von Nina | 16. Juni 2021 | KATEGORIEN Genuss | 5 Kommentare

2018 hat meine Kollegin Laura Euch im ersten Teil des Eisdielen-Checks bereits zwei sehr unterschiedliche Eiscafés vorgestellt. Drei Jahre später habe ich mir gedacht: Da geht noch mehr! Eis zählt zu meinen Lieblings-Süßigkeiten – nicht nur im Sommer. Auch meine Kinder lieben es. Die Frage nach einem Eis wird hier durchaus bereits direkt nach dem Frühstück gestellt. Und natürlich verneint, meistens zumindest. Wobei: Ist Eis morgens denn ungesünder als am Nachmittag? Ich denke nicht. Ehrensache also, dass ich zumindest das große Kind mit dabei habe, als ich mich Anfang des Monats aufmache, um die ausgewählten Eisdielen zu besuchen.

„Emma the Mu“ in Bochum

Unsere erste Station ist „Emma the Mu“ auf der Huestraße in der Bochumer Fußgängerzone. Die gleichnamige Tochter ist natürlich begeistert, dass man hier eine Eisdiele nach ihr benannt hat.

Das Bild zeigt die Eismanufaktur Emma the Mu
Nicht nur das Design überzeugt bei „Emma the Mu“

Das Design des Ladens gefällt mir sofort, die Grün- und Rosatöne sind genau mein Geschmack. Eine Freundin hatte uns bereits im Vorfeld empfohlen, unbedingt zum Eis auch die diversen Toppings und Saucen auszuprobieren – wir haben also gleich in mehrerer Hinsicht die Qual der Wahl. Sogar mit Früchten kann man seinen Eisbecher gegen einen geringen Aufpreis „toppen“.

Das Bild zeigt Emma the Mu von innen
Die Qual der Wahl bei Toppings und Saucen

Die Tochter entscheidet sich dafür, ihre zwei Eiskugeln mit zerkrümelten Oreo-Keksen zu versehen und meine Wahl fällt ganz klassisch auf Erdbeersauce, mit der die Sahne verziert wird.

Das Bild zeigt die Karte der Eisdiele Emma the Mu
Einmal alles, bitte!

Kürbiskernöl geht auch als Eis

Zum ersten Mal probiere ich auf Empfehlung der netten Bedienung hier die Sorte „Kürbiskernöl“ und bin sehr angetan. Auch das Erdbeersorbet (vegan!) schmeckt extrem lecker.

Das Bild zeigt eine Person mit einem Eis in der Hand
Hier wird man nett bedient und beraten

Das Sortiment bietet alles – vom Klassiker bis hin zu etwas experimentelleren Sorten. Dabei ist aber zu beachten, dass nicht immer alle Sorten vorrätig sind. Uns schmeckt es jedenfalls richtig gut und der Werbeslogan „Kreativ – Natürlich – Handgemacht“ erscheint durchaus zutreffend.

Das Bild zeigt Nina mit einem Eis
„Mach doch mal ein komisches Gesicht!“ – „Okay.“

Fast schon schade, dass die zwei Kugeln so üppig sind, dass wir danach satt sind. Auf der Karte entdecke ich nämlich einiges, das mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Ich bin ein großer Fan von Lütticher Waffeln mit Eis, die probiere ich auf jeden Fall beim nächsten Besuch!

Nachhaltigkeit wird groß geschrieben

Emma the Mu legt Wert auf Nachhaltigkeit und bezieht die Milch und den Großteil der weiteren Zusatzstoffe aus der Region. Gerade in Zeiten des Klimawandels ein wichtiger Aspekt, finde ich. Hergestellt wird das Eis in Herne, wo sich ebenfalls ein Ladenlokal befindet. Die Website berichtet davon, dass die Macher hinter „Emma the Mu“ kein geringeres Ziel hatten, als das beste Eis der Welt zu kreieren. Da wird Euch wohl nichts anderes übrig bleiben, als mal vorbei zu schauen und Euch davon zu überzeugen, ob das gelungen ist!

Lønni – Die Eismanufaktur im Essener Südviertel

Viele Jahre habe ich im Südviertel in Essen gewohnt. Damals befand sich in den Räumlichkeiten der Eismanufaktur Lønni eine alteingesessene italienische Eisdiele. Obwohl ich eigentlich ein Fan des Charmes bin, den solche Läden normalerweise versprühen, war ich dort nicht ein einziges Mal Eis essen. Hätte es Lønni damals schon gegeben, wäre das vielleicht anders gewesen! Hier mutet – wie der Name schon verrät – alles sehr skandinavisch an, angefangen bei der Farbgestaltung der Eisdiele.

Das Bild zeigt die Eisdiele Lønni von außen
Lønni liegt ganz zentral an der Ecke Gutenbergstraße/Moltkestraße in Essen

Hip, hipper – Südviertel?

