von Sandra | 1. Oktober 2020 | KATEGORIEN Genuss, Rad, Shopping | 4 Kommentare

Radfahren ist beliebter denn je und das Urlaubsjahr 2020 war aufgrund des Coronavirus ein sehr schwieriges. Warum also nicht mal Radfahren und Urlaub in Deutschland verbinden? Ich fahre bereits viel mit dem Fahrrad. Vor zwei Jahren bin ich für meinen 10 Kilometer langen Arbeitsweg sogar vom Auto auf das Fahrrad umgestiegen. Aber Urlaub mit dem Rad? Ist das cool? Wie geht das überhaupt? Wenn ich das nicht in diesem besonderen Urlaubsjahr ausprobiere, wann dann? Einfach mal machen und so steht der Plan, meinen ersten Radurlaub zu verbringen.

Mit dem Fahrrad von Winterberg nach Duisburg

Ich wohne im Ruhrgebiet und da bietet sich der RuhrtalRadweg von Winterberg bis Duisburg geographisch einfach perfekt an. Außerdem möchte ich nicht unterschlagen, dass der RuhrtalRadweg seit Jahren in den Top 3 der beliebtesten Flussradwege vertreten ist. Ok, jetzt muss ich natürlich auch zugeben, dass ich genau für diesen Radweg das Marketing mache und ihn somit recht gut kenne. Gefahren bin ich ihn dementsprechend auch schon, allerdings bisher stets nur in vielen einzelnen Etappen. Jetzt möchte ich eine echte Radreise von Anreise über Übernachtung bis hin zu miesem Wetter (gehört ja irgendwie auch dazu) machen!

Das Foto zeigt das RuhrtalRadweg Logo
Das RuhrtalRadweg Logo wird mich während meines gesamten Urlaubs begleiten.

Planung ist das A und O, so geht’s!

Erfahrene Fahrradfahrer, die bereits einen Radurlaub erlebt haben, werde ich mit einigen Teilen meines Reiseberichtes wahrscheinlich langweilen (Liebe Radler mit Erfahrung, bitte überspringt den ersten Teil), aber für alle, die solch einen Aktivurlaub zum ersten Mal in Erwägung ziehen, wird dieser Artikel eine Hilfe sein.

Los geht’s mit der Planung: Die wichtigsten Infos habe ich Euch hier mal veranschaulicht. Mich erwarten 240 Kilometer Strecke und der erste Schritt ist die Planung der Etappen. Wie viele Kilometer schaffe ich konditionell und zeitlich an einem Tag, wie viel möchte ich am Wegesrand sehen, wann reise ich an, um in Winterberg zu starten. All diese Faktoren fließen in Eure individuelle Planung ein. Auf der RuhrtalRadweg Website plane ich mithilfe der Kilometerangaben zu den einzelnen Städten meine Etappen.

Das Foto zeigt eine Zusammenfassung der wichtigsten Infos zum RuhrtalRadweg: Streckenverlauf, Höhenmeter, Kilometer
Zusammenfassung der wichtigsten Infos zum RuhrtalRadweg: Streckenverlauf, Höhenmeter, Kilometer

Ich persönlich entscheide mich dafür, mir Zeit zu nehmen, um viel zu sehen oder auch mal ein bisschen durch die Städte zu bummeln. Hinzu kommt, dass ich morgens mit dem Zug von Bottrop nach Winterberg reise und dort dann erst ab Mittag mit dem Rad starten kann. So entstehen für mich vier Übernachtungen mit folgenden Etappen (alle Kilometerangaben inklusive der Wege zum jeweiligen Hotel):

  • Tag 1: Bahnanreise, danach Winterberg bis Meschede (ca. 45 km)
  • Tag 2: Meschede bis Fröndenberg (ca. 70 km)
  • Tag 3: Fröndenberg bis Bochum (Stiepel) (ca. 65 km)
  • Tag 4: Bochum (Stiepel) bis Essen (Kettwig) (ca. 65 km)
  • Tag 5: Essen bis Duisburg (ca. 35 km) und Fahrt nach Hause (ca. 30 km)

Hotelbuchung: Worauf muss ich achten?

Nun suche ich mir Hotels raus, die zu meinen Tageskilometern und schließlich auch zu meinem Budget passen. Tipp: Alle gelisteten Unterkünfte auf der RuhrtalRadweg Website sind bett+bike zertifiziert, das hat für Euch den Vorteil, dass sie Gäste auch nur für eine Übernachtung aufnehmen und einen abgeschlossenen Raum für Eure Räder bereitstellen. Weitere Pluspunkte für Radler: notwendiges Werkzeug, Kartenmaterial usw.

Hotels im Voraus buchen oder spontan vor Ort? Das solltet Ihr von Eurer Reisezeit abhängig machen. An Wochenenden oder über Feiertage rate ich Euch, die Hotels im Voraus zu buchen. Radfahren ist so beliebt wie nie und der RuhrtalRadweg gut frequentiert. Ich bin montags gestartet und freitags wieder nach Hause gefahren, eigentlich nicht die typischen Urlaubstage, an denen man volle Hotels erwartet. Trotzdem hatte ich meine Übernachtungen bereits im Voraus gebucht. Vielleicht ist es auch eine Sache des Sicherheitsgefühls, aber für mich kam hinzu, dass ich täglich ein festes Ziel hatte und auch wusste, wo ich am Abend hin musste.

Die Anreise zum RuhrtalRadweg: Bahn oder Auto?

Meine Unterkünfte sind gebucht und ich suche meine Bahnverbindung für die Anreise raus. Es gilt immer, dass man in Dortmund umsteigen muss, um nach Winterberg zu kommen. In meinem Fall sorgten Bauarbeiten zusätzlich dafür, dass ich einen Teil der letzten Strecke mit einem Schienersatzverkehrbus (mit Fahrradanhänger!) bewältigen musste. Für alle, die mit dem Auto anreisen möchten: In Winterberg könnt Ihr Euer Auto kostenfrei am Start des RuhrtalRadwegs, nämlich dem Bahnhof, abstellen. In Duisburg geht das auch, kostet allerdings Parkgebühren.

Das richtige Packen oder: Was muss eigentlich wirklich mit?

Hier gilt: Weniger ist mehr und ich verspreche Euch, das geht viel einfacher als man denkt! Auch als Frau war ich überrascht, wie wenig Gepäck man eigentlich benötigt. Natürlich kann man auch mit Koffern reisen, muss sich dann allerdings einen Gepäcktransfer (zum Beispiel bei RevierRad) buchen, der zusätzliche Kosten verursacht.

Das Foto zeigt alles, was man auf einer Tour auf dem RuhrtalRadweg dabei haben sollte
Mit der richtigen Kleidung und dem Zwiebelprinzip kommt man locker mit Fahrradtaschen aus

Ich gebe Euch aber einfach mal ein paar Tipps, wie Ihr auch mit Fahrradgepäcktaschen wunderbar zurechtkommt:

  • Sporthosen statt Jeans (sind nicht nur bequemer beim Fahren, sondern sparen auch ordentlich Platz in der Tasche)
  • Zwiebel-Look (wie ungemein praktisch das ist, lest Ihr im Laufe des Artikels), Hauptvorteil beim Packen ist, dass man lediglich Wechsel-Shirts einpacken muss und den Rest dann über die Jacken regelt)
  • Für Hartgesottene: Waschpulver mitnehmen und die benutzte Kleidung Abends im Hotel waschen

Die wichtigsten Dinge, die auf keinen Fall auf Eurer Tour fehlen dürfen sind:

  • Fahrradhose mit Polsterung zum drunter ziehen (Euer Allerwertester wird es Euch danken!)
  • Regenjacke und -hose, bestenfalls sogar auch noch Gamaschen (mein persönliches „Must have“ im Alltagsradeln, um meine Schuhe vor Matsch zu schützen)
  • Handschuhe und Stirnband (falls es morgens kühler ist)
  • Brille (am besten eine normale und eine Sonnenbrille, beide verhindern, dass Wind, Regen oder Fliegen Eure Sicht trüben)
  • Notfall-Werkzeug und ein kleines Erste-Hilfe-Set (man weiß ja nie)
  • Navigationssystem, Smartphone mit Navigationsapp oder die klassische Karte (auch dazu gleich noch mehr)

Die Frage, an der sich die Gemüter scheiden: Mit oder ohne Akku?

