von Jochen | 8. September 2022 | KATEGORIEN Anne frischen Luft, Auf trallafitti, Rad | 0 Kommentare

Es ist September und damit stehen die diesjährigen GRAVEL GAMES quasi vor der Tour… äh Tür. Am 24. und 25. September werden das Gelände der Zeche Ewald und die umliegende Haldenlandschaft zum großen Gravelmekka für Radsportfreund:innen. Dieses Jahr wird es noch mehr Touren geben, die entweder begleitet von einem Guide oder auch individuell nachgeradelt werden können. Eine dieser Touren möchte ich dir heute ausführlicher vorstellen, denn natürlich kannst du die Graveltouren jederzeit auch abseits des Gravelfestivals radeln.

Das Foto zeigt eine Broschüre des radrevier.ruhr zum Thema Graveln und Mountainbiken im Ruhrgebiet
Die GravelGames 2022 stehen vor der Tür

Ähm, Moment mal? Was sind denn bitte die GRAVEL GAMES???

Die GRAVEL GAMES sind das größte Bikefestival für Gravelbiker:innen in Deutschland. Letztes Jahr war die Premiere, die schon richtig gut geklappt hat. Und dieses Jahr wird alles natürlich noch ein bisschen chicker und größer und für alle Besucher:innen damit noch besser. Neben sportlichen Challenges erwartet dich vor allem ein tolles Festivalgelände, auf dem du dich über aktuelle Trends, die neueste Technik und natürlich stylische Klamotten informieren und ggf. diese auch direkt kaufen kannst. Auch die Kulinarik kommt mit deftigen Burgern, veganen Leckereien und passenden Kaltgetränken nicht zu kurz. Wir informieren vor Ort über die RadReiseRegion radrevier.ruhr und organisieren mit der Hilfe toller Guides spannende, geführte Radtouren in die Region. Von der einfachen Einsteigerrunde über lässige Gravelrides bis hin zu fordernden Touren ist eigentlich alles dabei. Daher sollte eigentlich jede:r Gravelbiker:in dieses Festival fest im Kalender notiert haben.

Umsonst und Draußen: die GRAVEL GAMES auf der Zeche Ewald

Die Zeche Ewald ist natürlich eine wunderbare Kulisse für dieses Radevent. Und mit den Halden Hoheward und Hoppenbruch liegen gleich zwei tolle Testberge direkt vor dem Festivalgelände. Auch die weitere Umgebung bietet Gravelfreund:innen sehr viel Abwechslung, daher wird auch wieder das Tourenprogramm richtig spannend sein. Das Beste für dich: die Teilnahme an den Touren ist kostenlos! Einfach mit netten anderen Biker:innen ein tolles Gravelwochenende im Ruhrgebiet verbringen – da freue ich mich jetzt schon riesig drauf!

Mein Tourentipp für Fortgeschrittene: die Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen

Auch ich werde einige Touren begleiten und möchte dir meine Lieblingstour hier ausführlich vorstellen. Denn neben klassischen Einsteigertouren oder lässigen Gravelrides wird diese Tour etwas fordernder sein. Wer sein Gravelbike gerne mal etwas mehr ins Gelände jagt, der wird sicher viel Freude an diesem Tourentipp haben. In jedem Fall sollte eine solide Kondition und auch ordentliche Fahrtechnik vorhanden sein, damit am Ende die Schmerzen auf der Tour nicht siegen. 😉

Knappe 50 Kilometer mit 320 Höhenmetern ist mein Tourenvorschlag lang. Er führt dich dabei auf insgesamt 9 kleinere und größere Halden, sodass du nach der Tour quasi Haldenprofi bist. Neben schnellen Schotterpisten sorgen einige schmale Trails für ein extra breites Grinsen im Gesicht. Die Tour kann man auch als leichte Mountainbikerunde fahren, denn die Trails machen natürlich mit breitem Lenker noch mehr Spaß. Aber sie lassen sich eben auch gut mit dem Gravellenker fahren und auf den schnellen Zwischenstrecken ist das Gravelbike den schwereren Mountainbikes sicherlich deutlich überlegen.