Nachdem wir unser Eis geholt haben, setzen wir uns auf eine Bank vor dem Laden. Ich fühle mich direkt sehr urban, denn die Straßenbahn rattert direkt neben uns um die Kurve und die Menschen, die sich bei Lønni ein Eis holen, kommen mir auch irgendwie hip und großstädtisch vor. Vielleicht ist es aber auch nur der Corona Nebel, der sich langsam lichtet und plötzlich irgendwie alles hip erscheinen lässt, das sich außerhalb der eigenen vier Wände abspielt.

Anders, aber lecker

Aber zurück zum Wesentlichen. Das Eis schmeckt irgendwie anders, aber auf eine gute Art. Man merkt, dass deutlich weniger Zucker und mehr Obst verwendet werden als üblich. Auf Chemie wird natürlich verzichtet und ich erfahre, dass bis zu 70% der angebotenen Eissorten vegan sind, der Rest wird aus Bio-Milch und Bio-Sahne hergestellt. Ich habe mich heute neben „Kjeksdejg“ für die ausgefallene Sorte „Orange-Ingfer-Mynt“ entschieden. Die finde ich im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, aber hinten raus dann doch sehr lecker.

Das Bild zeigt die Kühltheke der Eisdiele Lonni
Ausgefallene Namen, ausgefallener Geschmack

Meine große Tochter leistet sich leider einen (vorhersehbaren) Fehlgriff und mag die „Dark Sjoko“ so gar nicht. Die Kleine ist aber mit ihrer Kugel „Vanilje“ sehr glücklich.

Das Bild zeigt Frida mit Eis
Spannend, was hier so alles passiert

Insgesamt gefällt mir die Eisdiele sehr gut, auch das Konzept überzeugt. Auf der Karte stehen auch diverse Kuchen, die – wie auch das Eis – auch für ernährungstechnische Spezialfälle geeignet sind. Mein Mann wird sich wie viele andere freuen, hier glutenfreie Teigwaren vorzufinden.

Das Bild zeigt die Tafel in der Eisdiele Lonni
Waffel klingt auch gut! Im Winter vielleicht…

Letzter Halt: Italien

Die letzten beiden Eisdielen im Check sind echte Klassiker. Da Laura bereits ausführlich über das Eiscafé Casal in Essen Frohnhausen berichtet hat, gehe ich hier nicht allzu sehr ins Detail. Sie hat definitiv nicht zu viel versprochen! Unseren ersten Versuch eines Besuchs wagen wir an einem sommerlichen Sonntagnachmittag. Im Nachhinein eine offensichtliche Schnapsidee, denn als wir uns mit dem Auto nähern, sehen wir bereits eine mindestens 150 Meter lange Schlange vor dem Ladenlokal.

Das Bild zeigt die Eisdiele Casal von außen
Sieht nicht nur schick aus, sondern schmeckt auch so

Im zweiten Anlauf wird es was

Am nächsten Tag sind wir schon mittags um 12 da und sind auch jetzt bei Weitem nicht die einzigen Gäste. Dass lange Schlangen auch im Winter an der Tagesordnung sind, erfahre ich später im Gespräch mit der Inhaberfamilie. Den Laden gibt es seit über 70 Jahren, aber er ist durchaus mit der Zeit gegangen. Das Ambiente ist nicht überfrachtet, sondern schick und modern. Auch hier fällt die Auswahl unter den unfassbar lecker aussehenden Eissorten in der Kühlung schwer.

Das Bild zeigt Street Art auf einem Stromkasten
Unterschreib ich sofort!

Salzkaramell und Cheesecake auf Platz eins

Unsere Wahl fällt mit Salzkaramell und Cheesecake auf zwei der beliebtesten Sorten und bereits nach einem Löffel wird klar, dass sie dies zurecht sind.

Das Bild zeigt zwei Eisbecher im Casal
Ja, es schmeckt so gut, wie es aussieht

Das  Eis schmeckt wirklich genauso, wie ich mir echtes italienisches Eis vorstelle. Familie Casal betreibt unter dem Namen „Latte + Co“ inzwischen auch eine Filiale auf der Frintroper Straße in Essen Frintrop. Hier werde ich in sicher nicht ferner Zukunft auf jeden Fall auch vorbei schauen – dieses Mal hat die Zeit leider nicht mehr gereicht.

Das Bild zeigt Nina vor der Eisdiele Casal
Eine Sitzbank gibt es direkt vor der Tür – gut für „Mitnehmer“

Kindheitserinnerungen in Mülheim-Dümpten

Last but not least möchte ich Euch das Eiscafé Senatore in Mülheim-Dümpten vorstellen. Hier war ich als Kind mit meinen Eltern und meiner Schwester Dauergast und bin es heute mit meiner eigenen Familie. Seit ich mich erinnern kann, gehen wir nicht „Eis essen“, wir gehen „zu Senatore“. Und ich glaube, genau so trifft es auf viele andere Familien im Stadtteil zu.