Nichts wird so sehr diskutiert wie die Frage ob E-Bike oder klassisches Fahrrad. Das ist meiner Meinung nach in erster Linie eine Grundeinstellungssache, worauf dann die Fitness, die angestrebte Reichweite und letztendlich natürlich auch die Bequemlichkeit folgt. Ich persönlich fahre mit einem E-Bike, das ich mir damals zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad zugelegt habe (nein, das hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern beschert einfach einen steigungsfreien Arbeitsweg). Aus Erfahrung kann ich allerdings sagen, dass man den RuhrtalRadweg auch ohne Akku gut fahren kann. Ok, die erste Etappe enthält ein paar knackige Anstiege, aber mit einer guten Gangschaltung lassen auch die sich bewältigen (und die besagten Anstiege belohnen dafür mit wunderschönen Ausblicken und anschließenden Abfahrten, versprochen!).

Orientierung auf dem RuhrtalRadweg: Navigationsgerät, Smartphone, Karte oder Beschilderung?

Natürlich gibt es die klassischen Karten, aber ich plane und fahre meine Radtouren immer mit meinem Smartphone und einer App, wie Komoot oder im Ruhrgebiet dem kostenfreien radtourenplaner.ruhr. Für den RuhrtalRadweg empfiehlt sich besonders die kostenfreie Sauerland App, in der der RuhrtalRadweg bereits integriert ist. Da ich mein Handy auf meiner RuhrtalRadweg-Reise allerdings lieber als Kamera nutzen möchte (ohne es für jedes Foto von der Handyhalterung zu lösen), leihe ich mir ein Navigationsgerät inklusive Fahrradhalterung (Danke Harald!) und spiele dort den GPX-Track des RuhrtalRadweg auf.

Mein Gewinner: die Wegweisung

Jetzt greife ich ein wenig vorweg: Wirklich benötigt habe ich das Navigationsgerät nicht, denn die Beschilderung war wirklich hervorragend! Ich erhalte dienstlich ab und zu Beschwerden über die schlechte Beschilderung, die ich allerdings nach meiner eigenen Radreise nicht nachvollziehen kann. An einer Stelle war ein Wegweiser verdreht und an einer anderen hätte ich mir einen zusätzlichen Zwischenwegweiser gewünscht, allerdings macht das bei der Gesamtzahl der Schilder einen solch geringen Teil aus, dass dies nicht ins Gewicht fällt. Ich bin bereits nach ein paar Stunden ausschließlich nach den Schildern gefahren und irgendwann einfach nur noch vorbeigehuscht, das hat wirklich wunderbar funktioniert.

 

So behaltet Ihr den Durchblick

Damit Ihr Euch ein Bild davon machen könnt, wie das in der Praxis aussieht, habe ich Euch hier einmal Bilder der verschiedenen Schildarten eingefügt. Grundsätzlich sind Radwege in NRW mit rot-weißen Schildern gekennzeichnet. Hier gibt es einmal die breiten Pfeilwegweiser, die detailliert mit Orts- und Kilometerangaben bestückt sind. An diesen Schildern hängt zusätzlich das RuhrtalRadweg-Logo, wenn sich an diesem Punkt verschiedene Radrouten kreuzen. Hängt kein RuhrtalRadweg-Einschub am Schild, so folgen alle Radrouten dieser Richtung. Zwischen den großen Kreuzungspunkten findet Ihr lediglich die kleinen quadratischen Zwischenwegweiser ohne weitere Logos. Klar, wäre es super, wenn das RuhrtalRadweg Logo an allen Schildern, auf allen Asphaltböden und am besten noch mit eigenen Pfosten auf der Strecke verteilt wäre, allerdings ist dies leider nicht erlaubt und würde letztendlich zu einer Flut an Radroutenlogos entlang aller Radwege führen.

Radurlaub auf dem RuhrtalRadweg – Es geht endlich los!

Der Tag ist gekommen und das Wetter spielt mit. Taschen auf den Gepäckträger geschnürt und los geht’s mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Vorerst klappt alles problemlos und an jedem Bahnhof werden es mehr Fahrradfahrer, die Richtung Winterberg wollen. Man kommt ins Gespräch und es bestätigen sich die individuellen Planungen, denn jeder hat andere Übernachtungsetappen für sich geplant. In Dortmund dann die Ernüchterung: Der Zug Richtung Winterberg hat zu wenig Fahrradabteile und ein Teil der Radfahrer wird nicht mehr mitgenommen. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass aus Rücksicht auf andere doch bitte alle Radfahrer vor Antritt der Fahrt ihre Packtaschen abschnallen und diese mit zum Platz nehmen. Ja das Auf- und Abschnallen ist nervig, aber es schafft enormen Platz für weitere Räder und ist auch von der Bahn so gewünscht. Weitere Hilfestellungen zum Bahnfahren mit dem Fahrrad, findet Ihr übrigens auch auf der RuhrtalRadweg Seite unter Anreise.

Das Foto zeigt das Radabteil des RE57 auf dem Weg nach Winterberg, dem Startpunkt des RuhrtalRadwegs
Mit dem RE 57 und einem vollen Fahrradabteil von Dortmund nach Winterberg

Ich war jedenfalls sehr froh, dass ich noch vom Zug mitgenommen wurde, denn sonst wäre die Einhaltung meiner ersten Etappe bis Meschede doch recht knapp geworden. Der Umstieg in Bestwig in die Schienersatzverkehrbusse klappte hingegen super und ruck zuck waren alle Räder auf dem Fahrradanhänger festgeschnürt.

Tag 1 auf dem RuhrtalRadweg – Winterberg, jetzt geht’s aufs Rad

Angekommen in Winterberg kommt tatsächlich die Sonne raus und das Zwiebelprinzip kommt zum ersten Mal zum Einsatz: Fleecejacke aus und nur noch eine leichte Windjacke an. Dieses Prozedere wird sich nun mehrmals täglich wiederholen. Das Startfoto mit meiner motivierten Person ist im Kasten und ich schwinge mich aufs Rad.

Das Foto zeigt Sandra am Startpunkt des RuhrtalRadwegs in Winterberg
Der Startpunkt des RuhrtalRadwegs in Winterberg, los geht’s!

Damit alle Radfahrer auch richtig gute Laune haben, beginnt der RuhrtalRadweg mit einer langgezogenen Steigung, die vom Bahnhof vorbei an Häusern zum Eingang in den Wald führt. Aus sportlichen Gründen habe ich mir vorgenommen, den Großteil der Strecke mit der geringsten Unterstützungsstufe zu fahren, für den besagten ersten Kilometer gönne ich mir allerdings etwas Antrieb. Nebeninfo: Im Wald wird es kühler, also Jacke drüber. Noch bevor ich die Ruhrquelle erreiche, bin ich überwältigt von der Ruhe! Ich halte extra kurz an und versuche irgendein Geräusch zu hören, aber vergebens. Noch nicht einmal Vogelgezwitscher, einfach nur pure Stille zwischen hohen Bäumen. Ein echter Kontrast zum Alltag und ich als Städter genieße diesen Moment total.

