von Melissa | 29. April 2021 | KATEGORIEN Erlebnis | 3 Kommentare

Endlich Frühling und somit Zeit rauszugehen! Da die Möglichkeiten aufgrund der Pandemie immer noch sehr eingeschränkt sind, stelle ich Euch drei sehr unterschiedliche Spaziergänge in Dortmund vor, die etwas Abwechslung in den Alltag bringen.

Street Art: Graffiti Tour in Dortmund

Anfang des Jahres hatte ich auf dem Blog bereits über meine Graffiti-Tour in Bochum berichtet. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich dazu entschieden habe, Dortmund in Bezug auf Street Art mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Direkt in den Kopf gekommen ist mir dabei das Kreativquartier Unionviertel in Dortmund, welches stadtnah im Dortmunder Westen gelegen ist und viele Galerien und eben auch Graffitis hat. Los ging es also an einem Sonntagmorgen am Dortmunder U – insgesamt solltet Ihr ein bis zwei Stunden für die Tour einplanen, je nachdem wie lange Ihr an den einzelnen Stationen stehen bleiben wollt.

Das Foto zeigt das Dortmunder U
Startpunkt der Tour: Das Dortmund U

Eine grobe Übersicht über die Graffitis in Dortmund findet Ihr auf dieser Street Art Map. Allerdings sind einige Graffitis dort nicht abgebildet und an manchen Stellen gibt es neue Motive zu entdecken. Als groben Leitfaden fand ich sie aber sehr hilfreich.

Startpunkt: Das Dortmunder U

Das Foto zeigt Streetart auf einer Hauswand in der Nähe des Dortmunder Us
Das erste übergroße Graffiti

Das erste Graffiti, in der Künstlerszene Mural genannt, findet ihr direkt am Startpunkt. Ein übergroßes Motiv ziert hier eine Hauswand und leuchtet mir an diesem eher tristen Vormittag entgegen. Zu sehen ist eine urbane Skyline im comicartigen Stil mit Phantasie-Figuren belebt.

Zu zweit machen Graffiti-Touren mehr Spaß

Ich bin heute übrigens nicht allein unterwegs, unterstützt werde ich von einer wahren Kunstkennerin: Meiner Hündin. Der Vorteil – wir sind uns über meine Interpretation der Kunstwerke recht schnell einig. Es lohnt sich übrigens auch einen kurzen Zwischenstopp am Dortmunder U einzulegen. Die fliegenden Bilder direkt unter dem bekannten Wahrzeichen sind immer ein Hingucker und rund um das Gebäude stehen verschiedene Kunstinstallationen.

Das Foto zeigt ein dystopisches Graffiti am Dortmunder U
Ein neues, dystopisches Graffiti am Dortmunder U

Dieses Mural ist ganz neu und Ihr findet es, wenn Ihr auf die andere Seite des Dortmunder Us wechselt. Ich denke, dieses Kunstwerk warnt davor, wie sich unsere Welt durch digitale Transformation negativ verändern könnte. Was ist Eure Interpretation? Wenn Ihr dem kleinen Weg rechts von dem Parkplatz folgt, kommt Ihr wenige Meter weiter zum nächsten Graffiti, welches ein ganz anders Thema hat.

Auf versteckten Pfaden: Street Art in Dortmund

Etwas versteckt hinter einigen Bäumen, seht Ihr hier Nelson Mandela mit dem Zitat: „Was im Leben zählt, ist nicht, dass wir gelebt haben. Sondern, wie wir das Leben von anderen verändert haben.“ Ein ziemlich cooles Graffiti, welches mich beim Weiterlaufen nachdenklich stimmt. Nur ungefähr 50 Meter weiter findet Ihr das nächste Mural, welches von brasilianischen Künstlern kreiert wurde. Der Stil ist ein ganz anderer, das Graffiti spielt mit Farben und Formen.

Einmal abbiegen und weiter geht’s

Weitere Routenempfehlung: Wechselt die Straßenseite und folgt der Adlerstraße. Hier lohnt es sich auch immer mal wieder einen Abstecher in die Nebenstraßen zu machen: In der Sudermannstraße findet Ihr beispielsweise etwas versteckt das Mural mit dem Namen „Seht selbst“, welches einer meiner Favoriten bei der Tour ist. In der Falkenstraße sind besonders viele Hausfassaden mit Street Art verziert, unter anderen ist dort an einer Stelle die Grinsekatze aus Alice im Wunderland versteckt. Am Ende der Adlerstraße biegt Ihr links ab und folgt der Langen Straße wieder Richtung Dortmunder U.

