von Caro und Martin | 25. Juni 2020 | KATEGORIEN Industriekultur, Rad | 0 Kommentare

Auf dem Rad durchs Ruhrgebiet – Nachdem wir 2018 das Ruhrgebiet bereits mit dem Auto erkundeten, ging es nun für drei Tage mit dem Rad durch die Region. Die Strecke führte uns von Dortmund über Gelsenkirchen nach Oberhausen und wieder zurück nach Dortmund. Eine komplette Routenbeschreibung findet Ihr hier.

„Tief im Westen“ Tag 1 – Vorbei an Wasserwegen, Industriedenkmälern und quakenden Fröschen

Das Bild zeigt Caro mit den Fahrrädern
Das Wetter ist perfekt, die Laune super– der Tag kann starten

Das Wetter versprach für die Tour richtig schön zu werden und so starteten wir gut gelaunt in unseren ersten Tag. Vor uns lagen 64 Kilometer für die uns E-Bikes samt Satteltaschen und Helmen von RevierRad zur Verfügung gestellt wurden. Wenn Ihr kein E-Bike (oder auch Treckingrad oder Citybike) habt, könnt Ihr Euch dort eins ausleihen – es macht wirklich Spaß!

Ausgangspunkt des ersten Tages war für uns das B&B Hotel Dortmund City. Unser Weg aus der Stadt raus führte uns gleich an einer ersten Sehenswürdigkeit vorbei, dem Dortmunder U.

Das Bild zeigt das Dortmunder U
Das Dortmunder U – schon von Weitem sichtbar

Das große leuchtende U auf der Spitze des Gebäudes kennt sicher jeder, der schonmal mit der Bahn nach oder durch Dortmund gefahren ist. Denn dieses Wahrzeichen ist schon von Weitem sichtbar. Übrigens hat es nichts mit dem U-Bahn Zeichen zu tun, sondern ist das Signet der Dortmunder Union Brauerei, die hier in den 1926 Jahren den modernsten Gär- und Lagerkeller errichtet hatte. Wusstet Ihr, dass Dortmund damals der größte Bierhersteller der Welt war? Mittlerweile ist das Dortmunder U ein Zentrum für Kunst und Kreativität, ein Besuch lohnt sich!

Blaues Wasser, grüne Weiden, kleine Dörfer – einfach idyllisch!

Unser Weg führte uns weiter durch den Fredenbaumpark aus der Stadt hinaus an den Dortmund-Ems-Kanal. Und hier waren wir das erste Mal ziemlich überrascht: Der Radweg entlang des Kanals ist mit den schönen Alleebäumen, dem blauen Wasser, den Weiden und kleinen Dörfern einfach total idyllisch!

Das Bild zeigt den Ems-Kanal
Der Radweg entlang des Dortmund-Ems-Kanals – einfach schön und idyllisch!

Wir müssen ja zugeben, dass wir 2018 vor unserem ersten Besuch im Pott die üblichen Vorurteile im Kopf hatten:

  • Das Ruhrgebiet ist grau und schmuddelig
  • Das Ruhrgebiet ist eigentlich eine einzige große Stadt ohne Wald und Wiesen

Auf der Radtour wurden wir nun endgültig eines Besseren belehrt!

Bald erreichten wir ein weiteres Highlight des ersten Tages – den Schleusenpark Waltrop mit dem historischen Schiffshebewerk Henrichenburg. Hier befindet sich eine kleine Insel, auf der wir Haubentaucher mit ihren Jungen beobachten konnten und unzählige Frösche ihr Konzert zum Besten gaben. Natur pur mitten im Ruhrgebiet!

Das Bild zeigt den Schleusenpark Waltrop
Wirklich beeindruckend – ein Top-Ausflugsziel!

Das Schiffshebewerk Henrichenburg könnt Ihr besichtigen, es ist wirklich beeindruckend. Es wurde bereits 1899 eingeweiht und sorgte dafür, dass der Dortmund-Ems-Kanal bis zum Dortmunder Hafen befahren werden konnte. Es war bis 1969 in Betrieb, dann wurde es durch das jetzige Hebewerk ersetzt.

Halden, Bahntrassen und kulinarische Zwischenstopps

Zum Mittagessen machten wir einen kleinen Abstecher nach Recklinghausen in den Biergarten von „Subergs bei Boente“. Wirklich ein netter Ort, insbesondere bei so traumhaftem Wetter wie wir es hatten. Und der Marktplatz von Recklinghausen ist auch sehr einladend für eine Pause.

Das Bild zeigt den Biergarten von „Subergs bei Boente“
Der Biergarten von „Subergs bei Boente“ – Ein perfekter Ort für eine kleine Stärkung

Nach dem Mittagessen könnt Ihr entscheiden, ob ihr wieder auf die ursprüngliche Route fahrt. Dann geht es über die König-Ludwig-Trasse zum Rhein-Herne-Kanal.

