von Ronja / Thema: Industriekultur, Shopping / am 25. Oktober 2018um13:40

Kreative Köpfe im Ruhrgebiet – wir stellen Euch 6 spannende Persönlichkeiten vor!

Bunt, lecker, künstlerisch oder einfallsreich, im Ruhrgebiet werden in zahlreichen Ateliers, Werkstätten und Denkfabriken tolle Produkte entwickelt und produziert. Besonders viel Kreativität findet Ihr auf den industriekulturellen Standorten. Ich habe mich mal umgeschaut und stelle Euch heute ein paar besonders kreative Köpfe im Ruhrgebiet vor!

Handlettering im Depot in Dortmund

Das Depot in Dortmund, im östlichen Ruhrgebiet, war früher mal die Straßenbahnhauptwerkstatt der städtischen Verkehrsbetriebe, heute ist es ein Kulturort mit jeder Menge kreativem Potential. Neben Kino, Theater und dem Restaurant „Depothek“, finden regelmäßig Ausstellungen, Märkte und Feste statt. Noch mehr Leben hauchen dem Standort die „Depotler“ ein. Sie sind kreativ Schaffende, die in den zahlreichen Räumen mit Industrieflair ihre Werkstätten und Ateliers haben. Bei einem Handlettering-Kurs haben wir Heike Kollakowski kennengelernt. Handlettering, das ist die Kunst Buchstaben und Wörter kunstvoll zu zeichnen (was gar nicht so einfach ist!). Über zwei Stunden lang hat Heike mit uns Buchstaben geübt und uns mit tollen Stiften und Techniken Wörter aufs Papier zaubern lassen. Eine wirklich tolle Zeit in einem super gemütlichem Atelier.

Ich habe sie mal gefragt, was sie denn am Kulturort Depot so schätzt. Ihre Entgegnung: „Die schönen Räumlichkeiten mit dem Charme der Industriegeschichte und die verschiedenen kulturellen Institutionen und Veranstaltungen lassen diesen Ort für mich zu einer einzigartigen Quelle der Inspiration werden. Durch mein Engagement als Vorstand im Depot e.V. darf ich diesen besonderen Kulturort auch aktiv mitgestalten.“ Das klingt doch nach einem echten Herzensort für kreative Köpfe! Wenn Ihr mehr über den Handlettering Workshop bei Heike erfahren wollt, schaut mal bei ihr auf der Website vorbei.

„Es gibt nichts Schöneres als mit und für Brautpaare Trauringe zu schmieden, die sie ein Leben lange begleiten“ – Schmiedekunst von Hecho-a-Mano

Eigentlich war es nicht Markus Buchholz‘ Plan, einmal hauptberuflich Trauringe zu schmieden. Als Informatiker hat er jahrelang hobbymäßig Messer aus Damaststahl geschmiedet. Damals waren viele seiner Kunden Jäger, die immer wieder angefragt haben, ob er nicht auch Schmuck für Ihre Liebsten herstellen könnte. Eine kleine Website mit Fotos der besonders gemusterten Schmuckstücke gab den Startschuss für mehr, ab da ging die Anzahl der Anfragen in die Höhe. Heute können angehende Brautpaare zwei Mal die Woche ihre eigenen Trauringe schmieden und Markus Buchholz hat seine Schmiedekunst zum Beruf gemacht.

Kann das jeder machen? Auf jeden Fall! Ihr trefft Euch in der Schmiede für einen sechs- bis achtstündigen Schmiedekurs. Allein das ist schon außergewöhnlich, denn normale Schmiedekurse beim Goldschmied sind viel kürzer. Als erstes probt Ihr an einem Stück Roheisen. Stahl schmieden erfordert Kraft und den Mut auch mal fester zuzuschlagen, den sammelt Ihr am Anfang. Dann geht es an Eure Ringe.

Das Bild zeigt eine Handfläche mit Ring drauf

Was ein tolles Muster! Dieses Brautpaar hat sich für sich ergänzende Gravuren entschieden

Das Besondere an den Ringen ist neben Ihren tollen Mustern, dass sie aus einem Stück, ohne Bruchkante, sind. Das erfordert eine besondere Schmiede-Technik. Wusstet ihr übrigens, dass man solche Muster durch den Einsatz von Säure sichtbar macht? Die Muster entstehen vorher durch Feuerverschweißen und Falten zweier unterschiedlicher Stahlsorten. Heute kommen Paare aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz um ihre ganz besonderen Schmuckstücke zu gestalten. Und Markus Buchholz und seine Mitarbeiterin Barbara Kruse gehen ein ums andere Mal glücklich nach Hause, denn oftmals bleibt der Kontakt mit den Brautpaaren auch nach der Hochzeit bestehen. Das Atelier der beiden findet Ihr übrigens in Dinslaken. Mehr Infos dazu: www.hecho-a-mano.eu