Tierische Street Art zum Ende der Tour

Bei meiner Graffiti-Tour in Bochum hatte ich bereits über den riesigen Wal und überdimensional große Flamingos gestaunt. Auch in Dortmund durfte der Künstler Dennis Klatt an mehreren Stellen zur Farbdose greifen. Auf der Tour lauft Ihr zunächst an einem Wal vorbei, der vom Stil her dem Bochumer Wal auf jeden Fall ähnelt. Einige Meter weiter fällt mir direkt eine riesige Blaumeise ins Auge, die ebenfalls aus seiner Dose stammt.

Das Foto zeigt ein Grafftiti von einer Blaumeise in Dortmund
Eine riesige Blaumeise

Langsam neigt sich meine Graffiti-Tour dem Ende zu: Zwei sehr große und schöne Murals findet Ihr in der Nähe vom Dortmunder U und lauft auch automatisch daran vorbei, wenn Ihr der Langen Straße weiter folgt.

Die letzten beiden Graffitis findet Ihr in der Humboldtstraße. Nach rund zwei Stunden habe ich beschlossen, dass ich eine Stärkung brauche und einen kleinen Zwischenstopp bei Kugelpudel einlege. Das ist eine Eisdiele mit sehr leckerem Eis – viele Eissorten sind übrigens auch vegan!

Zum Abschluss der Tour genieße ich Eis und Kaffee auf den Stufen des Dortmunder U. Die Sonne hat sich in der Zwischenzeit auch rausgetraut. Es war ein ziemlicher cooler Tag in einem spannenden Viertel, in dem es wahnsinnig viel zu entdecken gibt.

Echte Liebe: Stadionspaziergang im Dortmunder Stadion

Das Foto zeigt den Signal Iduna Park in Dortmund
Schon von außen ein imposanter Anblick

Ein echtes Wahrzeichen der Stadt Dortmund und Heimat vieler Fußballfans: Ein Besuch des Dortmunder Stadions stand schon lange auf meiner To-Do Liste. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich vor einigen Wochen gesehen habe, dass der BVB aktuell Corona-konforme Spaziergänge anbietet.

Das Foto zeigt Fußspuren des Stadionspaziergang durch den Signal Iduna Park in Dortmund
Los geht’s mit dem Stadionspaziergang

Es hängt zwar immer von der aktuellen Inzidenz ab, aber sobald diese unter 100 liegt, können Besucher und Besucherinnen Slots buchen und auf eigene Faust einen Rundgang durch’s Stadion machen. Keine Angst, verlaufen könnt ihr Euch nicht, denn alles ist gut ausgeschildert und im Zweifelsfall weisen Euch freundliche Ordner*innen den Weg.

Wichtig: Aktuelle Infos dazu, ob das Stadion für Besucher*innen aktuell geöffnet ist, findet Ihr im News-Bereich des BVB.

Das Foto zeigt das Stadion des BVB von Innen
Bestes Wetter, beeindruckende Fotokulisse

Kurzerhand habe ich mir einen Slot gebucht und los geht’s mit dem Stadionspaziergang. Ich finde es richtig spannend, alleine durch dieses riesige Stadion zu laufen: Eine super Fotokulisse übrigens auch für Hobby-Fotografen und Fotografinnen, denn man hat die Möglichkeit, an einzelnen Punkten zu verweilen. Es gibt verschiedene QR-Codes, die Ihr mit Eurem Handy auslesen könnt und ihr bekommt auf diesem Weg Infos über das Stadion und den Verein.

Leere Ränge und ein exklusiver Blick hinter die Kulissen

Das Foto zeigt durch Corona abgedeckte Sitzplätze im BVB Stadion
Ein etwas trauriger Anblick die eingepackten Sitze

Ich folge den Markierungen auf dem Boden und komme so in die Kabine der Spieler, die ehrlich gesagt ziemlich unspektakulär aussieht – könnte auch die Kabine der Turnhalle der Schule um die Ecke sein.

Das Foto zeigt einen Ein Blick in die Kabine des BVB
Ein Blick in die Kabine

Nur die kleinen Autogrammkarten der Spieler direkt neben den Haken weisen darauf hin, dass sich hier sonst die Dortmunder Fußball-Elite auf das Spiel vorbereitet.

Noch ein Tunnel und drei Stufen bis zum Spielfeld

Weiter geht es Richtung Spielfeld: Ich laufe eine Treppe runter und stehe plötzlich in dem Tunnel, welcher zum Spielfeld führt. Nur drei Stufen trennen mich dann noch von dem großen Auftritt. Aber ich entscheide mich doch lieber am Spielfeldrand Platz zu nehmen. Der Rasen darf sowieso nicht betreten werden, er ist nämlich sehr empfindlich.

Das Foto zeigt Melissa auf der Spielerbank des BVB
Einmal Platznehmen, kurze Pause am Spielfeldrand

Letzte Station: Das Stadion-Gefängnis

Kurz bevor ich den Spaziergang durch’s Stadion beende, kann ich noch einen Ort besuchen, der den Fans im Normalfall verborgen bleibt: Das Stadion-Gefängnis. Bis zu 30 Personen können hier im Ernstfall festgehalten werden. Heute ist aber alles leer und ich gehe weiter, bis ich wieder am Startpunkt der Tour lande.