Startort: die Zeche Ewald in Herten

Das Foto zeigt die Zeche Ewald in Herten, Startpunkt der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Los geht´s an der Zeche Ewald in Herten

Vom schönen Zechengelände geht es erstmal ganz entspannt am Fuße der Halde Hoppenbruch entlang nach Süden. Lockeres Einradeln auf lässigem Schotter – einfach herrlich.

Ein kurzer Sprung über eine Autokreuzung, dann geht es auf den Emscher-Weg. Schnell ist die markante Brückenkonstruktion der Grimberger Sichel erreicht. Nach einem kurzen Stück am Kanal fahre ich wieder recht gradlinig neben der Emscher. Es ist unter der Woche und fast nichts los, sodass die Tachonadel auch mal länger im 30er Bereich sein kann.

Die erste Halde: Monument for a Forgotten Future

Am Beginn der Hugo-Bahn zweige ich ab und gelange wieder zum Rhein-Herne-Kanal. Es wartet der erste Anstieg auf mich, aber der ist sehr entspannt. Man soll ja bekanntlich immer klein anfangen und so ist das Haldentop mit einem großen Felsblock – dem Monument for a Forgotten Future – schnell erreicht. Kurzes Gipfelglück und sich selber loben für diese gewaltige Bergfahrt (ich habe schließlich gerade fast 10 Höhenmeter pulverisiert), dann geht es auch schon weiter über die Schleuse und Richtung Nordsternpark.

Das Foto zeigt „Monument for a Forgotten Future“ – ein Kunstwerk von Olaf Nicolai auf der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Das „Monument for a Forgotten Future“ – ein Kunstwerk von Olaf Nicolai, das einen Felsen im südkalifornischen Yoshua-Tree-Nationalpark nachempfunden ist.

Industriekultur muss natürlich sein: der Nordsternpark in Gelsenkirchen

Die Piste ist herrlich frei und ich gleite am Rhein-Herne-Kanal entlang. Dann biege ich ab in den Nordsternpark. Über die schöne Kanalbrücke geht es bis zum Zechenturm. Wer das Gelände schon kennt, kann diesen Abstecher natürlich auch überspringen. Für mich gehört der kurze Blick auf die beiden Zechentürme aber immer gerne zu einer Radtour dazu.

Ich passiere erneut die Emscher und fahre durch den Park. Das fahrradfreundliche Wetter der letzten Wochen hat seine Spuren hinterlassen. Nicht nur, dass die meisten Sträucher am Wegesrand halb vertrocknet sind, hier im Nordsternpark sieht man aktuell auch eine größere verbrannte Fläche. Ich muss zugeben, dass ich mich noch nie so sehr auf die nächsten Radtouren im Regen gefreut habe wie jetzt.

Das Highlight: der Brammen.Trail auf der Halde Schurenbach

Vor mir liegt das anspruchsvollste Wegestück. Der Brammen.Trail ist eigentlich als Mountainbikestrecke konzipiert und macht sicherlich auch mit breitem Lenker viel mehr Spaß. Dennoch nehme ich den Trail auch mit dem Gravelflitzer gerne unter die Stollen, denn er macht auch mit schmaleren Pneus ordentlich Spaß. Nur bei den Abfahrten sollte man ein wenig vorsichtiger fahren als mit den breiten Schlappen. Und die letzte, etwas steilere Abfahrt an der Halde Eickwinkel muss man sich vielleicht auch nicht unbedingt mit dem Gravelbike geben.