Das Bild zeigt die Eistheke der Eisdiele Senatore
Wie oft habe ich hier wohl schon gestanden?

Familienbetrieb seit 1978

Familie Senatore betreibt ihre Eisdiele seit 1978. Inzwischen führt Tochter Daniela den elterlichen Betrieb,  aber auch die Seniorchefin steht noch hinter der Theke und ist immer offen für einen Plausch, wenn es die Zeit zulässt. Das Eiscafé selber sieht weitestgehend noch genauso aus wie in meiner Kindheit, selbst die Bilder der Eisbecher in den Schaukästen sind noch genau dieselben wie damals, als ich immer den Kinder-Schokobecher bestellte.

Das Bild zeigt die Karte in der Eisdiele Senatore
Der Kinder-Schoko-Becher war schon vor 35 Jahren ein Hit

Sicher, die Preise wurden angepasst und das Sortiment beispielsweise um ein veganes Angebot erweitert. Was aber ebenfalls geblieben ist, ist die Qualität: Hausgemachtes italienisches Eis schmeckt (hier) einfach am besten.

Sonderwünsche? Kein Problem!

Und nach langer Schließung wegen Corona oder der Beschränkung auf den Außer-Haus-Verkauf freue ich mich zu sehen, dass die Terrasse bis auf den letzten Platz gefüllt ist und auch drinnen viele Tische besetzt sind. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die Freundlichkeit der Bedienung sowohl hinter der Theke, als auch im Café, und zwar nicht nur heute, sondern immer! Jeder Sonderwunsch wird mit einem Lächeln erfüllt. Meine große Tochter wünscht sich heute ein Kinder-Spaghetti-Eis aus drei verschiedenen Eissorten – kein Problem! Auch mein Erdbeerbecher ist nicht von der Stange, denn ich mag zwar Erdbeeren, aber kein Erdbeereis.

Das Bild zeigt drei Eisbecher
Fünf Minuten später war alles weg

Mit dem Ergebnis meiner Eigenkreation bin ich sehr zufrieden. Wir verabschieden uns und mit Blick auf die nahenden Sommerferien weiß ich, dass wir Familie Senatore in den nächsten Wochen seeehr häufig sehen werden.

Das Bild zeigt Blumen
Draußen sitzt es sich auch nett

Modern oder traditionell – mein Fazit

In allen Eisdielen, die ich für diesen Blogartikel besucht habe, hat mir das Eis gut geschmeckt. Wenn ich mich aber jetzt festlegen müsste, bis zu meinem Lebensende nur noch in einer einzigen Eisdiele Eis essen zu dürfen, so wäre es vermutlich eine italienische. Insgesamt fällt mir der Vergleich aber schwer, denn jeder der vorgestellten Läden hat seine eigene Geschichte, sein eigenes Konzept und vor allem seinen ganz eigenen Charme. Ich finde, Eisdielen kann es nicht genug geben!

Tags: , , , , , , , , ,

Eisdielen-Check im Ruhrgebiet

Diesen Beitrag teilen
Eisdielen im Ruhrgebiet

Emma the Mu
Huestraße 11
44787 Bochum
Website: www.emmathemu.de/eisdiele-bochum
Instagram: www.instagram.com/emmathemu_offiziell
Facebook: www.facebook.com/emmathemu

Lønni
Gutenbergstraße 72
45128 Essen
Website: www.lonni.de
Instagram: www.instagram.com/lonni_eismanufaktur
Facebook: www.facebook.com/lonnieismanufaktur

Casal
Mülheimer Straße 62
45145 Essen
Website: casal1950.de
Facebook: www.facebook.com/eiscasal

Neue Filiale: Latte + Co
Frintroperstraße 431, 45359 Essen
Website: www.latteundco.de
Facebook: www.facebook.com/latteundco
Instagram: www.instagram.com/latteundcoFRINTROP

Eiscafé Senatore
Heiermannstraße 10
45475 Mülheim an der Ruhr
Facebook: www.facebook.com/EiscafeSenatore
Instagram: www.instagram.com/eiscafe_senator

5 Kommentare auf den Beitrag “Modern oder lieber traditionell? Der Eisdielen-Check Teil 2

  1. Alles schön und gut,vielleicht könnt ihr mir helfen, suche echtes softeis im ruhrgebiet ,komme aus Bochum, würde mich freuen über Nachrichten…….mfg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folge uns in den sozialen Netzwerken

Die #MEINRUHRGEBIET Video-Sammlung