Das Foto zeigt das Stadiongefängnis des BVB
Eher unspektakulär – das Stadiongefängnis

Urban Hiking: Wanderung entlang der Emscher

Dortmund mal von einer anderen Seiten entdecken – das war die Idee, als ich mir die Wanderung, die im Dortmunder Westen startet und über den Emscherweg bis nach Deusen führt, ausgesucht habe. Die Strecke ist rund 9 Kilometer lang und wir waren mit Pausen bei schönstem Frühlingswetter etwas mehr als drei Stunden unterwegs.

Zu unserer Wandergruppe gehören heute meine Schwester und mein Hund, weil es sich zusammen doch am besten läuft.

Der hübsche Tremoniapark liegt etwas versteckt im Dortmunder Westen und ist der Startpunkt der Wanderung. Von dort geht es zunächst entlang der Straße Richtung B1 und über die Schnettkerbrücke.

Am Ende der Brücke führt Euch eine Treppe in eine Schrebergartensiedlung und von dort kommt Ihr gut auf dem Emscherweg. Die Schrebergärten strahlen richtige Ruhrpottidylle aus und zeigen wie eng Stadt und Natur in dieser Region miteinander verbunden sind.

Entlang des Emscherwegs Richtung Norden

Das Foto zeigt den Emscherweg in Dortmund
Die Strecke ist gut ausgeschildert

Auf dem ersten Teil der Wanderung lauft ihr abseits der Straße und könnt zwischendurch immer mal wieder einen Blick auf die Emscher erhaschen, die etwas versteckt rechts im Flussbett fließt.

Das Foto zeigt die renaturierte Emscher in Dortmund
Blick auf’s Wasser

Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und insbesondere wenn Ihr mal die Straße überqueren müsst, zeigen Euch die blau-weißen Schilder und Markierungen immer, wo es weitergeht.

 

Obwohl wir bei unserer Wanderung optimales Frühlingswetter haben, sind wir auf vielen Teilen des Weges allein unterwegs, was uns sehr gut gefällt. Der Weg ist nicht überall gleich gut ausgebaut und zum Teil recht schmal, doch vorbeikommende Radler und Radlerinnen nehmen viel Rücksicht. Wir stoppen unterwegs immer mal wieder, weil wir etwas entdecken, was uns interessiert.

Das Foto zeigt den Emscherweg in Dortmund
Hier führt der Weg entlang der Straße

Als wir in Dorstfeld ankommen, verändert sich die Wegeführung etwas: Rechts vom Weg ist zwar immer noch sehr grün, links liegt dafür aber die Straße. Uns stört das nicht weiter, auch wenn nun ab und an mal ein Auto vorbeirauscht. Schließlich laufen wir ein Stück durch das Hafenviertel, bis wir wieder auf den Emscherweg kommen.

Kurze Auszeit und Stärkung direkt am Wasser

Von hier aus machen wir einen kleinen Abstecher und laufen entlang des Dortmund-Ems-Kanal in Richtung der Halde Deusenberg. Wir finden es hier so schön, dass wir uns spontan entscheiden, eine Pause einzulegen und den Ausblick ein bisschen zu genießen.

Letzter Halt: Der Deusenberg

Der schöne Ausblick bei dem guten Wetter ist am Ende der Tour eine tolle Belohnung. Es war wirklich eine stadtnahe Wanderung, die viel Abwechslung zu bieten hat und richtig Spaß gemacht hat.

Drei Spaziergänge in Dortmund: Mein Fazit

Es waren drei sehr unterschiedliche Touren und alle von ihnen waren auf ihre Art wirklich spannend und haben etwas Abwechslung in den Alltag gebracht. Für mehr Ideen und Inspiration schaut doch auch mal im Blogbeitrag von meiner Kollegin Johanna vorbei, die ihre 4 liebsten Spazierwege im Ruhrgebiet vorgestellt hat. Außerdem freue ich mich über Ideen und Vorschläge in den Kommentaren, welche Touren ich noch ausprobieren könnte!

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Drei ungewöhnliche Spaziergänge in Dortmund

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3 Kommentare auf den Beitrag “Drei ungewöhnliche Spaziergänge in Dortmund

  1. Hallo,
    sehr schöne Touren, da lernt man auch als Dortmunder noch dazu.
    Danke für die Anregungen, die wir zu Coronazeiten gut nutzen können.
    Eine schöne Zeit, Sabine

    • Hallo Sabine,

      das freut mich total! Ich bin auch immer wieder überrascht, wie viele Ecken in Dortmudn ich noch nicht kenne. Viel Spaß beim Ausprobieren. 🙂

      Liebe Grüße
      Melissa

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