von Jochen / Thema: Rad / am 4. Oktober 2018um9:15

Zwei Tourentipps für einen legendären Saisonabschluss

Was für ein Sommer und was für eine geniale Radsaison liegen da bitte hinter uns?! Auch wenn sicherlich viele von Euch auch im Winter Touren unternehmen, so muss man doch der Wahrheit ins Gesicht schauen und erkennen, dass sich diese außergewöhnliche Radsaison langsam dem Ende zuneigt. Und natürlich verlangt dieser Radsommer ein legendäres Finale. Für mich muss da auf jeden Fall noch was Großes kommen – ein würdiger Abschluss. Wenn es Euch genauso geht, dann habe ich hier zwei unterschiedliche Ideen für sehr anspruchsvolle und lange Touren, die Eure Radsaison 2018 krönen könnten.

Das Foto zeigt Radfahrer vorm Zechengerüst der Zeche Ewald auf der Halde Hoheward in Herten

Zechengerüste sind einfach klasse Fotomotive (hier: Zeche Ewald in Herten)

Wenn Ihr den warmen und trockenen Sommer gut ausgenutzt habt und Eure Waden so kräftig sind, dass sie auch die letzten Falten aus Eurer Jeanshose pressen, dann seid Ihr auf jeden Fall fit für diese Touren. Ja, sie sind lang – ja, sie haben Steigungen. Aber: sie bleiben auch in Erinnerung und sie werden Euch als gern erzählte Geschichten durch die dunkle Jahreszeit helfen. Daher, auf geht’s auf die große Saisonabschlusstour 2018!

Tourvorschlag 1: Der große Halden-Cross

 

Die Berge des Ruhrgebiets – sie ziehen mich immer wieder aufs Neue an. Auf Radtouren versuche ich eigentlich immer, eine der Halden im Ruhrgebiet mit einzubauen. Bei dieser Tour übernehmen die Halden die Hauptrolle und werden zum eigentlichen Reisegrund. Hoch runter – hoch runter – und wieder hoch und wieder runter. Acht Halden stehen insgesamt auf dem Programm. Das schlaucht mit der Zeit und am Ende des Tages spürt man alle Muskelfasern einzeln, die einen auf die Haldenplateaus hoch gepresst haben. Aber Ihr werdet am Ende dieser Tour bestimmt richtig glücklich sein.

70 Kilometer lang – 620 Höhenmeter

Mein Tourenvorschlag startet an der größten Haldenlandschaft des Ruhrgebiets: Hoheward. Ich empfehle diese Tour eher mit einem Mountainbike, Crossbike oder Gravelbike zu fahren, denn der Bodenbelag ist teilweise recht weich. Wenn die Reifen zu schmal sind, wird man sich sicherlich hin und wieder etwas schwerer tun. Je nach Rad und Fahrkönnen ist vor allem der Cross-Country-Trail am Anfang problematisch, notfalls müsstet Ihr diesen dann weglassen oder über die breiten Wege hochfahren. In dem Fall könnt Ihr diese Tour auch mit einem Trekkingrad angehen.

Das Foto zeigt den Cross-Country-Trail auf der Halde Hoheward

Auf schmalen Pfaden: der Cross-Country-Trail auf Hoheward

Vom Zechengelände auf Ewald führt die Route zunächst über einen ausgewiesenen Mountainbiketrail über die Halde Hoheward. Der Ausblick vom Haldenplateau ist gewaltig. Anschließend geht es durch den Emscherbruch zum Rhein-Herne-Kanal und dann auf die Erzbahntrasse. Schnell folgt die nächste Halde: Pluto. Sie ist im Vergleich zur Halde Hoheward eher eine kleine Rampe, aber dennoch mit schönem Blick. An der Erzbahnbude zweigt diese Haldentour ab auf die Kray-Wanner-Bahn, bis nach einigen Kilometern die Himmelsleiter auf der Halde Rheinelbe erscheint.

Das Foto zeigt die Himmelsleiter auf der Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen

Die Himmelsleiter auf der Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen

Jetzt wird es erstmal etwas entspannter. Über das Gelände vom UNESCO-Welterbe Zollverein führt der Track weiter zum Kaiser-Wilhelm-Park, dann neben dem Nordfriedhof entlang zur Schurenbachhalde.