Das Foto zeigt die Mountainbikestrecke Brammen.Trail bei der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Oft „flowig“ mit kleinen Anliegerkurven angelegt, rollt man auch mit dem Gravelbike mit breitem Grinsen über den Brammen.Trail

Es geht Schlag auf Schlag bzw. Halde auf Halde

Ich bin im sportlichsten Teilstück der Tour und stehe vor der Haldenlandschaft der Brauker Alpen. Über einen netten Uferweg gelange ich zur Halde Mathias Stinnes (54 hm), die schnell erklommen ist und eine Aussichtsplattform der Grünen Hauptstadt bereithält.

Das Foto zeigt den Ausblick von der Halde Mathias Stinnes bei der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Ruhrpott-Blick von der Halde Mathias Stinnes

Hinweis: Pass bei der Abfahrt bitte auf, die querverlaufenden Regenrinnen sind echt tief und nicht so lustig. Kurz danach schraube ich mich auf Halde 19 hoch. Der nicht ganz so kreative Name der Halde passt zum nicht wirklich vorhandenen Panoramablick. Aber dafür steht eine alte Seilscheibe fotogen auf dem Haldentop. Auch hier bitte die Abfahrt langsam über die Regenrinnen angehen, sonst bekommt dein Flickzeug vermutlich seinen nächsten Einsatz.

Das Foto zeigt Jochen auf der Halde 19 bei der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Ein ruhiges Plätzchen oben auf der Halde 19

Halde 22 und Mottbruch

Es sind wieder nur wenige Pedaltritte, dann geht es auf die Halde 22 hoch. So langweilig die Haldennamen auch klingen mögen, das Radeln macht hier schon sehr viel Freude. Hier schlummert gleich ein ganzes Netz von schicken Trails auf Biker:innen. Mit dem Gravelbike macht die Halde 22 sehr viel Spaß – bergab vor allem die engen Haarnadelkurven.

Das Foto zeigt den Ausblick von der Halde 22 auf den Tetraeder und den Gasometer Oberhausen bei der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Ausblick von der Halde 22 auf den Tetraeder und den Gasometer Oberhausen

Schließlich steht die größte Bergwertung des Tages an. Mit 117 Metern über NN ist die Mottbruchhalde der höchste Punkt der Tour. Die Auffahrt ist aber entspannt, weil die Steigung sehr moderat ausfällt. Ganz oben sollte man sich aber nicht zu sehr vom tollen Panorama ablenken lassen, sonst haut einem eine plötzliche Windböhe auch mal gerne um. Das Windrad steht hier nicht ohne Grund. Dennoch solltest du dir natürlich unbedingt die Zeit nehmen, den Rundumblick zu genießen. Der Blick schweift 360 Grad vom Startpunkt Halde Hoheward über den Nordsternturm und Gelsenkirchen, auch die Essener Innenstadt ist deutlich zu sehen. Der Tetraeder und auch der Gasometer liegen im Westen, im Norden ist vor allem die intensive grüne Landschaft sehr einnehmend.

Das Foto zeigt die Mottbruchhalde bei der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Zugegeben: es gibt schickere Gipfelkreuze als auf der Mottbruchhalde

Die Abfahrt genieße ich sehr entspannt. Wer die doch recht steile letzte Passage runter auf den umlaufenden Weg nicht fahren möchte, kann gut die Halde weiter gegen den Uhrzeigersinn umrunden und dann am bekannten Eingang der Halde rechts fahren.

Das Foto zeigt Jochens Schatten auf der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Die GRAVEL GAMES werfen schon ihre Schatten voraus… die geführten Touren werden schon ziemlich lässig

Halde im Brauk

Wieder sind es nur wenige Meter, da steht die letzte Halde der Brauker Alpen auf dem Programm. Die Halde im Brauk ist nur 59 Meter über NN, aber ich fahre sie immer gerne. Hier sind nie viel Menschen unterwegs und von oben schaut man entspannt über den Gelsenkirchener Norden und die Arena auf Schalke.