Das Foto zeigt Sandra an der Ruhrquelle in Winterberg
Das Pflichtfoto jeder Radreise am RuhrtalRadweg: Die Ruhrquelle in Winterberg

Weiter geht’s zur Ruhrquelle, wo natürlich das obligatorische Touri-Foto folgt. Ich habe diesen Satz schon tausendmal gehört oder gelesen, aber ich muss ihn auch noch einmal sagen: Man kann sich kaum vorstellen, wie dieses kleine Rinnsal Ruhr, was kaum zum Füllen einer Wasserflasche reicht, letztendlich als breiter Fluss in den Rhein mündet. Hier merkt man übrigens das erste Mal, dass man alle Radler, die man an den verschiedenen Bahnhöfen kennengelernt hat, immer wiedertrifft (und das soll sich die nächsten Tage weiter wiederholen).

Wegebeschaffenheit der ersten RuhrtalRadweg-Kilometer

Der RuhrtalRadweg verläuft auf der ersten Etappe auf einer Mischung aus Wald- und Schotterwegen (nichts für Rennradfahrer übrigens, die nämlich oft fragen, ob der RuhrtalRadweg auch für solche Radtypen geeignet ist. Ihr solltet erst später in die Route einsteigen). Man sollte für diesen ersten Teil der Strecke nicht ganz ungeübt auf dem Fahrrad sein, denn Waldwege, Schotter und abwechselnde Steigungen und Abfahrten sind schon etwas anspruchsvoller.

Winterberg mal ohne Schnee: Lohnt sich!

Zwischen den vielen Bäumen sind immer wieder größere Lücken mit traumhaften Ausblicken. Ich bin verliebt in die Landschaft und auch in die Tiere am Wegesrand. Wer genügend Zeit hat, dem empfehle ich, die erste Übernachtung in Winterberg einzuplanen. So könnt Ihr Euch am Anreisetag in Ruhe die idyllische Bilderbuchlandschaft und den niedlichen Stadtkern ansehen und am nächsten Morgen erst losradeln.

Ein Fotomotiv jagt jedenfalls das nächste und ich steige alle paar Minuten vom Rad, um sie einzufangen. Es kostet zwar Zeit, aber ich kann mich einfach nicht satt sehen.

Die Stadt der Rosen: Olsberg

Ich bin mittlerweile in Olsberg angekommen und fahre durch das Rosendorf Assinghausen. Hier schlagen die Herzen von Blumenfreunden höher, denn hier blüht alles voller Rosen. Jeder Vorgarten und jeder Blumenkasten, von liebevoll gepflegten Privatgärten bis hin zu öffentlichen Beeten: Assinghausen ist ein riesiger Rosengarten. Natürlich gibt es Zeiten, zu denen es voller blüht, aber auch viele winterharte Rosenarten sind hier zu finden und so kann man immer irgendwo eine Rose entdecken.

Mein Tipp: Am Ortsrand des Rosendorfes befindet sich der perfekte Platz für eine erste Pause, der direkt auf der Strecke liegt: Das Küsterland mit seinen Kapellen ist nicht nur besonders hübsch, sondern hält auch viele Bänke und sogar kostenfreie E-Bike Ladesäulen bereit.

Nach den vielen Wald- und Naturpassagen beginnt ab dem Rosendorf Assinghausen dann etwas mehr Ortscharakter mit schönen Fachwerkhäuschen, aber auch praktischen Lebensmittelläden (wer seine Fahrradflaschen auffüllen oder einen kleinen Snack möchte, hat hier die Möglichkeit).

Überall Postkartenmotive auf dem RuhrtalRadweg

Aber auch hier findet man immer wieder tolle Naturblicke und ich wiederhole mich: Ich bin ganz verliebt in dieses Stückchen Erde.

Das Foto zeigt landschaftsidylle am RuhrtalRadweg
Landschaftsidylle am RuhrtalRadweg

Die Ruhr hat sich im Ortskern von Olsberg bereits ordentlich vergrößert und man findet nun auch Brücken, auf denen man die Uferseite wechseln kann.

Das Foto zeigt die Ruhr in Olsberg
Die Ruhr hat nun eine Größe erreicht, bei der man sie über Brücken überqueren kann

Renaturierte Ruhr in Bestwig

Trotzdem verändert sich der Anblick der Ruhr regelmäßig und es gibt sogar Stellen, an denen man an einem Flachwasserbereich auf den Grund fassen kann, wie hier in Bestwig: Die Ruhr ist renaturiert und man kann sich an einem Rastplatz niederlassen. Übrigens: Jackenwechsel, es wird warm!

Die Etappe endet langsam und ich komme Meschede immer näher. Auf dem Weg treffe ich wieder auf Radfahrer, die ich von einem der Bahnhöfe kenne. Man sieht sich wirklich immer wieder, je nachdem, wer wann und wo eine Pause einlegt.

Die letzten Etappenkilometer lohnen sich: Der Hennesee

Obwohl der RuhrtalRadweg nicht direkt am Hennesee liegt, lohnt es sich den kleinen Umweg (ca. 3 km) einzuplanen, denn dieser Stausee ist ganz besonders schön. Bewusst habe ich also mein erstes Hotel am Hennesee gebucht und kann somit dort den Sonnenuntergang genießen. Der Anstieg dorthin hat mich dann aber doch etwas überrascht, denn der Hennedamm ist ein ordentliches Stück höher als die Ruhr. Dafür entschädigt dieser Ausblick an der Himmelstreppe über Meschede.

Nun knurrt mein Magen aber so sehr, dass ich nach dem Beziehen des Zimmers direkt etwas essen muss. Nahe dem Hotel, ebenfalls direkt am Hennesee liegt das „H1 am See“, wo ich den Abend gemütlich ausklingen lasse. Den kurzen Weg dorthin bewältige ich natürlich auch mit dem Rad, denn auf diese weiteren 4 Kilometer kommt es nun auch nicht mehr an (mal sehen, ob ich das morgen bereue).

Craft Beer Tasting und Rumpsteak im H1

Als Belohnung für die erste Etappe und zum Start in den Urlaub gönne ich mir etwas Leckeres zu Essen und probiere mich durch die Craft Biere des H1. Ich bin eigentlich kein richtiger Biertrinker, sondern im Bekanntenkreis dafür bekannt, mein selbsternanntes „Mädchenradler“ zu bestellen (mehr Limo als Bier), aber diese Biere kann auch ich super trinken. Mein Favorit ist übrigens das „Clucking Hen Ray Pale Ale“, das wie Bier mit einem Hauch Karamell und Zuckerwatte schmeckt (alle Biertrinker sind nun abgeschreckt und alle Mädchenradler-Trinker neugierig 😉).

Stau im Fahrradabstellraum

Als ich mein Rad im Hotel einschließen will, bin ich wirklich erstaunt, wie viele Radler hier übernachten. Mit mir trudelt noch ein Pärchen ein, das seine Räder sogar in der Lobby abstellen muss (die übrigens 24 Stunden besetzt ist, also praktisch sogar mit Radbewachung). Irgendwie ein gutes Gefühl zu sehen, wie viele Gleichgesinnte es gibt, die ebenfalls mit dem Fahrrad hier sind und auch Radurlaub machen.

Das Foto zeigt Fahrräder im Fahrradraum des Hotels in Meschede
Der gut gefüllte Fahrradabstellraum im Hotel

Tag 2 auf dem RuhrtalRadweg – Der erste Morgen danach: Ich bin fit, yeah!

Die wichtigste Erkenntnis: Kein Muskelkater und auch dem Hinterteil geht es gut (ich empfehle an dieser Stelle nochmals eine gepolsterte Radlerhose!). Als dann noch das Frühstück verdaut ist, schwinge ich mich hochmotiviert aufs Rad. Zurück vom Hennesee zur Ruhr und weiter auf der Strecke. Das Wetter ist heute nicht so freundlich wie gestern, daher strahlen meine Bilder leider weitaus weniger blau. Aber die Hauptsache ist ja, dass es trocken ist und das bleibt es heute wieder den ganzen Tag.

Nach einigen Kilometern erreiche ich schon Arnsberg und rückblickend kann ich sagen: Keine Stadt am RuhrtalRadweg ist „länger“. Die halbe Tagesetappe besteht aus Arnsberg mit seinen vielen Ortsteilen. Ein absolutes Muss ist natürlich die historische Altstadt.