Das Bild zeigt die König-Ludwig-Trasse
Hier muss ein kurzer Fotostopp eingelegt werden

Oder Ihr fahrt so wie wir auf der Zechenbahntrasse Blumenthal und der Zechenbahntrasse „Allee des Wandels“ bis zur Halde Hoheward. Ihre Landmarken, das Horizont-Observatorium und die Obelisk Sonnenuhr, könnt Ihr schon von Weitem sehen. Wenn Ihr Zeit und Kraft habt, empfehlen wir Euch unbedingt die Fahrt hinauf die Halde.

Das Bild zeigt die Halde Hoheward
Die Halde Hoheward – ein super Ausflugsziel für Radler

Ansonsten fahrt Ihr, wieder auf der Original-Route, weiter über die Zeche Ewald am Fuße der Halde und dann entlang des Rhein-Herne-Kanals bis nach Gelsenkirchen. Übrigens gibt es auf dem Gelände der Zeche Ewald noch einen kleinen Biergarten und auch ein Café, falls Ihr Euch nochmal stärken wollt.

Das Bild zeigt die Zeche Ewald
Nächster Zwischenstopp: Die Zeche Ewald

In Gelsenkirchen schlossen wir dann den ersten Tag auf der Tour „Tief im Westen“ ab und übernachteten dort im Bett+Bike zertifizierten Maritim Hotel Gelsenkirchen. Was für ein abwechslungsreicher Tag!

P.S: Wenn Ihr Euren Poppes einen Tag ausruhen lassen möchtet, könntet Ihr von Gelsenkirchen aus einen Tag in der ZOOM Erlebniswelt einplanen und erst danach weiter radeln.

„Tief im Westen“ Tag 2 – Ein Highlight jagt das Nächste

Der zweite Tag startete zunächst bewölkt aber kaum hatten wir uns auf die Räder geschwungen, lockerten die Wolken auf und die Sonne kam hervor. Wenn das kein perfekter Start ist! Unser erstes Ziel heute: Die Landmarke Tetraeder auf der Halde Beckstraße. Der Weg dorthin führte uns wieder am Rhein-Herne-Kanal entlang und durch die hübsche Gartenstadt Welheim.

Das Bild zeigt das Tetraeder
Unser erstes Ziel: Das Tetraeder

Den Abstecher hinauf zum Tetraeder haben wir uns trotz ordentlichem Anstieg nicht entgehen lassen (zum Glück hatten wir die E-Bikes von RevierRad). Zum einen ist der Tetraeder einfach beeindruckend und ein tolles Fotomotiv. Und außerdem habt Ihr von hier oben einen atemberaubenden Rundumblick. Ihr seht unter anderem die Zeche Prosper-Haniel, die als letztes Bergwerk im Ruhrpott 2018 ihre Tore schließen musste.

Spannungsreicher Kontrast zwischen Natur und Industrie

Zur Mittagspause führte uns der Weg entlang des Rhein-Herne-Kanals zum Brauhaus Urfels in Duisburg Walsum. Hier sitzt Ihr in einer grünen Oase und es gibt richtig leckeres, frisch gebrautes Bier und super gutes Essen.

Das Bild zeigt das Brauhaus Urfels
Im Brauhaus Urfels gibt es frisch gebrautes Bier und leckeres Essen

So gestärkt ging es zurück auf die Strecke und auf einen der schönsten Abschnitte der gesamten Tour. Aber vorher wollten wir mal wieder einen Blick über die Landschaft werfen und so fuhren wir erstmal mit den Rädern steil bergauf auf den Alsumer Berg. Von hier oben habt Ihr einen schönen Blick über den Rhein auf der einen und ein ThyssenKrupp Stahlwerk auf der anderen Seite – der Kontrast zwischen Natur und Industrie könnte größer und spannungsreicher kaum sein!

Das Bild zeigt den Ausblick vom Alsumer Berg
Was für ein Ausblick!

Anschließend trugen uns unsere Räder entlang des Rheins mit seinen großen Au-Wiesen, auf denen gerade das Heu gewendet wurde. Wir fuhren an einer riesigen, blökenden Schafsherde vorbei und genossen einfach die Weite der Landschaft und des Himmels über uns.

Ein Highlight jagt das nächste

Mit dem Landschaftspark Duisburg Nord, auch Lapadu genannt, erreichten wir unser letztes Highlight an diesem Tag. Wir kennen den Park noch aus unserem Designstudium in Krefeld, da wir hier oft zum Zeichnen hergekommen sind.

Das Bild zeigt den Landschaftspark Duisburg-Nord
Der Landschaftspark Duisburg-Nord – ein faszinierender Ort!

Es ist einfach ein faszinierender Ort, an dem Industrie und Natur aufeinandertreffen und sich wieder vereinen. Hier gibt es richtig viel zu entdecken und Ihr könnt mindestens einen halben Tag hier verbringen. Wenn es dunkel wird, illuminieren zahlreiche farbige Lichter den Park und geben ihm nochmal eine ganz andere Atmosphäre. Also, unbedingt einen Eindruck verschaffen und irgendwann mit mehr Zeit nochmal herkommen.