Das Foto zeigt einen Fotostop auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein

Ein weiterer Fotohotspot: UNESCO-Welterbe Zollverein

Ein ständiges auf und ab

Mit den Halden Mathias-Stinnes und Halde 19 folgen zwei kurze Aufstiege, bevor mit dem Tetraeder ein alter Klassiker als Bergwertung ansteht. Nach einigen Radumdrehungen folgt mit der Halde Haniel die letzte Herausforderung. Wenn Ihr den Ausblick auf das westliche radrevier.ruhr genießt, habt Ihr es eigentlich geschafft. Von hier geht es ganz entspannt zum Gasometer Oberhausen.

Als Streckentour ist die An- und Abreise natürlich etwas schwieriger. Am besten lasst Ihr Euch von jemandem zum Startort bringen. Oder Ihr fahrt zum Hauptbahnhof in Wanne-Eickel und radelt die letzten Meter. Von Oberhausen kommt man über den Hauptbahnhof ebenfalls ganz gut weg mit der Bahn.

Tourvorschlag 2: Die Bergische Panoramarunde

 

Für mich eine der klaren Königsetappen hier in der Region – ein wenig radrevier.ruhr, ein wenig Bergisches Land. Euch erwarten richtig viele Bahntrassenkilometer und insgesamt 890 Höhenmeter verteilt über knapp 96,5 Kilometer Gesamtlänge. Ich bin die Tour im Frühjahr mit dem E-Bike gefahren, das war für mich zum Saisonauftakt schon sportlich genug. Ohne Motorisierung ist diese Tour für die Meisten sicherlich auch zum Ende der Saison eine sportliche Herausforderung.

Entspanntes Einradeln am RuhrtalRadweg

Gestartet wird in Kettwig direkt an der Ruhr. Es geht gemütlich los Richtung Werden, dann am Baldeneysee vorbei – ideales Einfahren entspannt auf dem RuhrtalRadweg bis nach Hattingen.

Das Foto zeigt die Hespertalbahn am Baldeneysee

Die Hespertalbahn am Baldeneysee

Kurz vor der Stadt biegt der Kurs ab, wir folgen nun der Tour „Von Ruhr zur Ruhr“. Schnell gelange ich auf eine alte Bahntrasse, die mich hoch nach Sprockhövel bringt. Am Anfang merk ich den Anstieg gar nicht so bewusst, man fährt halt nur etwas langsamer. Erst nach einigen Kilometern realisiere ich, dass man sich grade immer höher schraubt.

Das Bergische Land

Hinter Sprockhövel verlassen wir das Ruhrgebiet und treten ein ins Bergische Land. Durch den langen Tunnel Schee gelangen wir nach Wuppertal. Auf der Nordbahntrasse verläuft die Route wohl über eine der besten Bahntrassen-Radwege in Deutschland – tolle Ausblicke ins Tal der Wupper inklusive. In Vohwinkel endet die Trasse und es geht erstmal neben Straßen bergauf, bis die Niederbergbahntrasse beginnt. Hinter Tönisheide sind die letzten Höhenmeter gemeistert, ab jetzt geht es fast nur noch bergab. Eine fast nicht enden wollende Abfahrt führt Euch zurück ins radrevier.ruhr nach Kettwig.

Das Foto zeigt das historische Bahnviadukt bei Kettwig

Traumhaftes Bahntrassenradeln: historisches Bahnviadukt bei Kettwig

Für beide Touren: den richtigen Weg finden

Damit Ihr die Touren auch findet, habe ich Euch unten unter „Allgemeine Informationen“ die Links zu Komoot (die Übersichtskarte findet Ihr dort auch ohne Anmeldung, einfach nach unten scrollen) sowie die GPX-Daten der Touren eingestellt. Für alle, denen diese beiden Touren zu lang sind: Werft auch einen Blick auf unsere „normalen“ Tourentipps unter www.ruhr-tourismus.de/de/radrevierruhr/tagestouren-und-rundkurse.html.

Ich wünsche Euch noch schöne Herbsttouren, genießt die letzten warmen Sonnenstrahlen und jetzt rauf aufs Rad!


Jochen Ein Artikel von

Ich heiße Jochen und bin gebürtiger Essener. Nach meinem Geographiestudium in Trier zog es mich direkt zurück ins Ruhrgebiet, denn hier fasziniert mich die besondere Mischung aus Großstadttrubel und ländlicher Idylle. Am liebsten erkunde ich die Region mit dem Rad und ich freue mich darüber, dass ich diese Leidenschaft über meinen Beruf als Projektverantwortlicher des radrevier.ruhr mit vielen Menschen teilen kann. Daher stelle ich Euch regelmäßig Tourentipps vor und hoffe, auch in Euch die Begeisterung für das radrevier.ruhr zu entfachen.

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