Kopfsteinplaster, Fachwerkhäuser, Brunnen und ein alter Glockenturm, man hat einiges zu sehen in diesem absolut niedlichen Stadtkern. Die Altstadt liegt etwas höher, also schalten die E-Biker den Turbo an, die klassischen Radfahrer die Muskelkraft oder man schiebt (ich spare mir den Elfmeterspruch mit dem Rad und dem Schieben an dieser Stelle).

Kurzer Stopp im „Natur-Erlebnis-Raum“

Immer noch in Arnsberg, aber einige Kilometer weiter, entdecke ich ein kleines Tor aus Holzpfählen mit dem eingeritzten Namen „Natur-Erlebnis-Raum“ und dahinter schon einen Kletteraussichtsturm. Da bin ich natürlich dabei. Hinter diesem Eingang wartet ein kleiner Erlebniswald mit verschiedenen Stationen und Plätzen zum Ansehen, Draufsteigen, Hinaufklettern usw. Ein kurzer Stopp lohnt sich! Kostenlos übrigens!

Zur Ruhr gehört natürlich auch Wassersport. Ob im oder auf dem Wasser, es gibt viele Möglichkeiten: Kanu, Rafting, Rudern, Stand-up-Paddling, Segeln (etwas später aber erst, noch ist die Ruhr zu klein) und vieles mehr.

Das Foto zeigt Kanu auf der Ruhr in Arnsberg
Kanu ist nur ein Beispiel von Wassersportarten auf der Ruhr

Erleben, Stöbern und Shoppen am RuhrtalRadweg: WESCO

Mein nächster Stopp ist etwas für Shoppingliebhaber und zwar ebenfalls in Arnsberg, direkt am RuhrtalRadweg (lediglich auf der anderen Ruhrseite, die man allerdings praktischerweise direkt über eine hier gelegene Brücke erreicht). Die Firma WESCO kennt wirklich jeder, spätestens, wenn er DEN Abfallbehälter sieht.

Das Foto zeigt die VILLA WESCO mit dem berühmten Mülleimer vor der Tür. ©WESCO
Die VILLA WESCO mit dem berühmten Mülleimer vor der Tür. ©WESCO

Über Generationen hinweg kennen Menschen die Marke WESCO, kein Wunder, denn es gibt sie bereits seit dem Jahr 1867. Seit 2011 liegt direkt am RuhrtalRadweg die VILLA WESCO, auf einem riesigen Gelände (es gibt sogar einen Orientierungsplan am Eingang). Besucher erwartet hier ein breites Spektrum vom Markenerlebnis bis hin zum Outlet.

WESCO Geschichte erleben

Wen die beeindruckende Geschichte der Firma WESCO näher interessiert oder wer ein wenig in Erinnerungen an Omas Haushaltsausstattung schwelgen möchte, der kann das eigene kleine Museum, den History Room besuchen (kostenfrei). Hier seht Ihr einige alte Ausstellungsstücke, die der ein oder andere von früher wiedererkennen wird. Und wusstet Ihr, dass es sogar auf Mallorca eine VILLA WESCO gibt?

Neben einem italienischen Restaurant (Tipp für eine Pause!) gibt es auf dem Gelände auch eine riesige Ausstellung mit Möbelstücken und Dekoartikeln von namenhaften Herstellern. Ihr seht, es bleibt nicht nur beim berühmten Mülleimer. Nicht viele Radfahrer sind im Winter unterwegs, aber falls doch, solltet Ihr dann unbedingt bei WESCO vorbei schauen: Die Winterdekoration soll traumhaft sein und (zumindest außerhalb der schwierigen Coronazeiten) gibt es auch einen tollen Weihnachtsmarkt.

Kraft tanken in Form von Kalorienzufuhr

Es ist bereits spät am Nachmittag und ich entscheide mich, das Abendessen heute etwas vorzuziehen, denn lediglich ein paar Kilometer weiter liegt das R-Café direkt an der Strecke. Und in einem Restaurant, in dem eine gemalte Karte des RuhrtalRadwegs über der Theke prangert, lässt es sich doch einfach noch besser essen. Besonders schön ist die Veranda von der man quasi auf den RuhrtalRadweg „spucken kann“.

Das Foto zeigt den Thekenbereich des R-Cafés in Arnsberg
Der Thekenbereich des R-Cafés in Arnsberg mit gezeichnetem Verlauf des RuhrtalRadwegs

Die zweite Übernachtung: Fröndenberg

Es folgen die letzten Kilometer der heutigen Tagesetappe und ich erreiche Fröndenberg, das Tor zum Ruhrgebiet. Mein Hotel befindet sich diesmal direkt am RuhrtalRadweg und auch hier wird es fast schon eng im Abstellraum der Fahrräder. Viel ist heute nicht mehr mit mir anzufangen, daher streiche ich einen Spaziergang durch die Stadt und gehe nur noch unter die Dusche und ins Bett.

Tag 3 auf dem RuhrtalRadweg – Auf geht’s ins Ruhrgebiet

Am nächsten Morgen scheint dann wieder etwas mehr die Sonne und ich starte nach einem leckeren Frühstück in die neue Tagesetappe. Am Hotel habe ich die Ruhr noch kurz gesehen, doch das ändert sich jetzt, genauso wie das Wetter (Zwiebel-Time: ich ziehe die Fleecejacke drüber). Ich fahre recht ländlich gelegen durch Felder, die Ruhr sieht man hier weniger, dafür viel Natur.

Und zack, ein paar Felder weiter erreiche ich die erste Infotafel des radrevier.ruhr: Ich bin im Ruhrgebiet angekommen, genauer gesagt in Holzwickede. Wer Tourentipps zum Radfahren im Ruhrgebiet sucht, der findet übrigens bei Jochen richtig viele.

Das Foto zeigt Sandra an einer Knotenpunkttafel des radrevier.ruhr
Ich bin im Ruhrgebiet angekommen, ab jetzt fahre ich an vielen Infotafeln des radrevier.ruhr vorbei

Es ist zwar noch vormittags, aber auf meinem Programm steht ein feuchtfröhlicher Stopp.

Kein Bier vor vier (dann eben Schnaps)

Seit 1858 gibt es die Gutsbrennerei Bimberg auf dem Gut Lenninghaus in Iserlohn und der statte ich nun einen Besuch ab.

Gelegen auf einer kleinen Erhöhung mit tollem Weitblick auf den RuhrtalRadweg kann man hier nicht nur die Brennerei besuchen, sondern im Gewölbe auch hochwertig speisen (bitte unbedingt vorher reservieren und etwas mehr Taschengeld mitbringen 😉 ).

Neben Gin (bester Name: „Gin Bim“) wird hier Korn gebrannt, aber auch einige Liköre werden hergestellt. Wie das funktioniert, wird in der Brennerei Bimburg anschaulich erklärt und im kleinen Museum kann man zusätzlich noch einige Antiquitäten entdecken.

Ab 15 Personen könnt Ihr hier Brennerei Besichtigungen inklusive Pröbchen buchen und wer etwas Besonderes sucht, dem empfehle ich die Besichtigung inklusive Zauberkunst. Herr Bimberg selbst führt durch die Brennerei und bringt Euch die Entstehung des Korns mithilfe von Zaubertricks näher. Verblüffend und absolut unterhaltsam (lieber Herr Bimberg, falls Sie mitlesen: Wo ist denn nun das rote Tuch hin, was Sie in Ihrer Hand verschwinden ließen?). Nun gut, kommen wir zurück zum Schnaps und gehen auf den Hof ins Schnapslädchen.