Nach der Abfahrt folge ich einem Uferweg, später geht es über etwas versteckte Schleichwege nahe an der A 2 vorbei und dann ein leider etwas längeres Stückchen auf einer Straße, die aber meistens nicht so stark befahren ist. Auch hier fallen wieder die leider völlig vertrockneten Felder links und rechts am Wegesrand auf. Noch ein bisschen durch eine Siedlung, dann erreiche ich die letzte Halde auf meiner Tour.

Halde Rungenberg

Das Foto zeigt die Zeche Hugo auf der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Mit Blick auf die Zeche Hugo steht die letzte Halde dieser Tour auf dem Programm

Der Einstieg im Norden der Halde ist richtig schön. Nach einem kurzen steilen Anstieg fahre ich mit schönem Blick auf die Zeche Hugo sehr entspannt um die Halde. Auf dem frisch ausgebauten Hauptweg geht es dann nach oben, wobei nochmal der Blick zurück zu den eben bewältigten Halden geht.

Die letzten Meter zu den imposanten Scheinwerfern sollte man dann lieber zu Fuß bewältigen. Leider ist die Abfahrt nach Süden nicht immer schön, irgendwie fehlt hier manchmal ein eindeutiger Weg. Dennoch komme ich aber gut runter und gelange zur Hugo-Trasse.

Die nächsten Kilometer geht es durch den Gelsenkirchener Norden. Neben schicken Parks fahre ich auch immer mal an größeren Straßen vorbei, aber immer auf Radwegen abseits des Autoverkehrs. Nur der Lärm der Straße nervt ein wenig, aber wie gesagt, schnell bin ich wieder auf kleineren Schleichwegen in der Natur unterwegs.

Naturschutzgebiet Emscherbruch

Das Foto zeigt das Walderlebnis Emscher Bruch auf der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Walderlebnis Emscherbruch… ein lässiger Abschluss der Tour

Die Natur nimmt immer mehr zu und irgendwann radel ich mitten im Wald. Frische Luft – einfach herrlich! Ich bin im Naturschutzgebiet Emscherbruch und weiß, dass der Weg zur Zeche Ewald nicht mehr weit ist. Entspanntes Ausradeln ist also angesagt. Der schön gelegene Ewaldsee passt da bestens für ein letztes Päusken ins Bild, dann erreiche ich den Ausgangspunkt an der Zeche Ewald.

Belohnung muss sein

Wenn du die Tour bei den GRAVEL GAMES mitradelst, erwartet dich natürlich ein buntes Angebot an kulinarischen Genüssen auf dem Festivalgelände. Für mich bei der Probefahrt steht die Currywurst vom „Moto59“, einem schicken amerikanischen Airstream, bereit. Und auch das Ewald Café mit seinen himmlischen Kuchenstücken ist natürlich immer eine Empfehlung wert.

Das Foto zeigt Currywurst Pommes des Foodtrucks Moto59 auf dem Geländer der Zeche Ewald in Herten zum Abschluss der Gravel.Trail.Tour durch die Brauker Alpen
Es wäre auch zu schade, wenn die auf der Tour verbrannten Kalorien für immer verloren wären… 🙂

Mein Fazit: Richtig spaßig und super abwechslungsreich

Die Tour ist wirklich eine meiner Lieblingstouren mit dem Gravelbike im radrevier.ruhr. So viele Halden dicht hintereinander, mal schnell, mal knifflig und natürlich immer wieder ein Industriedenkmal im Blick, das finde ich richtig toll. Vielleicht hast du ja Lust, die Tour am 25. September mit mir zu drehen? Dann komm einfach vorbei zu den GRAVEL GAMES. Oder dich reizt eine der anderen geführten Touren – das Angebot ist groß und du hast die Qual der Wahl. Das finale Programm findest du kurz vor dem Festival online, aber hier hast du schonmal einen ersten Eindruck, was unsere GRAVEL GAMES Collection alles hergibt.

Also, wie immer viel Freude beim Nachradeln, wir sehen uns auf den GRAVEL GAMES!

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Gravel.Trail.Tour durchs Ruhrgebiet

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