von Rebecca / Thema: Erlebnis, Genuss, Industriekultur / am 3. August 2017um10:00

Meine Tipps für einen perfekten Tag in Dortmund

Woran ich bei Dortmund bisher gedacht habe? An Fußball, das wars. Dringend Zeit, daran etwas zu ändern, vor allem, weil ich kein Fußball-Fan bin. Also machte ich mich auf, um zu entdecken, was die Stadt sonst noch zu bieten hat.

Altbau-Flair trifft auf Hipster-Style – das Kreuzviertel in Dortmund

Unsere Tour begann im Kreuzviertel und was soll ich sagen: ich habe mich direkt verliebt. Dank Altbau-Architektur und den vielen kleinen, individuellen Läden kam ich hier voll auf meine Kosten.

In der Große Heimstraße 45 befindet sich das Café Froilein Meier, das ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet. Im hübschen Interieur steckt viel Liebe, genauso wie in den angebotenen Speisen. Wir probierten beim Frühstück die tolle Auswahl an Bio-Eiern, hausgemachten Marmeladen, Limonaden und Aufstrichen. Auch Veganer werden hier fündig (wenn Ihr auf der Suche nach veganen Restaurants seid, schaut Euch auch mal Katalinas Tipp an). Nur für die selbstgemachten Torten war leider kein Platz mehr im Magen – zu schade aber auch.

Super satt und super glücklich schlenderten wir dann durch die Straßen und ließen uns überraschen, was sich hinter der nächsten Ecke befand. Wenn man durch die Straßen des Kreuzviertels bummelt, könnte man denken, man sei in einem Szene-Kiez Berlins gelandet: so viele besondere Restaurants, Läden, Kneipen und Cafés gibt es hier. Da ist zum Beispiel das Veggies, in dem es vegetarische Falafel und Soja-Burger gibt. Als Kult-Laden des Kreuzviertels gilt das Unterhaltung Lieblingsstücke. Geschäftsführerin Nadine Mlottek bezeichnet sich selbst als Neuzeit-Hippie und das passt zum Laden, in dem es sich herrlich stöbern lässt. Früher war das Gebäude mal ein Gemüseladen, heute findet man hier einfach allerlei Dinge, die das Leben schöner machen und viel Inspiration für Daheim.

Unterwegs kamen wir noch am ügo vorbei, dort gibt es coole, designorientierte Labels rund ums Thema Mode und Wohnen. Ebenfalls in der Liebigstraße liegt das kleine Lädchen Schreibweise – ein Eldorado für Papeterie-Freunde. Dank der sommerlichen Temperaturen hatten wir mittlerweile Durst bekommen und so machten wir im nächsten Café Halt, das unseren Weg kreuzte – dem Kieztörtchen. Auch dieses war wieder ein Traum von Interieur und es bietet täglich frischen hausgemachten Kuchen, Törtchen, Muffins und andere Spezialitäten.

Das Foto zeigt das Café Kieztörtchen im Dortmunder Kreuzviertel

Kuchen, Törtchen, Muffins und mehr gibts im Kieztörtchen

Trend-Treff der Zukunft – das Dortmunder Hafenviertel

Städte wie Münster haben es geschafft, ihr raues Hafenviertel in einen Kreativkai zu verwandeln. In Dortmund strebt man ähnliches an. Vor Ort gibt es bereits angesagte Locations, die vor allem junge Besucher anziehen. So zum Beispiel das Eventschiff Herr Walter, das ehemalige Schüttgutschiff liegt im Dortmunder Hafen vor Anker und bietet ein vielfältiges Programm mit LiveBands, DJs, Lesungen oder Fußballübertragungen. Auch die angelegte Beach-Bar kann sich sehen lassen.

Das Foto zeigt das Eventschiff Herr Walter und die zugehörige Strandbar im Dortmunder Hafen

Das Eventschiff Herr Walter im Dortmunder Hafen © Herr Walter

Wer in der Gegend ist, sollte noch bei den Tydestudios am Hafenamt vorbeischauen, dort gibt es nicht nur tolle vegane Gerichte sondern auch Yoga- und Salsakurse.

Industrie-Charme pur – der Skywalk auf Phoenix West

Um 15 Uhr waren wir mit Gaby Paluszak von DORTMUNDtourismus zum Skywalk auf Phoenix West verabredet. Der Besuch des ehemaligen Hochofenwerks war einer meiner absoluten Höhepunkte des Tagesprogramms. Nachdem wir die 99 Stufen hinter uns gebracht hatten, durften wir uns über den grandiosen Ausblick freuen, den man hier auf 26 Metern Höhe hatte.

Wir liefen über gesicherte, stählerne Stege, die einer alten Gasleitung folgten und bestaunten diesen alten Industriestandort, in dessen Hochofenanlage noch bis 1998 Eisenerz zu Roheisen geschmolzen wurde. Und das bei über 2.000 Grad Hitze.