Mitbringsel mit ausreichend Umdrehungen

Wie das so in einem Urlaub ist, möchte man ja auch gerne etwas mit nach Hause nehmen und ein leckeres Likörchen eignet sich doch super dafür. Im Schnapslädchen könnt Ihr ein Souvenir für Eure Hausbar kaufen. Aber hey, man kauft ja nicht die Katze im Sack und das Wichtigste bei einem Besuch einer Brennerei ist doch der Geschmackstest, oder? Moment, es ist noch nicht einmal mittags, aber ich opfere mich jetzt hier einfach mal selbstlos für Euch und probiere (Achtung!) einen Korn! Nich‘ lang schnacken, Kopp in‘ Nacken! Korn ist der neue Gin, aber für meinen Geschmack doch etwas zu stark. Ich gönne mir ein Fläschchen Cappuccino-Likör und werde den nach meinem Urlaub von zuhause aus genießen.

Weiterbildung rund ums Sonnensystem (nur ohne Sonne)

Für mich geht’s weiter auf dem RuhrtalRadweg. Nicht weit und ich entdecke die erste Station des Planetenwegs. Hier findet Ihr an elf Stationen Planetenmodelle, die das Größenverhältnis der Planeten in unserem Sonnensystem und dem uns umgebenen Universum veranschaulichen sollen. Wirklich schöne Punkte, um kurz anzuhalten und durch die kleinen Scheiben zu sehen. Die Stadtgrenzen verschwimmen gerade nur so und wir sind nun bereits in Schwerte. Hier lege ich erneut einen Stopp ein und zwar in der Schwerter Senfmühle.

Jetzt wird’s scharf: Die Schwerter Senfmühle

Elfmeterspruch, versenkt! Nur wenige Meter ab vom RuhrtalRadweg, nämlich direkt an der Rohrmeisterei, befindet sich die Schwerter Senfmühle. Klein, aber fein werden hier noch heute in Handarbeit leckere Senfspezialitäten hergestellt. Dabei ist der Senfbetrieb der einzige seiner Art, der in Westfalen erhalten geblieben ist und das seit dem Jahr 1845!

Frisch abgepackt kann man hier den klassischen Adrian-Senf (nach dem Familiennamen der ehemaligen Betreiber), aber auch außergewöhnliche Sorten wie Chili-Senf oder Bier-Senf kaufen. Prämiert ist übrigens der Scharfe-Honig-Senf, den ich genauso mitnehme, wie den Knoblauch-Senf (mhhh Knoblauch, mein Lieblingsgewürz :D).

Das Foto zeigt eine große Senfauswahl in der Schwerter Senfmühle
Trotz der kleinen Senfmühle gibt es eine große Auswahl an verschiedensten Senfsorten

Weiter geht´s nach Dortmund

Mit vollgepackten Taschen (ich hatte übrigens bewusst etwas Luft in den Fahrradtaschen gelassen, jetzt weiß ich wofür es gut war) setze ich meine Tour fort. An einigen Stellen reißt die Wolkendecke auf und ein Ministrahl Sonne fällt auf den Boden. Der beste Zeitpunkt für ein Päuschen mit einem kühlen Getränk, „Radler“ versteht sich (sorry, auch den Wortwitz wollte ich unbedingt bringen :D). Mit tollem Blick auf die Ruhr und den RuhrtalRadweg sitze ich also im Natur-Biergarten an der Lennemündung, übrigens mittlerweile schon in Dortmund.

Hengsteysee und Harkortsee

Gestärkt fahre ich weiter und es folgen direkt zwei der großen Stauseen. Als erstes der Hengsteysee in Dortmund und Herdecke (ab jetzt verschwimmen die Stadtgrenzen durch die Seen wieder stark). Wenn Ihr auf dem Weg dorthin radelt, achtet mal auf die Felswände rechts neben Euch. Die Sicherung dieser hat vor ein paar Jahren zu einer äußerst langen Sperrung des RuhrtalRadwegs geführt. Das gleiche Spiel gibt es derzeit übrigens einen See weiter am Harkortsee (der die Städte Herdecke, Hagen und Wetter verbindet), denn dort werden gerade auch die Felswände gesichert. Das bedeutet für mich zwar eine Umleitung, aber Sicherheit geht vor!

Das Foto zeigt Sandra auf der Brücke am Laufwasserkraftwerk Hengstey
Über die Brücke am Laufwasserkraftwerk Hengstey muss man schieben und es halten sich ausnahmslos alle Radfahrer daran

Fahrrad schieben und Aussicht genießen

Die Brücke in Herdecke nach dem Hengsteysee ist übrigens eine der wenigen Schiebestrecken am RuhrtalRadweg. Aufgrund des Holzbodens und der Schienen ist es sicherer für Radfahrer abzusteigen. Das Gute daran: Man kann den Blick schweifen lassen und muss sich nicht auf den Boden konzentrieren. Nachdem ich die Umleitung um den Harkortsee gemeistert habe (auch die war übrigens wieder gut ausgeschildert!), sehe ich von der Umleitungsbrücke aus noch die etwas höher gelegene Stadt Wetter, den Harkortsee und dessen schönen Seeplatz (wieder ein Tipp für eine Pause!).

Das Foto zeigt Sandra auf einer Ruhr Brücke in Wetter
Die Brücken werden aufgrund der enormen Größe immer mehr, hier die Fahrradbrücke in Wetter

Naturschutzgebiet und Industriekultur

Wo wir gerade bei Wetter sind (gute Überleitung), das wird jetzt immer besser und täglich grüßt das Murmeltier: Fleecejacke aus, Windjäckchen an. Ich erreiche Witten, mit kleinem Stopp am Naturschutzgebiet Ruhraue. Hier folge ich dem RuhrtalRadweg einfach an den neben mir verlaufenden Gleisen der Muttentalbahn und komme am LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall raus. Man sagt, hier sei die Wiege des Ruhrbergbaus und Ihr könnt Euch das ganze sogar im Besucherbergwerk anschauen.

Schiff ahoi!

Meine Zeit wird knapp und daher fahre ich direkt weiter zur Ruhrtalfähre Hardenstein. Mit dieser niedlichen kleinen Fahrradfähre könnt Ihr das kleine Stückchen über die Ruhr übersetzen. Ihren Namen erhielt die Fähre von der nebenstehenden Ruine Hardenstein, die Ihr während der Fahrt sehen könnt. Bezahlt wird, was es Euch wert ist und wird einfach in eine kleine Blechdose an der Reling geworfen.

Es wird lecker: Das Picasso im Ruhrblick

Bevor ich Witten verlasse, werde ich hier noch mein Abendessen genießen. Heute gibt’s spanisch und ein Platz im „Picasso im Ruhrblick“ wartet auf mich. Der Name ist Programm, ich sitze direkt an der Ruhr und… es regnet! Hallo?! So aber nicht, ich möchte jetzt trocken draußen sitzen und den tollen Blick genießen! Geht doch! Nach ein paar Tröpfchen hört es auf und ich bestelle beruhigt mein Essen.

Das Picasso ist wohl ein absoluter Geheimtipp! Optisch erst recht unscheinbar, entpuppt sich dieser Spanier zu einer Bodega mit hochwertigen Speisen. Wenn beim Aufnehmen der Bestellung gesagt wird „Thunfisch gibt es heute nicht, da ich keinen frischen bekommen habe“ bin ich persönlich schon von der Qualität überzeugt.

Spanische Köstlichkeiten an der Ruhr

Dementsprechend sind die Preise nicht günstig, aber man bekommt eben auch hohe Qualität und es lohnt sich. Übrigens hat das Picasso einen eigenen Stand auf dem Naschmarkt des Zeltfestival Ruhr, über das ich auch schon berichtet habe.

Damit Euch nun das Wasser im Mund zusammenläuft, hier ein paar Bilder der Köstlichkeiten. Ich probiere unter anderem die Entenleber, die Datteln im Speckmantel (dürfen bei Tapas ja nicht fehlen, oder?) und das Filet vom Iberico. Ja und was soll ich sagen, es schmeckt einfach traumhaft!

