von Florian / Thema: Rad / am 17. August 2017um9:30

Von Ruhr zur Ruhr – Meine Tour durch das südliche Radrevier

Viele Kilometer bin ich schon durch unser radrevier.ruhr geradelt, aber im Süden klaffte bisher immer noch eine große Lücke. Für mich war es an der Zeit, das zu ändern. Die 58 Kilometer Tour „Von Ruhr zur Ruhr“ schien mir perfekt, um die Lücke im Ennepe-Ruhr Kreis zu schließen. Von Hattingen über Sprockhövel führt Euch der Rundkurs in den Norden nach Witten, dann noch 20 Kilometer den RuhrtalRadweg entlang, bis Ihr wieder in Hattingen ankommt.

Mit dem Zug zum Tour-Start

Als Start und Ziel habe ich mir Hattingen ausgesucht. Die Anreise verläuft unproblematisch und ist mit dem Zug sehr zu empfehlen. Als Alternative ist die Anreise mit dem Auto auch möglich, da die Parkplätze auf dem Gelände der Henrichshütte kostenlos zur Verfügung stehen. Mein Kollege Jochen, der mich an diesem Tag begleitet, und ich genehmigen uns noch einen kleinen Schluck aus der Wasserflasche und dann geht’s auch schon los.

Das Foto zeigt Blogautor Florian mit seinem Mountainbike bei der Ankunft am Bahnhof Hattingen.

Die Ankunft am Bahnhof in Hattingen

Vom RuhrtalRadweg auf die Trasse

Vom Bahnhof fahre ich nur wenige hundert Meter, bis ich am RuhrtalRadweg ankomme. Die Sonnenstrahlen, welche die Ruhr zum Glitzern bringen, lassen meine sowieso schon gute Stimmung nochmal ansteigen und ich genieße einen Moment lang die tolle Aussicht auf die Ruhrkaskaden.

Nach entspannten 2 Kilometern auf dem RuhrtalRadweg, verlasse ich diesen auch schon wieder und fahre wenige Minuten entlang des Straßenverkehrs, bis ich auf die Kohlenbahn-Trasse der „Von Ruhr zur Ruhr“-Tour stoße.

Eine geschichtsträchtige Trasse liegt vor mir

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, mich erwartet eine Trasse, die eine über 130-jährige Geschichte erzählt. 1884 von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft gebaut, diente sie dem Transport der heimischen Kohle. Bis 1979 aus wirtschaftlichen Gründen, die Stilllegung der Strecke vollzogen wurde.

Ich fahre also auf feinsten Radwegen durch die Natur des EN-Kreises. Die Bäume spenden mir Schatten und alles in allem ist es hier sehr idyllisch. Ein Highlight für mich ist der Schulenbergtunnel. 195 m ist dieser lang und da es heute sehr warm ist, kommt mir die Abkühlung im Tunnel sehr gelegen.

Das Foto zeigt Blogautor Florian bei der Ausfahrt aus dem Schulenbergtunnel.

Die Ausfahrt aus dem Schulenbergtunnel

Der Berg ist erklommen

Am südlichsten Punkt der Tour angekommen, haben wir es fast geschafft. 200 Höhenmeter liegen jetzt hinter uns und obwohl das erstmal nicht viel klingt, merke ich, dass meine Beine bis hierher schon ordentlich strampeln mussten. Wir gönnen uns eine kleine Pause und ich quatsche mit Jochen über das bisher Erlebte und die bevorstehenden Kilometer. Dann geht’s auch schon wieder auf den Sattel.

Das Foto zeigt Blogautor Florian auf seinem Fahrrad am südlichsten Punkt der "Von Ruhr zu Ruhr-Tour"

Der südlichste Punkt der „Von Ruhr zu Ruhr“-Tour

Wir fahren weiter auf der Kohlenbahn in Richtung Gevelsberg. Einen schönen Ausblick haben wir von hier oben über die Landschaft des Ennepe-Ruhr Kreises, aber hier endet leider, für einige Kilometer, die bisher schön zu fahrende Tour.

