick!

Die schönsten Parks im Ruhrgebiet – Farbenfroher Spazierganz durch den Grugapark Essen

Obwohl ich inzwischen seit gut zwei Jahren in Essen wohne, habe ich den beliebten Grugapark bisher tatsächlich noch nicht besucht. Das möchte ich nun endlich ändern. Erzählungen von Freunden sowie ein Blick auf die Website schüren hohe Erwartungen. Ich bin gespannt. 😊

Das Bild zeigt Blumen im Grugapark
Die ganzen bunten Farben machen richtig gute Laune

Der Grugapark ist aus der Großen Ruhrländischen Gartenbauausstellung im Jahr 1929 hervorgegangen und gehört zu den größten Parkanlagen in Europa. Der Park ist nicht nur ein Anziehungspunkt für Spaziergänger, sondern auch für Sportler, Tierliebhaber, Musikbegeisterte, Leckerschmecker, Kunstinteressierte oder Pflanzenkenner. So könnt Ihr hier Beachvolleyball spielen, über die Rollschuhbahn düsen, Trampolin hüpfen, Euch im Irrgarten verlaufen, tierische Erlebnisse genießen, Konzerte besuchen oder Euch einfach auf den großen Wiesen sonnen. Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass ich sie hier nicht alle aufzählen kann.

Allerdings stehen aufgrund der Corona-Krise derzeit nicht alle Angebote zur Verfügung. Erkundigt Euch am besten vorher auf der Website, welche der Attraktionen geöffnet sind, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Das Bild zeigt einen kleinen Teich im Grugapark Essen
Hier kann man es sich gut gehen lassen!

Ich beginne meinen Parkbesuch am Eingang Orangerie. Es gibt allerdings zahlreiche andere Eingänge, von denen aus Ihr Euren Tag starten könnt. Auch heute habe ich Glück mit dem Wetter. Es ist noch früh am Morgen, die Sonne scheint und es ist noch ziemlich leer. Ich merke allerdings, dass ich ein wenig unvorbereitet bin. Ich habe mir zuvor keine Gedanken darüber gemacht, was genau ich mir eigentlich anschauen möchte und habe keine Ahnung, wo sich denn nun welche Attraktion befindet. Wer ein bestimmtes Ziel ansteuert und nicht lange suchen möchte, sollte sich angesichts der Größe des Parks auf jeden Fall vorher genauer informieren. Nun, ich habe an diesem Tag Zeit und lasse mich einfach von meinen Füßen tragen. Kopf aus, Entspannungs-Modus an, los geht es!

Zahlreiche schöne Plätze zum Verweilen

Ebenso wie im Botanischen Garten Rombergpark zeichnet sich auch der Grugapark durch eine wunderschöne Farbenpracht aus, die mich direkt vom ersten Moment an fasziniert. Überall entlang der Wege blühen bunte Blumenbeete, es schwirrt und summt überall, und auch hier sind die Vögel sehr musikalisch und verwöhnen die Spaziergänger mit selbst komponierten Melodien – dazwischen erklingen allerdings auch immer mal wieder Straßengeräusche.

Das Bild zeigt Gänse im Grugapark Essen
Überall im Grugapark finden sich Plätze zum Verweilen und Entspannen

Möglichkeiten zum gemütlichen Verweilen gibt es überall im Park. Erste Besucher haben es sich bereits mit Decken oder Klappstühlen auf den großen Wiesen gemütlich gemacht und sonnen sich genüsslich – noch mit weißen Sonnencreme-Tupfern im Gesicht. Die meisten Bänke sind zu dieser Tageszeit jedoch noch leer. Das nutze ich aus und lasse mich auf einer Bank direkt an einem See nieder. Neben mir erwacht gerade eine große Entenfamilie. Während die einen noch schlummern und sich die anderen bereits für den Tag schick machen, indem sie ihr Gefieder putzen, torkelt eine der Enten schon einmal, zwar noch etwas schläfrig, aber dennoch zielgerichtet, ins kühle Nass. Muss das erfrischend sein! Ich beobachte die Morgenrituale der Entenfamilie eine Weile und genieße die Ruhe. Dann laufe ich weiter Richtung Streichelzoo.

Das Bild zeigt Bänke im Grugapark Essen
Auch die kleine Entenfamilie erwacht langsam und startet in den Tag

Dieser ist an dem Tag, genau wie viele andere Tierattraktionen, leider geschlossen. Ist zwar schade, allerdings gönne ich den Tieren ehrlich gesagt auch ihre Ruhe.

