von Rebecca / Thema: Erlebnis, Genuss / am 7. Dezember 2017um9:30

Ruhrpott-Romantik: Mein Winterwochenende in Essen

Für einen Städtetrip nach Essen fahren? Auf diese Idee wäre ich bisher nicht unbedingt gekommen. Doch seit diesem Jahr hat sich das geändert. Nachdem ich im Sommer im Rahmen eines Bloggertreffens die grünen Ecken dieser Stadt erkunden durfte, stand diesmal ihr Winterpotenzial im Fokus. Und was soll ich sagen, es wird nicht mein letzter Besuch in Essen gewesen sein, denn es gibt noch so viel mehr Schönes und Spannendes zu entdecken. Man muss nur wissen, wo. Hier kommen meine Tipps für ein gemütliches Winterwochenende in Essen.

Spaziergang durch die Gartenstadt Margarethenhöhe

Das Foto zeigt den Markt, der Mittwochs und samstags findet in der Margarethenhöhe Essen stattfindet

Mittwochs und samstags findet in der Margarethenhöhe ein kleiner aber feiner Markt statt

Ein heiß begehrtes Wohnträumchen ist die Gartenstadt Margarethenhöhe. Diese Siedlung, die Margarethe Krupp der Stadt Essen anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter stiftete, wurde 1941 fertiggestellt. Sie sollte als Paradebeispiel dafür dienen, dass ein Wohngebiet sowohl zweckmäßig als auch menschenfreundlich sein kann. Dies ist dem Architekten Georg Metzendorf wunderbar gelungen. Bei einem Spaziergang könnt Ihr die hübschen geschwungenen Giebel der Häuser, ihre mit Wein und Efeu umrankten Fassaden und grün-weißen Fensterläden bewundern. Falls ihr noch mehr über die Gartenstadt Margarethenhöhe erfahren möchtet, gibt es die Möglichkeit, über das Ruhr Museum eine Führung buchen.

Übernachten im Mintrops Stadt Hotel Margarethenhöhe

Mitten im Zentrum der weitgehend denkmalgeschützten Siedlung liegt das Mintrops Stadt Hotel. Was früher mal ein einfacher Gasthof war, ist heute ein exklusives Hotel. Vom Balkon hatte ich einen tollen Blick auf den Marktplatz und den Schatzgräberbrunnen und man fühlte sich ein wenig wie in einer Filmszene.

Das Restaurant des Hotels ist für seine gute Küche bekannt, auch externe Gäste können dort essen gehen. Mein kulinarisches Highlight war eine Cremesuppe von der Steckrübe mit Pumpernickelerde und Zitronencreme. Besonders gut gefällt mir, dass einige der Lebensmittel sogar aus eigenem Anbau stammen, denn im ländlicher gelegenen Burgaltendorf besitzt die Familie Mintrop eine bio-organisch bewirtschaftete Fläche von über 10.000 Quadratmetern. Von dieser können – je nach Saison – verschiedene Kräuter-, Gemüse- und Obstsorten geerntet und für die Hotelküche verwendet werden. Der Honig stammt von einer hauseigenen Imkerei. Obwohl das Stadthotel von außen historisch anmutet, ist es von innen sehr modern. In der Tiefgarage findet ihr sogar Ladestationen für Elektroautos.

Auf Tuchfühlung mit Tier und Natur im Grugapark

Von der Margarethenhöhe könnt ihr in etwa 15 Minuten fußläufig den Grugapark erreichen. Zugegeben, im Frühling und Sommer hat dieser mehr zu bieten, trotzdem lohnt sich ein Besuch, insbesondere, wenn Ihr mit Kindern unterwegs seid. Vor allem die Ziegen im Streichelgehege des Kleintiergartens sind sehr zutraulich und möchten gerne gefüttert werden. Dies ist allerdings nur mit dem dafür vorgesehenen Futter erlaubt. Im Park gibt es außerdem viele Schautafeln, auf denen ihr spannende Informationen zu Flora & Fauna findet.

Im Grugapark liegt übrigens auch die Grugapark-Therme, die einen großen Sauna- und Spa-Bereich hat.