Das Ende der Kohlenbahn

Wir fahren von der Kohlenbahn runter und müssen für 2 Kilometer auf eine Straße ohne Radweg abbiegen. Die Landstraße ist abschüssig und etwas stärker befahren, eine Tour mit kleineren Kindern ist also leider nicht zu empfehlen. Das Stück ist zwar nicht lang, aber leider unumgänglich. Schnell geht es bergab und kaum auf der Landstraße angekommen, verlassen wir sie auch schon wieder. Für uns geht es jetzt durch kleine Dörfer, wir fahren durch Felder und an grasenden Kühen vorbei und dann erreichen wir auch schon Wengern und den RuhrtalRadweg.

Weitere Highlights warten am RuhrtalRadweg

Der RuhrtalRadweg ist einer der beliebtesten Radwege im radrevier.ruhr. Nicht nur landschaftlich überzeugt der Abschnitt zwischen Witten und Hattingen, auch die Wegequalität ist wunderbar. Nach wenigen Kilometern erreichen wir einen weiteren Höhepunkt der Tour, die Zeche Nachtigall. Bereits 1892 wurde hier der Betrieb eingestellt. Heute präsentiert das LWL-Industriemuseum die Frühphase der Industrialisierung im Ruhrtal.

Es geht weiter flussabwärts in Richtung Hattingen. Kurz vor dem Kemnader See überqueren wir die Ruhr und eigentlich rechne ich hier mit einer Brücke, aber zu meiner Freude geht es per Fähre auf die andere Seite des Flusses. Die Ruhrtalfähre Hardenstein, bringt seit über 10 Jahren Radler und Wanderer auf die andere Uferseite. Wer möchte, kann hier eine Pause im Biergarten des alten Schleusenwärterhauses einlegen. Auf der Karte gibt es eine kleine Auswahl an Getränken und Speisen, die für kleines Geld zu erwerben sind.

Für uns liegen die letzten Kilometer unserer „Von Ruhr zur Ruhr“-Tour vor uns. Der RuhrtalRadweg führt uns noch entlang des Kemnader Sees und in der Ferne taucht bereits der Zechenturm der Henrichshütte auf, der unseren Zielort markiert. Angetrieben von den mittlerweile müden Beinen, nähern wir uns dem Ausgangspunkt der Tour. Von der Brücke aus werfe ich noch einen Blick auf die Ruhr und Felder vor Hattingen und dann geht’s Heim, ans andere Ende des radrevier.ruhr, nach Moers.

Das Foto zeigt Blogautor Florian auf der Aussichtsplattform. Er blickt über die Felder und die Ruhr in Hattingen.

Blick über die Felder und die Ruhr in Hattingen

Mein Fazit zur Ruhr Tour

Mein Ausflug mit dem Rad in den Süden des radrevier.ruhr hat sich definitiv gelohnt. Die Radwege sind größtenteils wunderbar zu fahren, es begegnen einem einzigartige Höhepunkte, die die Tour besonders machen und die Landschaft des EN-Kreises ist ein Traum. Leider ist der Abschnitt, den wir auf der Landstraße zurückgelegt haben, noch nicht optimal und sollte auf jeden Fall überarbeitet werden. Wer die Tour fahren möchte, muss sich auf lange Fahrten bergauf und bergab einstellen, aus diesem Grund ist zu empfehlen, die Tour nicht mit kleineren Kindern zu fahren. Allen anderen, die die nötige Ausdauer mitbringen, wünsche ich eine schöne „Von Ruhr zur Ruhr“-Tour und viel Spaß im radrevier.ruhr.


Florian Ein Artikel von

Mein Name ist Florian und als gebürtiger Düsseldorfer bin ich noch nicht lange im Pott unterwegs. Seit meinem Umzug nach Moers, fasziniert mich die direkte und ehrliche, aber trotzdem herzliche Art der Menschen hier. Im Blog werde ich über das Radeln im Ruhrgebiet schreiben und über all das, was mit dem Drahtesel zu tun hat. Meine Leidenschaft zum Radfahren kann ich seit Anfang 2017 bei der RTG mit dem Job verbinden, denn hier bin ich für das Marketing des radrevier.ruhr zuständig.

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