von Heike | 20. Februar 2019 | KATEGORIEN Erlebnis, Industriekultur | 0 Kommentare
Das Bild zeigt die stählerne Spiralskulptur auf der Halde Franz im Lippepark Hamm
Spiralen-Haldenzeichen auf der Halde Franz im Lippepark Hamm

Zollverein, das Dortmunder-U und Tiger & Turtle habt Ihr schon gesehen? Das Bergbau-Museum Bochum, der Gasometer und der Landschaftspark Duisburg-Nord sind für Euch ein „alter Hut“? Dann wird es allerhöchste Zeit, sich meine kleine „Feine-Orte-Liste“ für das Ruhrgebiet anzuschauen! Ich könnte drauf wetten, dass Ihr einiges davon noch nicht besucht bzw. sogar noch nie davon gehört habt!

Ein unentdecktes Haldenschätzchen

Im Lippepark Hamm thront sie auf dem Gipfel von Schacht Franz, die stählerne Spiralskulptur in meiner absoluten Lieblingsfarbe, orange! Die Gute-Laune-Farbe macht nicht nur gute Laune, sie bewirkt auch eine Weithin-Sichtbarkeit der Haldenzeichen! Fünf derer entstehen nach und nach im Landschaftspark im Hammer Westen und zwar auf den Halden Radbod, der Kissinger Höhe, sowie den Halden Sundern und Humbert. Die letzten beiden sind allerdings noch nicht zugänglich. Die ca. 10 Meter hohe Spirale ist frei begehbar und so kann man den Blick schweifen lassen über die pottsche Industriekulisse, den Datteln-Hamm-Kanal, die Lippe oder einfach nur über das nahe Grün der Haldenparks. Neben Schaukeln und großen „Findlingen“ gibt es hier auch einen Mountainbikepark und unterhalb einen großzügigen Spielplatz. Und wer richtig ambitioniert ist, besteigt sein Rad und radelt auf der Römer-Lippe-Route entlang der Lippe weiter, auf die Ihr hier unmittelbar einsteigen könnt. Tipp: Nach dem Abstieg auf dem Herringer Marktplatz unbedingt in die Kuhbar einkehren! Mehr pottsche Haldenliebe findet Ihr auch in Katalinas Artikel!

 

Den Ruhrpott mal vom Wasser aus sehen

Ihr habt keinen Bock auf verstopfte Straßen und Autobahnen und auch keine Lust, selbst zu trampeln? Dann steigt doch einfach mal auf ein Schiff! Diverse Wasserstraßen laden Euch ein, Pott-Sehenswürdigkeiten vom kühlen Nass aus zu entdecken.

Das Bild zeigt die Brücke "Slinky Springs to Fame" im Kaisergarten Oberhausen
„Slinky Springs to Fame“ schaukelt im Wind und beeindruckt durch seine Architektur

Steigt ihr beispielsweise an der Slinky Springs to Fame Brücke im Kaisergarten Oberhausen ein, führt Euch die Route über den Rhein-Herne-Kanal (selbiger steht übrigens im Mittelpunkt des Kulturkanal-Projekts und wird feierlich am 28. April 2019 mit einer Schiffsparade eröffnet) Richtung Nordsternpark in Gelsenkirchen am Zauberlehrling vorbei! Der tanzende Strommast – Zauberlehrling, übrigens inspiriert von Goethes gleichnamiger Ballade um einen aufmüpfigen Lehrling, unweit des Gehölzgarten Haus Ripshorst – ist schon schräg anzusehen. Im Nordsternpark– wo sich ein Halt anbietet, da dort nicht nur der Herkules von Gelsenkirchen oben auf dem Nordsternturm thront, sondern drum herum auch ein ausgedehnter Park mit Picknickmöglichkeiten und einer kleinen Gastro am großen Spielplatz auf Euch wartet – werdet Ihr von den beeindruckenden roten Brückenbögen begrüßt. Links und rechts am Rhein-Herne-Kanal warten auf der Weiterfahrt Richtung Herne diverse Kunstobjekte, die Ihr entspannt schippernd ansehen könnt.

Ganz geschmeidig ist auch die Schiffsroute ab Essen-Kettwig Richtung Baldeneysee, wobei hier weniger die Uferkunst, als das entspannte Treibenlassen im Vordergrund steht.

 

Einzigartige Übernachtungserlebnisse

Aus der Röhre gucken – das gilt im wahrsten Sinne des Wortes im BernePark, einer stillgelegten Kläranlage in Bottrop-Ebel. Dort befindet sich das Parkhotel des österreichischen Künstlers Andi Strauß. Hier läuft es nach dem „pay-as-you-wish-Prinzip“. Vorreservieren kann man eine der fünf Röhren online und muss dann lediglich bei Schlüsselübergabe einen Pfand hinterlegen. Ein „Bad-Container“ hält Toiletten und Duschen bereit, ansonsten herrscht Camping-Atmosphäre. Wie es im Pott aber üblich ist, ist die nächste Bude nicht weit. Wenn die Gastronomie geschlossen hat, könnt Ihr Euch dort mit dem Nötigsten versorgen (süße Tüte, Bierchen…). Das beständige Klackern der Brückennähte auf der nahen A42 ist so beruhigend, das man im Nu eingeschlafen ist (vielleicht sorgt dafür aber auch der Schlummertrunk). Life-Hack: Immer den Schlüssel der Röhre mit rausnehmen, es gibt kein Backup, wenn man sich ausgeschlossen hat. 😉

Ihr liebt das Campingfeeling? Dann ist Ruhrcamping von Simone Bauer direkt am Ufer der Ruhr in Essen bestimmt was für Euch! Hier könnt Ihr in umgebauten Bauwagen schlafen und die himmlische Ruhe genießen! Wenn Ihr Simone und ihr Bauwagenhotel näher kennenlernen wollt, schaut Euch doch ihr Porträt aus unserer Videoreihe „Mein Ruhrgebiet“ an!