Bummeln und Schlemmen auf der „Rü“

„Rü“ – so nennen die Essener ihre Rüttenscheider Straße liebevoll. Hier kann man wunderbar bummeln, shoppen und auch kulinarisch wird einem einiges geboten. Die Rü erstreckt sich über etwa zwei Kilometer und bietet über 100 Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs. Da fällt die Entscheidung natürlich gar nicht so leicht. Ihr erreicht sie am einfachsten, wenn ihr mit der U-Bahn bis zur Haltestelle Rüttenscheider Stern fahrt. Ich war dort am Vormittag unterwegs und habe mich deshalb vorwiegend auf all die süßen Versuchungen konzentriert, die einem hier begegnen.

Café Zucca

„So süß wie das Leben“ lautet das Motto des Café Zucca, das mit seinem pastellfarbenen Interieur verzaubert. Hier findet ihr kreativ-mediterrane und internationale Küche, aber natürlich auch zahlreiche verlockende Desserts wie zum Beispiel Crêpes, Waffeln und Pfannkuchen. Das nächste Mal muss ich dort unbedingt mal das Fondue au Chocolat probieren (Adresse: Rüttenscheider Straße 75).

Das Foto zeigt Bloggerin Rebecca im Café Zucca auf der Rüttenscheider Straße in Essen

Zum Einstieg meiner Tour über die Rüttenscheider Straße gab es erstmal eine heiße Schokolade im Zucca

Projekt zweibar

Im coolen Retro-Look kommt das Projekt zweibar daher: Rote Wände, grüne Sessel und ein toller alter Kachelofen. Die Küche bietet Multi-Cuisine, es sollte also für jede Tagesform- und zeit etwas dabei sein (Adresse: Rüttenscheider Straße 63).

cooki jar

Von veganem- und glutenfreiem Zimt-Chia-Krokant-Kuchen über Bananen-Nutella-Brot bis hin zur Chocolate-Chip-Torte – im cooki jar sollte wirklich jedes Schleckermäulchen fündig werden. Das Kaffeehaus liegt in einer Querstraße der Rü und hat mir, neben des vielfältigen Angebots, auch wegen der kreativen Einrichtung und der lockeren Atmosphäre ziemlich gut gefallen (Adresse: Kahrstraße 5).

miamamia

Cappuccino, Biscotti, Panini, Cioccolatini und Tiramisu – das miamamia bringt etwas italienisches Dolce Vita nach Essen. Ein Blick in die Auslage lohnt sich nicht nur wegen der zahlreichen Leckereien, sondern auch wegen des dekorativen Einsatzes von Puderzucker, den ihr dort bestaunen könnt (Adresse: Rüttenscheider Straße 74 a).

Das Foto zeigt Kaffee und Kuchen im miamamia auf der Rüttenscheider Straße in Essen

Dieses Café ist der ideale Ort für alle, die ein Herz für Süßes haben

Zeit für Kultur

Am meisten hat es mich überrascht, wie groß das kulturelle Angebot in Essen ist. Bereits während der Fahrt mit der U-Bahn sah ich Plakate mit Werbung für ein tolles Event in der Essener Philharmonie: dort wird am 29. Dezember der Märchenklassiker „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ mit Live-Orchester gezeigt. Allein diese Info ließ das Herz eines bekennenden Kitschfans wie mir schon höher schlagen. Während meiner Erkundungstour entdeckte ich eine spannende Veranstaltung und Location nach der anderen. Zum Beispiel das Essener Filmkunsttheater und die Lichtburg Essen – so viele tolle alte Kinos in nur einer Stadt …

Filmstudio Glückauf

Es war Liebe auf den ersten Blick: Das Filmstudio Glückauf ist definitiv eines der schönsten Kinos, die ich je gesehen habe. Es wurde 1924 eröffnet und ist das älteste Filmtheater des Ruhrgebiets. Nachdem es während des Zweiten Weltkriegs teilweise zerstört wurde, konnte das Filmstudio 1953 wiedereröffnet werden. 2001 musste das Kino wegen Mängeln in der Statik vorläufig geschlossen werden. Durch Spenden von Bürgern und Landesmitteln wurde 2008/2009 eine Wiedererrichtung ermöglicht – seinen nostalgischen Charme hat sich das Glückauf erhalten. Dank des hervorragenden Jahresprogramms kommen Freunde der Filmkunst hier voll auf ihre Kosten (Adresse: Rüttenscheider Straße 2).