Das Bild zeigt den Landschaftspark Duisburg-Nord
Hier gibt es so viel zu entdecken!

Unseren zweiten Tag beendeten wir in Oberhausen, wo wir noch durchs Centro schlenderten und dort mit Martins Cousin und seiner Frau zu Abend aßen. Übernachtet haben wir im Tryp Centro Oberhausen, das als Bett+Bike-Hotel besonders fahrradfreundlich ist.

„Tief im Westen“ Tag 3 – Ruhrpott-Feeling mit Trinkhallen, Büdchen und Industriekultur

Unser dritter und letzter Tag auf der „Tief im Westen“ Radtour führte uns über die toll ausgebauten Radschnellwege wieder zurück nach Dortmund. Falls Ihr nicht im Hotel frühstücken wollt, empfehlen wir Euch ein Frühstück oder einen Kaffee in der Radmosphäre in Essen. Der Radweg führt Euch direkt dran vorbei.

Das Bild zeigt einen Radler auf dem Weg zur Zeche Zollverein
Unser erster Stopp an diesem Tag: Die Zeche Zollverein

Den ersten Stopp solltet Ihr dann an der Zeche Zollverein in Essen einlegen. Hier lohnt sich ein Besuch im Museum, am besten bei einer geführten Tour mit einem ehemaligen Kumpel. Wenn Ihr nicht so viel Zeit habt, macht zumindest ein paar schöne Fotos mit dem Förderturm. Mit etwas Glück dreht sich sogar in dem Moment das Förderrad. Früher diente es dazu, die Kumpel in den Schacht einzufahren oder hoch zu holen. Heute müssen regelmäßig Kontrolleure hinunterfahren, um die Pumpen für das Grundwasser zu überprüfen.

Die Trinkhallenkultur des Potts erleben

Eure Mittagspause könnt Ihr an der bekannten Erzbahn-Bude machen, hier gibt es Bock- und Bratwurst und eine Vielzahl an Getränken und sie liegt direkt auf eurer Strecke, der Erzbahntrasse.

Kurz vorher kommt Ihr noch an einer typischen Trinkhalle vorbei, die definitiv auch einen Stopp und ein Foto wert ist. Insbesondere für alle Schalke Fans. 😉

Das Bild zeigt eine Trinkhalle
Eine typische Trinkhalle im Pott ist immer wieder ein Foto wert!

Auf dem weiteren Weg haben wir dann noch zwei Stopps eingelegt: An der Zeche Zollern und dem Heimatmuseum Lütgendortmund. Es befindet sich im Haus Dellwig, einem ehemaligen Rittersitz aus dem Jahre 1179. Das Haus ist ein kleines Wasserschloss und der Innenhof lädt zum Verweilen ein. Vom Heimatmuseum Lütgendortmund ging es für uns dann wieder zum Ausgangspunkt der Radtour am B&B Hotel in Dortmund-City.

Unser Fazit zu drei Tagen „Tief im Westen“

Diese Radtour durchs Ruhrgebiet war unsere erste mehrtägige Radtour überhaupt. Wir sind total begeistert und haben definitiv Lust auf mehr bekommen. Das Radwegenetz ist toll ausgebaut, die Landschaft entgegen vieler Vorurteile sehr abwechslungsreich und grün. Und Kultur gibt es ebenfalls jede Menge entlang des Weges zu entdecken. Nicht zu vergessen die liebenswerten Pottler und das gute Essen! Was will man mehr?

Alle Infos auf einen Blick

Die Tour „Tief im Westen“ ist eine von sechs Urlaubsideen der Aktion „Erlebe Dein radrevier“.

RevierRad
Website: www.revierrad.de/reservierung.

B&B Hotel Dortmund-City
Burgwall 5
44135 Dortmund
Website: www.booking.com/hotel/de/b-b-dortmund-city.de.html

Suberg’s bei Boente
Augustinessenstraße 4
45657 Recklinghausen
Website: www.bei-boente.de

Ewald Café an der Zeche Ewald
Doncaster Pl. 2
45699 Herten
Website: www.ewald-cafe.de

Maritim Hotel Gelsenkirchen
Am Stadtgarten 1
45879 Gelsenkirchen
Website: www.maritim.de/de/hotels/deutschland/hotel-gelsenkirchen

Brauhaus Urfels
Römerstraße 109
47179 Duisburg
Website: www.brauhaus-urfels.de

Tryp Centro Oberhausen
Centroallee 280
46047 Oberhausen
Website: www.melia.com/en/hotels/germany/oberhausen/tryp-centro-oberhausen-hotel

Radmosphäre
Uferpromenade 1
45143 Essen
Facebook: www.facebook.com/Radmosphäre

Holger’s Erzbahnbude
Erzbahntrasse
45886 Gelsenkirchen
Facebook: www.facebook.com/Erzbahn-Bude

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