Das Essen ist jeden Cent wert und ich bin danach so satt und glücklich. Wobei, man kann ja immer noch etwas glücklicher sein… mit einem Dessert zum Beispiel! Also gönne ich mir für all die gestrampelten Kilometer noch einen Mandelkuchen und bereue keinen Bissen.

Das Foto zeigt Mandelkuchen im Picasso in Witten
Geht immer: Dessert in Form eines Mandelkuchens

Die letzten Kilometer ins Lottental in Bochum

Der Tag könnte nicht besser enden und dann das: es beginnt erneut zu regnen. Och Mensch, ich muss doch noch 5 Kilometer weiter bis zum Hotel. Ach was soll’s, Regenjacke an (wohooo, ein Jackenwechsel :D) und rauf aufs Rad: Ich schalte ausnahmsweise mal den Turbo ein und gebe Vollgas Richtung Bochum. Schön durchnässt komme ich am Wald & Golfhotel Lottental an und das Erste, was ich von außen durch die Scheiben erblicke ist: Ein Pool!!! Wenn man eh komplett nass ist, dann kann man jawohl auch direkt in den Pool springen. Gesagt getan (na gut, umgezogen habe ich mich schon noch)! Hach wat schön! Also ein paar entspannende Ründchen im Pool nach solch einer Tagesetappe sind schon nicht das Schlechteste.

Tag 4 auf dem RuhrtalRadweg – Neuer Tag, neues (Wetter-)Glück

Juhu, der Regen ist tatsächlich weg und die Sonne schafft es sogar etwas durch die Wolken. Nach einem leckeren Frühstück geht es wie gewohnt aufs Rad (übrigens kann ich die Gepäcktaschen mittlerweile schon mit geschlossenen Augen schließen und ans Fahrrad hängen). In wenigen Minuten bin ich schon am Kemnader See und hier kann der Tag nur wunderschön beginnen.

Neben der morgendlichen Idylle findet Ihr hier eine perfekte Infrastruktur vor: Asphaltierte Wege, die für die verschiedenen Fortbewegungsgruppen voneinander getrennt sind: Fußgänger, Inlineskater und Fahrradfahrer, welch Luxus! Es lässt sich wunderbar fahren, doch jetzt folgt erst einmal etwas Frühsport (als ob ich mit dem Radfahren nicht schon genug Sport mache :D).

Das Foto zeigt Sandra auf einem Sportgerät des Guet Rat Wegs der Knappschaft am Kemnader See in Bochum
Frühsport auf dem „Guter-Rat-Weg“

Im Ruhrgebietsteil des RuhrtalRadwegs gibt es auf der Strecke nämlich den „Guter-Rat-Weg“, der wertvolle Gesundheitstipps für Radfahrer bereithält. Melissa hat sich die Stationen, die von der KNAPPSCHAFT Krankenkasse installiert wurden, mal genauer angesehen und berichtet hier darüber.

DIE Fotostadt des RuhrtalRadweg: Hattingen

Nach Bochum folgt Hattingen und hier müsst Ihr Eure Kamera zücken! Hattingen ist meine persönliche Lieblingsstadt am RuhrtalRadweg, weil es hier einfach so viele tolle Fotomotive gibt, dass die Auswahl für den Artikel schwer fällt. Als erstes erreiche ich das LWL-Industriemuseum Henrichshütte, das eine eindrucksvolle Kulisse bildet. Der Weg dorthin ist vom RuhrtalRadweg aus beschildert und wer ein Stück Ruhrgebietsgeschichte erleben will, muss hier vorbei!

Das Foto zeigt Sandra auf dem RuhrtalRadweg am LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Imposanter Anblick: Das LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen

Von hier aus ist auch der Weg in die historische Altstadt Hattingens ausgeschildert. Hach wie schön es hier einfach ist. Ich war bereits einmal zum Weihnachtsmarkt hier (absolute Besuchsempfehlung übrigens!) und auch damals schon so begeistert. Ich schlendere durch viele kleine Gassen und vorbei an tollen Fachwerkhäusern. Diesen kleinen Abstecher von der Hauptstrecke (ca. 2 km) müsst Ihr unbedingt einplanen.

Besondere Architektur und eine außergewöhnliche Übernachtungsmöglilchkeit

Zurück auf dem RuhrtalRadweg gelangt Ihr nach ein paar Kilometern zur Birschel Mühle, einer ehemaligen Getreidemühle direkt an der Ruhr aus dem Jahr 1880. Daneben befindet sich die Ruhrschleuse, die noch älter und sogar noch betriebsbereit ist. Heute ist die Birschel Mühle eine Service-Wohnanlage und beherbergt ein Restaurant (mit Blick auf die Schleuse), aber auch ein kleines Hotel (wer hier übernachten möchte, sollte unbedingt im Voraus buchen, denn es gibt nur wenige Zimmer). Wer auf ungewöhnliche Übernachtungen steht, der sollte mal bei Rebecca reinlesen, denn kurz vor der Birschel Mühle könnt Ihr in Wohnweinfässern schlafen.

Das Foto zeigt die Birschel Mühle in Hattingen
Die Birschel Mühle mit der Ruhrschleuse in Hattingen (hier wächst übrigens Hopfen, wenn ich das richtig erkannt habe, oder?)

Ich liebe die Ruhrkaskaden!

Ich fahre weiter und nur wenige Meter von der Birschel Mühle entfernt kommt dann mein absolutes Lieblingsfotomotiv: Die Ruhrkaskaden! Hier verlaufen in der Ruhr stufenförmige Wasserfälle, welche ein wunderschönes Bild ergeben. Die dadurch erzeugte Geräuschkulisse ist total entschleunigend und ich könnte stundenlang hier sitzen und aufs Wasser schauen. Es sind übrigens auch Bänke vorhanden, Ihr müsst also nicht wie ich, auf dem Boden sitzen (wenn Ihr aber ganz vorne am Wasser sitzen wollt, dann schon! 😉 ). Für Hobbyfotografen noch der Tipp, ein Foto von der nahe gelegenen Autobrücke (Bochumer Str.) aus zu machen. Dabei könnt Ihr die gesamte Länge der Kaskaden einfangen.

Das Foto zeigt Sandra an den Ruhrkaskaden in Hattingen
Mein liebstes Fotomotiv am RuhrtalRadweg: Die Ruhrkaskaden in Hattingen

Ab den Kaskaden folgt man etwas länger dem Leinpfad, einem früheren Treidelpfad, und genießt dabei Natur pur! Auf den Wiesen neben dem Weg weiden immer wieder Kühe, daher muss man das ein oder andere Gatter vor sich aufmachen und hinter sich wieder schließen.

Von Dahlhausen bis zu den bunten Bauwagen

Der Leinpfad führt mich direkt nach Bochum-Dahlhausen. Für alle, die sich wundern, wie ich denn morgens in Bochum starten kann, um dann von Hattingen wieder nach Bochum zu kommen: Die Ruhr hat einen ordentlichen Schlenker Richtung Süden gemacht und daher den mittleren Teil Bochums übersprungen. 😉 Das Hotel war im östlichen Teil Bochums, von dem aus mich die Ruhr nach Hattingen in den Süden führte und mich nun im westlichen Teil Bochums wieder auskommen lässt. Von hier aus ist man dann auch nur einen Katzensprung von Essen entfernt und das erste, was ich sehe, sind die bunt leuchtenden Bauwagen vom Ruhrcamping.

Essen ist nach Arnsberg die „zweitlängste“ Stadt am RuhrtalRadweg und ich werde mehrere Stadtteile durchfahren. Leider ziehen langsam aber sicher Wolken am Himmel auf und ich hoffe noch das Beste… vergebens!

Das Foto zeigt eine Brücke in Essen Steele
In Essen Steele zeichnen sich die ersten Wolken am Himmel ab.