Grillo Theater

Ein Schmuckstück in Rosa ziert die Essener Innenstadt: Das Grillo-Theater feiert sein 125-jähriges Bestehen und zählt damit zu den ältesten Theatern im Ruhrgebiet. Seinen Namen verdankt es dem Essener Industriellen Friedrich Grillo – der seiner Stadt ein Theater schenken wollte. Das Theater erhielt aufgrund seiner aufwendigen Inszenierungen eine überregionale Bedeutung. Mein Tipp: Neben den Stücken, die dort aufgeführt werden, solltet Ihr Euch auch die Treppenhäuser des Gebäudes mal genauer anschauen, sie sind eine architektonische Meisterleistung. Toll fand ich auch den Bücherschrank, der auf dem Theaterplatz aufgestellt wurde, hier habe ich ein schönes Buch entdeckt. Wenn ich das nächste Mal nach Essen komme, möchte ich dort ebenfalls ein Exemplar ablegen, denn das Tauschen ist ja schließlich die eigentliche Idee dahinter (Adresse: Theaterplatz 11)

Das Foto zeigt das Grillo-Theater in Essen in weihnachtlicher Atmosphäre

Mit Weihnachtsmarkt-Deko noch mal besonders schön – das Grillo-Theater

Weihnachtsmarkt und eine Runde Riesenrad

Passend zur Saisoneröffnung stattete ich dem Essener Weihnachtsmarkt einen Besuch ab (Tipps zu noch mehr Weihnachtsmärkten im Ruhrgebiet findet Ihr übrigens im Artikel von Sarah). Dieser war wirklich sehr hübsch geschmückt.

Das Foto zeigt das Riesenrad „Wilhelm“ auf dem Weihnachtsmarkt Essen

Begeistert auch mit seinem Farbspektrum: das Riesenrad „Wilhelm“

Eine Runde auf dem Riesenrad durfte natürlich auch nicht fehlen, denn die gehört für mich zu einem Weihnachtsmarktbesuch immer dazu. Diesen Winter dekoriert „Wilhelm“ die Szenerie. Während des kurzen Stopps auf 48 Metern, konnte ich mir einen guten Überblick über die Stadt verschaffen. Zum Abschluss meiner Essen-Tour gab es dann ein Gläschen Glühwein – bei Charly dem sprechenden Elch.

Ein Winterwochenende in Essen: Mein Fazit

Das waren meine Ideen für ein Winterwochenende, ich hoffe, sie haben Euch gefallen. Natürlich gibt es noch viel mehr schöne Dinge, die Ihr in Essen machen könnt, zum Beispiel Schlittschuhfahren auf der Zollverein Eisbahn – was ich unbedingt mal erleben möchte. Wenn Ihr noch weitere Tipps für meinen nächsten Besuch habt, freue ich mich!

Alles Fotos sind von Lukas Holzmeier für Rebeccas Welt.


Rebecca Schirge Ein Artikel von

Unsere Gastbloggerin Rebecca Schirge ist selbstständige Redakteurin mit ständigem Fernweh. Während einer abenteuerlichen Reise, die sie nach Kambodscha, Vietnam und zur Hochzeit ihres besten Freundes nach Sydney führte, berichtete sie für Familie und Freunde auf ihrem extra dafür erstellten, privaten Blog von ihren Erlebnissen. Das machte ihr so viel Spaß, dass sie ihren Blog Rebeccas Welt 2015 öffentlich machte. Darauf gibt Rebecca Tipps zu Reisen, deren Fokus auf Natur, Nachhaltigkeit, Yoga und Wellness liegt oder sie erzählt von ihren ungewöhnlichsten Übernachtungen – vom einfachen Baumzelt im Wald über eine Eco-Lodge im Regenwald Sri Lankas bis hin zum luxuriösen Schloss am Bodensee. Diese und andere Geschichten verfolgen mittlerweile mehr als zwanzigtausend Leser monatlich auf www.rebeccasreisen.de.

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