Das Bild zeigt Pferde im Grugapark Essen
Die Pferde kann man momentan nur aus der Ferne beobachten

Ich spaziere langsam weiter, vorbei am Pergolagarten, dem Modelltruck-Parcours, den Tischtennis-Plätzen, der Ballspielwiese und dem Beachvolleyball-Platz Richtung Rosengarten.

Das Bild zeigt den Rosengarten im Grugapark Essen
Eins meiner Highlights: Der wunderschöne Rosengarten

Farbenpracht im Rosengarten

Auch hier ist noch recht wenig los, sodass ich das bunte Farbenspiel in Ruhe auf mich wirken lassen kann. Auf dem angelegten Teich, in der Mitte des Rosengartens, blühen Seerosen auf der spiegelnden Oberfläche und ich meine, ein leises Quaken zu hören.

Das Bild zeigt den Rosengarten im Grugapark Essen
Hier kann man komplett zur Ruhe kommen

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber beim Anblick der wunderschönen Blumen wird meine Laune noch besser. Dies ist definitiv einer der schönsten Orte im Park!

Ebenso schön ist der Garten der Sinne. Hier könnt ihr die verschiedenen Pflanzen mit all Euren Sinnen entdecken. Dazu gibt es ein Leitsystem durch den Garten, das als Rundweg verläuft.

Das Bild zeigt den Garten der Sinne
Jeder Bereich des Parks ist wunderschön und mit viel Liebe zum Detail angerichtet

Kleine Hinweisschilder verraten Euch, wann ihr beispielsweise besonders aufmerksam schnuppern solltet, um den Duft der Rosen oder der verschiedenen Kräuter besonders intensiv wahrzunehmen. Das ist auf jeden Fall mal etwas anderes!

Das Bild zeigt Alex im Garten der Sinne
Wie fühlen sich denn die Pflanzen an?

Tiefenentspannt verlasse ich den Garten der Sinne und durchlaufe den Heilkräutergarten und den Bauerngarten. Kurz wird die Ruhe durch das entfernte Bimmeln der Grugabahn durchbrochen, die durch den ganzen Park fährt. Wer hiermit fahren möchte, sollte zurzeit übrigens seine Maske nicht vergessen.

Während des Spaziergangs begegnen einem immer wieder Informationsschilder, die über die verschiedenen Pflanzenarten informieren. So kann man auch hier, genau wie im Botanischen Garten Rombergpark, gleich noch ein bisschen schlauer werden.

Das Bild zeigt eine Statue im Grugapark
Überall im Park stehen Statuen – diese gefällt mir besonders gut

Meine Füße tragen mich weiter Richtung Moor-, Heide-, und Waldtal.

Auch hier fasziniert der Park durch sein herrliches Grün! Der Spazierganz wird hier durch Baumstamm-Wege, verschlungene Pfade und steinerne Treppen nochmal zum echten Abenteuer.

Langsam neigt sich mein Parkbesuch dem Ende. Ich gönne mir noch ein kleines Eis zum Abschluss und lasse den Spaziergang Revue passieren. Obwohl ich längst nicht alles erkunden konnte (ich weiß nicht, ob das an einem Tag überhaupt möglich ist), habe ich unglaublich verschiedene Eindrücke sammeln können. Eins weiß ich sicher: Das war definitiv nicht mein letzter Tag im Grugapark!

Das Bild zeigt ein Eis im Grugapark
Nach der ganzen Lauferei muss ein Eis zum Abschluss einfach sein

Die schönsten Parks im Ruhrgebiet – Geschichte im Hertener Schlosspark erleben

Der dritte Ruhrgebiets-Park, den ich erkunden möchte, ist der Hertener Schlosspark, der direkt am Rande der Hertener Innenstadt liegt.

Das Bild zeigt den Hertener Schlosspark
Der Schlosspark Herten steckt voller Geschichte

Gestaltet wurde der Schlosspark vom Jahr 1650 bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts als barocke Gartenlage. Da das aber bald nicht mehr so angesagt war, wurde der Park in den Jahren 1814 bis 1817 umgestaltet, und zwar nach dem Vorbild des englischen Landschaftsgartens. Somit ist der Hertener Schlosspark der einzige Park im Ruhrgebiet, in dem sowohl die ursprünglich barocken Strukturen als auch die englische Prägung eines Landschaftsparks zu erkennen sind. Klingt spannend, das möchte ich mir natürlich genauer anschauen.