Im Schwebezelt in der Dingdener Heide perfektioniert Ihr das Campinggefühl – hier hängen die Zelte zwischen den Bäumen – ein absolut einmaliges Schlaferlebnis! Mehr ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten im Ruhrgebiet findet Ihr auch in Rebeccas Artikel.

Das Foto zeigt ein Schwebezelt in der Dingdener Heide
Zwischen den Bäumen schwebend schlafen in der Dingdener Heide, Foto: Michael Kurkowiak

Was essen im Pott?

Die Frage stellt sich eigentlich nicht, denn im Ruhrgebiet müsst Ihr natürlich eine Currywurst probieren, am liebsten in Kombi mit einer Portion Pommes Majo. Da die Geschmäcker aber durchaus verschieden sind, hat die moderne Kulinarik-Szene mittlerweile auch vegetarische Currywurst und dergleichen mehr in petto – empfehlenswert an dieser Stelle ist Sandras Blogartikel über die neusten Currywursttrends.

Das Foto zeigt eine Currywurst mit Pommes und Majo
Mantaplatte, CPM oder einfach ne Curry-Pommes gehören zum Pott

Eine weitaus größere Bandbreite an kulinarischen Genüssen hält ein Feierabendmarkt bereit – diese gibt es mittlerweile in vielen Ruhrgebietsstädten. Besonders empfehlenswert ist der Moltkemarkt auf dem Springerplatz in Bochum (Katalina was here) immer freitags perfekt zum Wochenend-Start oder der Oberhausener Feierabendmarkt (I was here 😉 ), immer donnerstags – dem kleinen Freitag – und momentan im Winterquartier im Zentrum Altenberg, danach wieder im Freien auf dem Saphorishje-Platz. Ich liebe diese Märkte vor allem deshalb, weil man hier bei einem Glas Wein schnell ins Gespräch mit anderen Marktbesuchern kommt und ein absolut urbanes Lebensgefühl genießen kann!

Das Foto zeigt den Moltkemarkt in Bochum
Bei einem Glas Wein oder Kaffee auf dem Moltkemarkt…

 

Wie am besten rumkommen im Ruhrgebiet?

Gut angebunden ist er, der Pott. Über diverse große und kleine Bahnhöfe, nahezu unzählige Autobahnen und entsprechende Abfahrten lassen sich fast alle Winkel des Ruhrgebiets sehr gut erreichen. Vor Ort nutzt Ihr am Besten den ÖPNV, um ohne innerstädtische- oder Autobahnstaus von A nach B zu gelangen. Perfekt für Euren Aufenthalt im Ruhrgebiet ist die WelcomeCard.Ruhr – 24, 48 und 72 Stunden freie Fahrt in einem Teilbereich des ÖPNV, den Ihr Euch vorher aussucht. Zusätzlich erhaltet Ihr freien Eintritt bei ausgewählten Attraktionen und darüber hinaus 50% Rabatt auf Eintrittspreise weiterer Partner. Was übrigens immer hilft, wenn Ihr kurz vor dem verzweifeln über das komplizierte Tarifsystem stirnrunzelnd am Fahrkartenautomat steht: Fragen! Der Ruhri hilft gern, wo er kann!

Ein sportiverer Weg der Fortbewegung ist natürlich das Fahrrad. Über stillgelegte Bahntrassen, auf grünen Wegen, entlang der Ruhr, Lippe oder der Kanäle entdeckt ihr das Ruhrgebiet auf dem Drahtesel und werdet überrascht sein, wie schnell Ihr die Stadtgrenzen überwindet. Wenn Ihr Euer Rad nicht mitbringen wollt, leiht Ihr einfach eines an einer der zahlreichen Leihrad-Stationen. Diese haben natürlich auch E-Bikes im Bestand, was Eure Tour de Ruhr noch weiter erleichtert.

Freies Wlan – Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen

Eure gesammelten Ruhrpott-Erfahrungen möchtet Ihr natürlich am liebsten mit den Daheimgebliebenen teilen – was liegt da näher, als diese über Euer Smartphone auf dem Laufenden zu halten? Damit Ihr nicht Eure gesamten privaten Gigabytes dafür einsetzen müsst, bieten die Städte Duisburg, Gelsenkirchen und Bochum (hopefully to be continued…) in der Innenstadt freies WLAN ohne Registrierung an. Ihr könnt also ganz komfortabel alle Eure Freunde – und natürlich auch Euch – perfekt über Eure nächsten Must-Sees auf der Pott-Bucket-List informieren…

Das Foto zeigt ein schaukelndes Kind auf der Halde Franz in Hamm
Ich schmeiss alles hin und geh schaukeln…alles entspannt hier bei uns in #meinruhrgebiet

Ihr habt noch mehr Hacks für das Ruhrgebiet? Dann immer her damit!

Allgemeine Informationen

Lippepark Hamm – Halde Franz
59077 Hamm

Moltkemarkt auf dem Springerplatz
Springerplatz 1
44793 Bochum

Feierabendmarkt Oberhausen
Von April bis Oktober
Saporoshje-Platz   (für einige Navis Langemarkstraße)
Oberhausen

Von Dezember bis März
Zentrum Altenberg
Hansastr. 20
Oberhausen

 

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