Gaby Paluszak erzählte uns viel zur Industriegeschichte Dortmunds, ihrer Blütezeit und dem dann folgenden Ende des Stahl- und Kohlebooms und seinen Auswirkungen. Der Ofen war also aus. Oder doch nicht? Heute rücken die zeitweise vergessenen Anlagen wieder in den Fokus des Interesses und sind zum kulturellen Highlight der Region geworden. »Harte Arbeit, ehrlicher Lohn« lautet der Slogan der Dortmunder Bergmann Brauerei, die aufgrund der großen Nachfrage direkt neben der alten Hochofenanlage ihre neue Brauerei errichtet – wie passend. Auch die Fantastischen Vier haben den industriellen Charme Dortmunds für sich entdeckt und den Umbau der ehemaligen Gebläsehalle des Hochofenwerks Phoenix West zur Event-Location mitfinanziert.

Ich konnte mich gar nicht von all den herrlichen Fotomotiven lösen, und von der besonderen Atmosphäre, die an diesem Ort herrschte, den sich die Natur langsam wieder zurückholt.
Der Skywalk auf Phoenix West war für mich ein unvergessliches Erlebnis, kein Wunder, dass die Tickets für die Tour so heiß begehrt sind.

Urbane Moderne trifft Freizeitidyll – der Phoenixsee

Die letzte Station unseres Dortmund-Trips war der Phoenixsee, der auf der östlichen Seite des Phoenix-Geländes liegt. Während hier noch vor wenigen Jahren die Arbeit in Hochofen- und Stahlwerk das Leben prägte, wurde das Gelände mittlerweile zu einer lebenswerten Fläche mit modernen Apartments, luxuriösen Penthouse-Wohnungen, Büros und einem See, dessen Uferpromenade sich über drei Kilometer erstreckt, umgewandelt. Die Art der Architektur erinnerte mich ein wenig an die Hafen-City in Hamburg und wir waren erstaunt, wie viele unterschiedliche Menschen sich am Phoenixsee versammelt hatten, um das Traumwetter zum Feierabend zu genießen.

Das Foto zeigt die Bloggerin Rebecca am Phoenixsee in Dortmund

Entspannung am Phoenixsee in Dortmund

An den Eisdielen am Hafen bildeten sich lange Schlangen. So kamen auch wir auf den Geschmack und orderten Stracciatella-, Erdbeer- und Schokoladeneis mit Sahne. Gemütlich schlenderten wir die Promenade Richtung Kaiserberg entlang, denn von diesem sollte man einen tollen Ausblick auf den See haben – ein Geheimtipp zur blauen Stunde – hatte ich mir sagen lassen. Auf dem Weg beobachteten wir die weißen Segelboote auf dem Wasser, eine Yoga-Gruppe, die sich ästhetisch auf dem Steg verbog, Pärchen, die Boccia spielten und allerlei Jogger, die ihre Runden machten. Der Phoenixsee scheint ein beliebter Treffpunkt für Sportler aller Art zu sein.

Für Romantiker – Sonnenuntergang auf dem Kaiserberg

Der Kaiserberg entpuppte sich eher als etwas größerer Hügel, doch oben angekommen wurde man mit einem wirklich tollen Ausblick auf das Gelände und Teile der Stadt belohnt.

Er ist mein Tipp für ein romantisches Picknick am Abend. Picknicksachen hatten wir an diesem Tag zwar leider nicht dabei, trotzdem blieben wir hier lange sitzen, schauten zu, wie die Abendsonne das Wasser des Sees zum Glitzern brachte und wie sich die Ruhe der Nacht langsam über der Stadt ausbreitete. Der perfekte Ort, um unseren Tag Revue passieren zu lassen und uns zu verabschieden. Danke, Dortmund, du warst wunderbar!

Alles Fotos sind von Lukas Holzmeier für Rebeccas Welt.


Rebecca Schirge Ein Artikel von

Unsere Gastbloggerin Rebecca Schirge ist selbstständige Redakteurin mit ständigem Fernweh. Während einer abenteuerlichen Reise, die sie nach Kambodscha, Vietnam und zur Hochzeit ihres besten Freundes nach Sydney führte, berichtete sie für Familie und Freunde auf ihrem extra dafür erstellten, privaten Blog von ihren Erlebnissen. Das machte ihr so viel Spaß, dass sie ihren Blog Rebeccas Welt 2015 öffentlich machte. Darauf gibt Rebecca Tipps zu Reisen, deren Fokus auf Natur, Nachhaltigkeit, Yoga und Wellness liegt oder sie erzählt von ihren ungewöhnlichsten Übernachtungen – vom einfachen Baumzelt im Wald über eine Eco-Lodge im Regenwald Sri Lankas bis hin zum luxuriösen Schloss am Bodensee. Diese und andere Geschichten verfolgen mittlerweile mehr als zwanzigtausend Leser monatlich auf www.rebeccasreisen.de.

3 Reaktionen (3 Kommentare)
  • Michael schrieb am 3. August 2017:

    Wunderbar aufbereitet,… zusätzlich kann ich auch noch das Unionviertel empfehlen. Durch das Dortmunder U siedeln sich hier viele Künstler an und die vielen Graffiti sind schon eine Tour wert.

    • Rebecca von Rebeccas Welt
      Rebecca von Rebeccas Welt schrieb am 4. August 2017:

      Schön, dass dir der Beitrag gefallen hat, lieber Michael. 🙂 Das Unionviertel klingt spannend, wenn es mich das nächste Mal nach Dortmund verschlägt, werde ich es mir anschauen, danke für den Tipp!

      Viele Grüße Rebecca

      • Michael schrieb am 5. August 2017:

        Gerne. Viel Spaß und viele Grüße.
        Michael


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