Essen: Grüne Hauptstadt Europas (bei mir leider in grau)

Und damit meine ich ausschließlich das Wetter. Den ersten Teil Essens konnte ich noch bei blauem Himmel genießen doch plötzlich wird es wieder grau (das scheint sich wirklich meine gesamte Reise lang durchzuziehen). An der Vogelinsel, einem Naturschutzgebiet mit einem Nebenarm der Ruhr ist es dann soweit: Es regnet so stark, dass ich beschließe mich umzuziehen. Ich wiederhole mich, aber hoch lebe das Zwiebelprinzip!

Das Foto zeigt Sandra in voller Radfahrermontur auf dem RuhrtalRadweg in Essen
Hier passt der Name „Grüne Hauptstadt Europas“, allerdings nur zu dem grünen Nebenarm der Ruhr, denn der Himmel ist grau und es regnet so stark, dass ich mich (zum „Farbmonk“) umziehen muss.

Über meine Leggins, mit der mir mittlerweile etwas zu kalt ist, kommt eine imprägnierte Hose, dazu eine Regenjacke und Mist: Das kommt davon, wenn man im Laden ohne großes Nachdenken zu seiner Lieblingsfarbe greift. An die unglückliche Kombination von Hose und Jacke (und leider sogar auch noch Helm) hatte ich nicht gedacht und darf nun als „Farbmonk“ durch die Gegend fahren, oh man! Ach egal, „trocken bleiben“ ist die Divise. Nachdem Handschuhe und Gamaschen übergezogen sind, geht’s weiter.

Regenpause „mit Schuss“

Da es einfach nicht aufhören will zu regnen, beschließe ich, eine Pause an der „Lieblingsbude“ am Haus Scheppen einzulegen und geselle mich zu vielen nassgewordenen Radfahrern. Was gibt es jetzt besseres als Pommes spezial und dazu einen heißen Kakao (mit Amaretto 😀 ).

Wieder eine tolle Altstadt: Essen-Werden

Ich habe Urlaub und den lasse ich mir jetzt bestimmt nicht vom Wetter verderben! Aufgewärmt schwinge ich mich aufs Rad und fahre nach Essen Werden.

Auch Werden hat einen historischen Stadtkern und lädt daher zum Bummeln ein. Aber noch besser als Bummeln kann man hier Kuchen und Torten essen. Es gibt einige Bäckereien und Konditoreien, mindestens eine müsst Ihr einplanen.

Mein Bummeln fällt etwas kürzer aus, denn natürlich hat es noch nicht aufgehört zu regnen und ich höre das heutige Ziel schon „Saaandra“ rufen. Es sind nur noch ein paar Kilometer nach Essen Kettwig, aber die sollen es noch einmal in sich haben.

Es reicht, ich will nicht mehr!

Mittlerweile regnet es nicht mehr, es schüttet! Ich schalte den Turbo an und fahre nur noch mit Vollgas durch. Der Regen kommt frontal, ohne meine Brille könnte ich gar nicht mehr fahren, muss allerdings zwischendurch mit meinen Fingern immer wieder Scheibenwischer spielen. Die Imprägnierung meiner Hose gibt auf, mein gesamtes Gesicht ist nass und tropft, ich will nur noch ins Hotel.

Endlich in Kettwig angekommen, spare ich mir die wunderschöne Altstadt und verschiebe diesen Programmteil auf morgen. Es geht nur noch zum Hotel, aufs Zimmer und die nächste halbe Stunde bin ich damit beschäftigt, meine vielen Lagen Klamotten auszuwringen und aufzuhängen (jetzt rächt sich zum ersten Mal der Zwiebellook, denn das Aufhängen dauert und beim Finden von geeigneten Plätzen muss ich erfinderisch werden – eine Stehlampe eignet sich übrigens hervorragend). So, ich bin raus und hau mich ins Bett vor den Fernseher. Gute Nacht!

Tag 5 auf dem RuhrtalRadweg – Die Spannung am Morgen: Nass oder trocken?

Es sieht draußen definitiv besser und ich gehe optimistisch frühstücken. Nachdem alles gepackt und das Fahrrad „gesattelt“ ist, ist es ernsthaft wieder soweit: Gamaschen drüber und Regenjacke an. „Ooooohhhhhhmmmmmmm“ und beruhigen, denn es ist schließlich meine letzte Tagesetappe und die soll schön werden, egal bei welchem Wetter.

Das Foto zeigt Sandra am Sengelmannshof in Essen-Kettwig
Die letzte Etappe startet verregnet am Sengelmannshof in Essen-Kettwig

Ich starte mit der verschobenen Altstadtbesichtigung und die Laune wird besser, weil es hier einfach so schön ist.

Ich kann mich an Kettwig gar nicht satt sehen, weil jede Gasse schön ist. Auch gibt es hier viele kleine Lädchen, Cafés und Restaurants.

Das Foto zeigt traditionelle Fachwerkhäuser und eine moderne Brunneninstallation in Essen-Kettwig
Traditionelle Fachwerkhäuser und eine moderne Brunneninstallation

Mit Katalina war ich im Sommer schon einmal hier, da sah es natürlich schöner aus und wer mag, kann es sich hier sogar mal in Bewegtbild ansehen.

Das Foto zeigt ein Fahrrad in der Altstadt von Essen-Kettwig
Das letzte Regenfoto aus Kettwig, weiter geht’s nach Mülheim an der Ruhr.

Die Heimatstadt von Helge Schneider: Mülheim an der Ruhr

Für mich geht’s nun weiter und ich verlasse Essen Richtung Mülheim an der Ruhr. Durch einige Feldwege, vorbei an Pferdekuppeln und unter der Autobahnbrücke der A52 hindurch (Ihr müsst unbedingt unter der Brücke stehend nach oben gucken, das ist wirklich beeindruckend!) komme ich am Schloss Broich an.

Direkt angeschlossen ist der Darlington Park und es ist toll die vielen kleinen schönen Ecken zu erkunden. Wer auf vegane Küche steht, der muss unbedingt im Restaurant Ronja essen, direkt im Ringlokschuppen hier im Park. Ich entdecke das Kind in mir und begeistere mich für den Wasserspielplatz, denn nur Wasser von oben ist ja auch langweilig.

Radschnellweg oder kurz: RS 1

Und jetzt folgt ein Tipp, den Ihr unbedingt beherzigen müsst. Im Park seht Ihr von weitem schon die Camera Obscura und direkt dahinter verläuft der RS 1 –  der erste Radschnellweg in Deutschland. Ok, jetzt werden ganz viele Ruhrgebietsbewohner aufschreien, denn ja, er sollte schön längst fertiggestellt sein. Ich habe die Planung von der Machbarkeitsstudie bis heute verfolgt und es ist wirklich ärgerlich, dass man immer noch nicht über die Fahrradautobahn von Duisburg bis nach Hamm fahren kann. Aber wer den RuhrtalRadweg fährt, sollte trotzdem über die, an die Strecke angebundene, Rampe auf den RS 1 fahren und sich das Ganze mal ansehen.

Dieses fertige Teilstück ist wirklich ein wahrgewordener Traum für Fahrradfahrer und ich wünschte, es gäbe eine solche Strecke auch auf meinem Arbeitsweg. Asphalt, durch Markierungen getrennte Fahrbahnen und das Wichtigste für schnelle Radler: Fußgänger haben einen separaten Bereich.

Das Foto zeigt Sandra auf einem fertig gestellten Teilstück des RS in Mülheim an der Ruhr
Eins der fertiggestellten Teilstücke des Radschnellwegs Ruhr (im Hintergrund die Mülheimer Innenstadt)

Über die Rampe gelangt Ihr wieder zurück auf den RuhrtalRadweg und radelt später noch am Aquarius Wassermuseum vorbei. Wer die ganzen industriekulturellen Highlights im Ruhrgebiet gerne besuchen möchte, sollte sich übrigens vor Antritt der Reise die RUHR.TOPCARD holen. Ihr zahlt einmal die Karte und könnt damit Museen, Zoos, Industriedenkmäler und vieles mehr entlang der Strecke ohne weitere Kosten erleben. Meist spart man bereits nach wenigen Besuchen.