POTTKORN – das „beste Pop aus dem Pott“

Popcorn schmeckt nur im Kino, davon war ich fest überzeugt. Alles Probieren außerhalb hat mich nur bestätigt. Bis ich mal die verrückten und super leckeren Sorten von POTTKORN probiert habe. Meine absoluten Favoriten sind die „Zimtzicke“, sie schmeckt lecker nach Weihnachten (Zimt, Spekulatius & Bratapfelcrumble) und „Die Dröhnung“ mit belgischer Schokolade, Mahlgrad-Espresso-Bohnen und Whiskey. Super lecker! Und die nächsten Sorten stehen schon auf dem Probierplan: „Die Endstufe“ (Weißer Trüffel & Meersalz) und „Aufreisser“ (Italienischer Hartkäse, Pfirsich & Thymian). Ihr seht, es gibt nicht nur spannende Sorten mit kreativen Zutaten, sondern sie haben auch richtig coole Namen! Auf der Website von POTTKORN könnt Ihr Euch einen Überblick über die Sorten verschaffen.

Das Bild zeigt Mario Grube, den Geschäfftsführer von POTTKORN

Zig bunte, süße, salzige und leckere Sorten könnt Ihr im POTTKORN-Laden in Oberhausen erstehen

POTTKORN, die ihren Sitz mit Oberhausen mitten im Ruhrgebiet haben, sind eine echte Erfolgsstory. Gerade mal ein Jahr alt, arbeiten dort inzwischen 16 Mann, es ist Snack bei vielen VIP-Events bei der „1Live-Krone“ oder „The Voice of Germany“ und das coole Popcorn ist auf dem Weg Deutschland, die Schweiz und Österreich zu erobern. „Wir möchten das Ruhrgebiet national sexy machen!“, so Mario Grube, Geschäftsführer bei POTTKORN, als ich ihn gefragt habe, was seine Idee hinter dem coolen Produkt ist. Außerdem seien sie stolz eine Gourmetschmiede mit geilen Ideen aus dem Ruhrgebiet zu sein. Und man darf gespannt sein, denn die kreativen Köpfe sitzen schon wieder zusammen und tüfteln an neuen ausgefallenen Sorten. Wer direkt losstarten und probieren will, der kann im Shop in der Pfälzerstr. 80 in Oberhausen vorbeischauen (Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag 14.00 – 18.00 Uhr, Samstag 10.00 – 13.00 Uhr). Alternativ könnt Ihr die Leckerei online bestellen.

Das Bild zeigt ein Schälchen Popcorn, verschiedene POTTKORN-Tüten und ein Herz aus Händen geformt

POTTKORN-Liebe – getestet und für super lecker befunden

Die Grubenhelden – Ruhrgebietsmode mit einem Stück Geschichte

Hinter den Grubenhelden steht Matthias Bohm, in Gladbeck geboren und mit viel Heimatliebe dem Ruhrgebiet verbunden, mit einer besonderen Idee. In jedes seiner Kleidungsstücke ist ein Originalstück Bergmannsstoff eingewebt. Die Bergmänner trugen früher blau-weiß gestreifte Hemden, jetzt findet sich dieser Stoff in Kapuzen, als Taschen oder an anderer Stelle der Kleidung. Hinter den Kleidungsstücken stecken jede Menge Ideen, wie etwa Stoff so zu waschen, dass er wie Kohle aussieht, den Zipper als Grubenmarke nachzugestalten oder die erste Kollektion mit sieben Herren T-Shirts zu entwickeln, da das Steigerlied siebe Strophen hat. So wollen die Grunbenhelden die Geschichte der Bergmänner weitertragen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Inzwischen gibt es nicht nur Shirts, Hoodies und mehr für Männer und Frauen, sondern auch coole Klamotten für die „Kohlenknirpse“ in Form von Stramplern, Halstüchern, Schnullerketten und Mützen. Auch Accessoires werden inzwischen entwickelt. Mützen, Gürtel, Socken und Kappen sorgen für einen super coolen Look. Im Store der Grubenhelden in der Maria-Theresien-Str. 1 in Gladbeck (Öffnungszeiten Donnerstag & Freitag 13 – 19 Uhr, Samstag 10 – 16 Uhr) könnt Ihr Euer eigenes Stück Ruhrgebietsgeschichte erstehen.

Design trifft Welterbe im MÖBELLOFT auf Zollverein

Das Bild zeigt den Gründer des MÖBELLOFTS

Heimatglück im Ruhrgebiet

Wer kreative und individuell designte Möbel sucht wird im MÖBELLOFT garantiert fündig! Das junge Team hat es sich zur Aufgabe gemacht alte Werte neu zu interpretieren und die Tradition des Ruhrgebiets in ihren Möbel weiter leben zu lassen. Getreu dem Motto „Wir bauen die Kulisse für die Träume unserer Kunden“ setzen sie vor allem auf Qualität, Detail-Liebe und Nachhaltigkeit. Das Besondere für die beiden Firmengründer ist ihr einzigartiger Standort auf dem Gelände des UNESCO-Welterbe-Zollverein. Früher war das Gelände ein Spielplatz für die beiden, heute konnten sie sich ihren Traum erfüllen und mit ihrem Unternehmen „nach Hause zu kommen“.