Auch der Schlosspark ist über mehrere Eingänge zugänglich. Als ich den Park betrete, fällt mir sofort auf, dass diese Anlage dunkler und weniger farbenfroh wirkt. Dennoch begeistert mich auch hier die Natur, große Bäume werfen ihre Schatten, Büsche und Sträucher säumen den Weg und überall hoppeln kleine Hasen über die Wiesen. Auch hier zeigt sich das Ruhrgebiet wieder von seiner grünen Seite!

Der Park ist recht gut besucht. Auf dem großen Spielplatz toben Kinder, während die Eltern sich, auf den umstehenden Bänken sitzend, unterhalten. Hunde rennen tobend über die Wiesen und ignorieren, komplett vertieft in die Rangeleien, die Rufe ihrer Herrchen. Radfahrer radeln entspannt über die Wege und ein paar Jugendliche sitzen zusammen und hören Musik. Doch auch hier ist genügend Platz, sodass sich alles gut verteilt und man in Ruhe spazieren gehen kann.

Schloss Herten – ein imposanter Anblick

Das Bild zeigt das Schloss Herten
Das Schloss Herten ist eng mit der Geschichte des Parks verbunden

Schnell gelange ich zum Wasserschloss Herten, das einen imposanten Anblick bietet. Die Entstehung des Parks ist eng mit der Geschichte des Wasserschlosses verflochten. Im Besitz des Grafen Nesselrode war der Park Jahrhundertelang von hohen Mauern umgeben und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, tatsächlich bis zum Jahr 1974! Da weiß man gleich viel mehr zu schätzen, dass es heute möglich ist, hier seine Zeit zu verbringen.

Das Bild zeigt das Schloss Herten
Überall im Park finden sich Bänke, auf denen man die Ruhe genießen kann

Allerdings ist es der gräflichen Familie zu verdanken, dass damals immer wieder wertvolle und exotische Gehölze in den Schlosspark eingeführt wurden. So findet Ihr heute auch hier eine unglaubliche botanische Vielfalt mit Pflanzenarten aus aller Welt.

Überall am Wegesrand erzählen Hinweisschilder die Geschichte des Parks. So erfahrt Ihr hier mehr über die Narzissenwiese, den Rosengarten oder den Theaterplatz. Von dem Rosengarten bin ich dann allerdings ein wenig enttäuscht – wirklich schön ist dieser nämlich nicht.

Ich spaziere vorbei an der Orangerie, die mittlerweile zu einer Ruine verfallen ist und komme bald am „Tabakhäuschen“ an. Dieses kleine Gartenhaus wurde damals von den Söhnen einer Gräfin Nesselrode als Raucherkabinett genutzt, da das Rauchen, damals noch eine neumodische Attitüde, im Schloss verpönt war. Heute informiert der Naturschutzbund Deutschland hier über die Tiere im Park.

Insgesamt ist der Hertener Schlosspark ein typischer Stadtpark, der meiner Meinung nach zwar nicht so schön wie die anderen beiden Parks ist, sich aber ebenso herrlich zum Spazierengehen und Verweilen anbietet. Zudem wurde mir hier besonders deutlich, dass die Parkanlagen im Ruhrgebiet oftmals von einer unglaublich interessanten und langen Geschichte geprägt sind. Und das macht so einen Spaziergang gleich noch viel abwechslungsreicher.

Die schönsten Parks im Ruhrgebiet – Mein Fazit

Das Ruhrgebiet hat unglaublich schöne und vielseitige Parkanlagen zu bieten, die definitiv einen Besuch wert sind! Mein Lieblingspark ist und bleibt der Rombergpark, aber auch der Grugapark und der Hertener Schlosspark begeistern mit ihrer blühenden Natur, ihrer Geschichte und den vielseitigen Freizeitmöglichkeiten. Jeder Parkbesuch war für sich genommen ein unglaublich schöner und entspannter Ausflug 😊 In welchen Ruhrgebiet-Parks verbringt Ihr am liebsten Eure Zeit?

Ein Artikel von Alexandra Hekel, die das Team Onlinemarketing als studentische Aushilfe unterstützt.

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Es grünt so grün

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Alle Infos auf einen Blick

Botanischer Garten Rombergpark
Am Rombergpark 35a
44225 Dortmund
Website: www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/rombergpark

Grugapark Essen
Virchowstraße 167a
45147 Essen
Website: www.grugapark.de

Schlosspark Herten
Im Schlosspark
45699 Herten
Website: www.herten.de/kultur-und-freizeit/sehenswuerdigkeiten/schloss-schlosspark

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