Das Foto zeigt Sandra am Aquarius Wassermuseum in Mülheim an der Ruhr
Das Aquarius Wassermuseum in Mülheim an der Ruhr

RuhrtalRadweg Endspurt, ich erreiche den Zielort Duisburg

Ich habe die erste Duisburg Infotafel passiert und freue mich jetzt schon auf das Ziel. Aber erst geht es noch zum Innenhafen in Duisburg und dort kann man wunderbar etwas essen.

Neben einer Marina mit kleinen Booten, haben hier viele Firmen ihren Sitz. Mittags und abends wird es im Innenhafen voll, denn es gibt eine große Auswahl an Restaurants und durch die spätere Beleuchtung der Gebäude sieht es hier besonders schön aus.

Die letzten Kilometer auf dem RuhrtalRadweg

Zum Schluss erwartet mich tatsächlich noch eine blöde Umleitung, da der RuhrtalRadweg durch eine Autobrückensanierung gesperrt werden musste. Aber jetzt: Das Ende ist wortwörtlich in Sicht und der letzte Kilometer tritt sich so leicht wie kein anderer auf der gesamten Strecke. Ich komme nach 240 gefahrenen RuhrtalRadweg-Kilometern an der Rheinorange in Duisburg an und bin überwältigt. Eine schlichte, aber riesige orangene Steele bedeutet in dem Moment etwas enorm Großes für mich: Das Ziel und Ende einer aufregenden Zeit ist erreicht!

Das Foto zeigt Sandra an der Rheinorange in Duisburg, dem Ziel des RuhrtalRadwegs
YEAH! ICH HABE ES GESCHAFFT! Ich erreiche nach 240 geradelten Kilometern die Rheinorange in Duisburg am Ende des RuhrtalRadwegs

Da ich heute erst 35 Kilometer gefahren bin und mir das mittlerweile total wenig vorkommt, lege ich den Weg nach Hause spontan auch noch mit dem Rad zurück (übrigens ein toller Weg, durch Oberhausen vorbei am Gasometer, der „Slinky Springs to Fame“-Brücke und dem Zauberlehrling).

Urlaub auf dem RuhrtalRadweg – Mein Fazit: Machen! Unbedingt!

Ich habe es geschafft, ich bin über 250 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren (inklusive der Wege zum Hotel und meiner Abreise) und das als Urlaub. Um meine Frage vom Anfang zu beantworten: Radurlaub, geht das? Ist das cool? Es ist sowas von cool und auch noch viel einfacher, als ich es mir vorgestellt habe.

Mein Urlaubshorizont hat sich definitiv erweitert. Ich bin sogar so sehr angefixt, dass dies garantiert nicht mein letzter Radurlaub war.
Und ganz abgesehen davon, dass „Urlaub in Deutschland“ aufgrund der Coronakrise derzeit angesagt ist, solltet Ihr einen Radurlaub generell einfach mal in Betracht ziehen. Ihr seht unheimlich viel, seid an der frischen (bei mir auch mal nassen 😀 ) Luft und bewegt Euch.

Das minimalistische Leben aus der Packtasche hat mir ebenso gut gefallen, wie die abwechslungsreiche Region. Apropos abwechslungsreich: Nicht nur die unterschiedlichen Etappenorte entlang der Strecke sorgen für eine solche Abwechslung, sondern auch die Strecke selbst. Von Waldwegen, über Schotterböden und wassergebundene Decken, bis hin zu asphaltierten Teilen ist alles dabei. Auch die ordentlichen Steigungen mit anschließenden Abfahrten, haben mir, neben den überwiegend flachen Strecken, ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Genau diese Abwechslung hat für mich den Fahrspaß ausgemacht!

Spoiler: Der „neue“ RuhrtalRadweg

Nun musste ich ja auch ich die unschöne Umleitung kurz vor dem Zielpunkt der Rheinorange fahren und haltet Euch fest: Die Sanierung der besagten Brücke soll tatsächlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Muss das sein, dass eine schöne Radreise mit einer blöden Umleitung endet? Nein, muss es nicht. Nun darf ich Euch verraten, dass das Ende des RuhrtalRadwegs pünktlich zum Beginn der Saison 2021 für die Zeit der Umleitung verlegt wird. Ich habe mir das mal genauer angesehen und Euch ein paar Bilder gemacht!

Ihr fahrt zukünftig durch den Stadtteil Ruhrort, der aus jeder Pore Hafenflair versprüht: Schiffscontainer, Flusskreuzfahrtterminal, Schifferbörse, Schifffahrtshaus usw. Nicht zu vergessen aber auch die Horst-Schimanski-Gasse, die dem berühmten Tatort-Kommissar gewidmet ist.

Der neue Zielpunkt wird dann die Mühlenweide sein, an der Ihr Euer letztes Radreise-Bierchen (oder standesgemäß Radler) trinken und auf eine (hoffentlich auch für Euch) wunderschöne Zeit zurückblicken könnt. Lasst Ihr den Blick auf den imposanten Rhein etwas nach links schweifen, seht Ihr in der Ferne auch die Rheinorange. Wem das nicht reicht, der kann selbstverständlich weiterhin zu der gewohnten orangenen Skulptur fahren (alles bleibt als Alternative ausgeschildert), muss dann allerdings die besagte Umleitung in Kauf nehmen. Entscheidet Ihr! 😉

RuhrtalRadweg

Website: www.ruhrtalradweg.de
Facebook: www.facebook.com/RuhrtalRadweg

Die Adressen zum Artikel:

H1 am See
Am Hentenberg 1
59872 Meschede
www.h1amsee.de

Villa Wesco
Bahnhofstraße 205
59759 Arnsberg
www.villa-wesco.de

Gutsbrennerei Bimberg
Lenninghauserweg 1
58640 Iserlohn
www.brennerei-bimberg.de

Schwerter Senfmühle
Ruhrstr.16
58239 Schwerte
www.schwerter-senfmuehle.de

Picasso im Ruhrblick
In der Lake 19
58456 Witten
www.picassoimruhrblick.de

Lieblingsbude
Hardenbergufer 388
45239 Essen

Chili’s Bar – Restaurant – Sushi
Philosophenweg 19
47051 Duisburg
www.chilis-duisburg.de

4 Kommentare auf den Beitrag “Der völlig andere Urlaub – Mit dem Rad auf dem RuhrtalRadweg

    • Hallo Wilfried, ich konnte auf meiner Radreise bereits einige Trinkwasser Zapfstellen am Wegesrand sehen, die allerdings wegen des Coronavirus nicht in Betrieb waren. Zusätzlich sind wir aber tatsächlich gerade in Gesprächen, um bestenfalls eine flächendeckende Versorgung mit Trinkwasser bereitzustellen. Am Montag sind wir sogar bei einem Vor Ort Termin. Du kannst also gespannt sein :-). Viele Grüße, Sandra

  1. Hallo Frau Sandra. Ihr Artikel“Der völlig andere Urlaub mit dem Rad auf dem Ruhrtalweg“ , von Winterberg nach Duisburg, ist vom Anfang bis zum Ende Ihrer Zeilen sehr sehr interessant, spannend und informativ geschrieben. Sie haben jeden Tag Ihre Eindrücke und Erlebnisse unter anderem auch durch das Bildmaterial veranschaulicht. Es gibt sehr viele Tips, die im kommenden Jahr für unsere Radtour zum Nachahmen verwendet werden sollen. Vielen Dank.

    • Liebe Margot, vielen Dank für den Kommtentar! Es freut mich sehr, dass Ihr den RuhrtalRadweg nächstes Jahr fahren werdet und ich wünsche Euch bereits jetzt eine tolle Tour! Viele Grüße, Sandra

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