Mit ihrem besonderen Design aus Stahl, Beton, Acryl, Glas und vielen verschiedenen Holzarten konnte das MÖBELLOFT auch außerhalb des Ruhrgebiets begeistern. Unter anderem zählen die Fußball-Profis Jonathan Tah und Christoph Kramer zu den Kunden des Möbelloft. Und für die unter Euch die auch mal gerne Promi Big Brother schauen: Euch ist bestimmt die tolle Einrichtung des Innenbereichs aufgefallen, denn die Möbel im Industrial Design stammen auch vom Möbelloft. Weitere interessante Infos und einen Blick auf die einzigartigen Möbel findet Ihr hier: www.moebelloft.com

Zucker für die Seele – Kreativmarkt

Schon der Name „Markt für Kreatives, Schönes und Handgemachtes“ klingt nach jeder Menge Sachen, die glücklich machen! Am 18. November findet „Zucker für die Seele“ auf der Zeche Carl in Essen statt (13 – 18 Uhr, Eintritt 2€). Künstler, Kreative und Designer kommen dann zusammen und präsentieren Euch Selbstgemachtes, von Einzelstücken bis hin zu kleinen Designserien. Dabei könnt Ihr selbstgemachte Kleinmöbel shoppen, Kleidung und Schmuck sowie Accessoires, Stoffe, Deko und vieles mehr erwerben. Auch für Essen und Trinken ist gesorgt, einem entspannten und kreativen Sonntag steht also nichts im Wege.

Die Zeche Carl im Essener Norden ist das ganze Jahr über ein Ort, an dem zahlreiche kreative Köpfe zusammenkommen. Dort finden neben zahlreichen Konzerten auch Partys, Comedyabende, Kabarett, Familienevents, Tanzveranstaltungen und Soloprogramme statt. Außerdem könnt Ihr Workshops und Kurse besuchen. Kleine und große Köstlichkeiten gibt es im „malakow“, dem Restaurant mit Biergarten auf der Zeche Carl. Ganz besonders die Knüppelknifte im Sommer. Nie gehört? Die Knüppelknifte ist ein leckeres süßes oder salziges Stockbrot, dass Ihr draußen über dem Tisch backen könnt. Aber auch im Winter könnt Ihr dort gemütlich essen, empfohlen wird eine Reservierung. Wenn Ihr also im Anschluss an den Kreativmarkt „Zucker für die Seele“ noch Zeit habt, dann könnt Ihr den Tag im malakow ausklingen lassen. Alles rund um den Markt findet Ihr hier: www.zuckerfuerdieseele.de.

Mein Fazit

Ich habe nur einen ganz kleinen Teil der kreativen Köpfe im Ruhrgebiet kennengelernt und fand es großartig, was für tolle Menschen, Ideen und Projekte hier verwirklicht werden! Definitiv werde ich weiter die Augen aufhalten und schauen, wen ich noch so Tolles entdecke. Habt Ihr Tipps? Dann kommentiert sie einfach unter den Artikel. Ich bin gespannt!

Allgemeine Informationen

Allgemeine Informationen

Depot e. V.
Immermannstraße 29
44147 Dortmund

Handlettering bei Heike Kollakowski – Website: www.handlettering.kollakowski.net

Hecho-a-Mano
Eppinghovener Straße 3
46535 Dinslaken

Website: www.hecho-a-mano.eu

POTTKORN
Pfälzerstraße 80
46145 Oberhausen

Website: www.pottkorn.de/

GRUBENHELDEN
Maria-Theresien-Straße. 1
45964 Gladbeck

Website: www.grubenhelden.de/

MÖBELLOFT auf Zollverein
UNESCO Welterbe Zollverein
Heinrich-Imig-Straße 10b
45141 Essen
(Kammgebäude [C 90] | Kokerei [Areal C])

Website: www.moebelloft.com

Kreativmarkt „Zucker für die Seele“ auf der Zeche Carl
Wilhelm-Nieswandt-Allee 100
45326 Essen

Website: www.zuckerfuerdieseele.de

Noch mehr Inspiration & Kreativität findet Ihr auf www.industriekultur.ruhr!




Ronja Ein Artikel von

Ich heiße Ronja und bin in Soest, vor den Toren des Ruhrgebiets, aufgewachsen. Nach Umwegen über Hessen und Niedersachsen, wohne ich nun in Bocholt und bin sehr froh, wieder in meinem Heimatbundesland zu sein. Am Ruhrgebiet schätze ich besonders die unkomplizierte und direkte Art der Menschen. Für mich ist es zudem eine faszinierende Region mit tollen industriekulturellen Orten, mit vielen abwechslungsreichen Einrichtungen und coolen Events. In meiner Freizeit bin ich am liebsten immer unterwegs und auf der Suche nach spannenden Erlebnissen. Bei der RTG bin ich für das Marketing im Bereich Industriekultur zuständig.

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