von Sandra | 2. Juli 2020 | KATEGORIEN Erlebnis, Genuss, Shopping | 10 Kommentare

Ich komme aus einer ganz anderen Ecke des Ruhrgebiets und zu Hamm fiel mir ehrlich gesagt bisher immer als Erstes ein, dass es dort viele Elefanten gibt und dass es sehr weit weg ist. Bis jetzt! In der östlichsten Stadt der Region war ich erst ein paar Mal und dann auch eher bei den klassischen Spots wie dem Maxipark, den wahrscheinlich die meisten kennen. Genau das möchte ich ändern und einen Tag an den Orten in Hamm verbringen, die man nicht im erstbesten Reiseführer findet. Ich nehme Euch also mit zu meinem außergewöhnlichen Trip nach Hamm.

Was in Berlin der Bär ist, ist in Hamm der Elefant

Der größte Elefant der Welt lebt in Hamm! Naja „lebt“ ist nicht ganz richtig, korrekt wäre „steht“. Klar, die Rede ist vom Glaselefanten im Maximilianpark. Die frühere Kohlenwäsche der gleichnamigen Zeche Maximilian wurde in den 80ern im Rahmen einer Landesgartenschau zu einem begehbaren Glasraum in Form eines Elefanten umgebaut, der heute das Wahrzeichen der Stadt ist. Und einen Elefanten findet man heute tatsächlich an ganz vielen Ecken in Hamm. Bemalt, begrünt, gezeichnet, gebaut, käuflich usw. Mal sehen, wie viele ich sehen werde.

Das Foto zeigt Capuccino und Flawhite in der Bebuna Kaffeemanufaktur in Hamm
Das Auge trinkt mit! Capuccino und Flawhite in der Bebuna Kaffeemanufaktur

But first, coffee!

Ich fahre mittags in Bottrop los und komme daher pünktlich zur Kaffeezeit in Hamm an. Mein kleiner Kurzurlaub beginnt also in der Kaffeemanufaktur Bebuna und mit der Erkenntnis: Ich bin eine echte Kaffee-Lusche! Ich trinke meinen Kaffee standardmäßig mit Milch und Zucker und sage auch zu einer Hipsterkreation mit Kokosmilch und Macadamiasirup nicht nein. Aber ist das noch echter Kaffeegenuss? Die absolut liebenswerten Besitzer der Bebuna Kaffeemanufaktur Danai und Gian Luca haben ein Umdenken in mir erzeugt.

Aber von vorn. In einer alten Klostermühle findet Ihr die Kaffeemanufaktur Bebuna (Angeberwissen: Buna ist das äthiopische Wort für Kaffee, beim Namen Bebuna gepaart mit dem englischen be/ sein). Die Räume und auch das Mobiliar versprühen immer noch den Charme dieser alten Mühle.

Die Einrichtung ist gemütlich und zum Teil sogar aus Kaffee: Alle Bilder an der Wand sind mit gemahlenem Kaffee gestaltet. Aber ich bin ja nicht zum Schauen, sondern hauptsächlich zum Probieren hier. Neben heißen Kaffeegetränken gibt es übrigens auch kalte Getränke wie Kaffee Fredo und leckere Kuchen.

Das Foto zeigt Kaffee-Kunst im Bebuna
Kaffee-Kunst, bei der man zweimal hingucken muss

Die „no-sugar“ und „not-too-much-milk“ Politik

Im Bebuna gibt es keinen Zucker und normalerweise keine Milch zum Kaffee, da man dies durch die Röstung und Brühung nicht benötigt. Challenge accepted! Ich entscheide mich für einen Flatwhite und bin wirklich überrascht, dass ich tatsächlich keinen Zucker benötige, denn das Getränk schmeckt auch ohne. Gian Luca erklärt mir, dass die leicht süßliche Note auf die Art des Milchaufschäumens zurückzuführen ist. Die Milch wird hier bis maximal 60 Grad geschäumt, dadurch wird sie nicht wässrig, die Proteine der Milch werden nicht zerstört und die Laktose wird minimal in Galaktose und Glucose gespaltet, was die leichte Süße ausmacht (man, habe ich gut aufgepasst!).

Und dann lerne ich mein neues Lieblingsgetränk kennen: Den Espresso-Tonic! Ihr müsst ihn probieren, wenn Ihr im Bebuna seid, er ist wirklich das perfekte Sommergetränk! Ich bin kein Tonic-Fan, aber die Verbindung des bitter-säuerlichen Tonics mit dem Espresso schmeckt überragend! Für die Gin-Liebhaber unter Euch, darf natürlich auch etwas des Wachholderschnapses rein.

Die große Kunst des Kaffeeröstens

Im Bebuna wird der Kaffee täglich frisch geröstet, wobei Ihr gerne zusehen könnt. Und für den folgenden Moment liebe ich es, für diesen Blog zu schreiben: Gian Luca, der in der Kaffee-Szene ziemlich angesehen ist und schon den ein oder anderen Promi mit Koffein versorgt hat, fragt mich, ob ich nicht mal selbst Kaffee rösten möchte. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen und ich zeige Euch hier, wie das Rösten vonstattengeht.

Gian Luca kennt die meisten Kaffee-Farmer persönlich und bezieht seine Bohnen auch direkt bei ihnen. Das garantiert höchste Qualität und faire Arbeitsumstände. Nachdem wir für unsere Röstung die ganz besonderen Liberica Bohnen aus Indien ausgesucht haben, fülle ich diese in den Trichter des Trommelrösters. Während der Röstung kontrolliere ich immer wieder den aktuellen Röstgrad der Bohnen, der in verschiedenen Farbtönen benannt wird. Zum Vergleich liegen mir Bohnen einer älteren Röstung vor und ich sehe genau, in welchem Röststadium sich die Bohnen befinden.

Ich habe Feuer Kaffee gemaaaacht!

Es ist vollbracht. Ich habe meine ersten und mit Sicherheit auch letzten Kaffeebohnen geröstet. Als gebrühten Kaffee kann ich sie nun leider noch nicht probieren, da sie noch etwas ruhen müssen, aber ich bin allein mit Erfahrung des Röstens schon überglücklich.

Ich habe während meines Besuchs bei Gian Luca und Danai so viel gelernt, dass ich Euch nur folgendes empfehlen kann: Trinkt Ihr gerne guten Kaffee und seid in Hamm, dann solltet Ihr, nein, dann müsst Ihr ins Bebuna! Und wer nicht mal schnell nach Hamm kommt, der bestellt sich die gerösteten, hochwertigen Bohnen einfach nach Hause. Ich jedenfalls leere gerade meine letzte, industrielle Röstung zuhause und steige dann definitiv auf handwerklich geröstete Kaffeebohnen um.

„Little India“ in Hamm

„Litte India“, also ein kleines Indien gibt es in vielen Teilen der Welt. In New York, Singapur, Thailand und Malaysia habe ich diese Orte bereits besucht und kann sagen, dass Deutschland zumindest mit der Größe des Hindutempels mithalten kann. In Hamm steht nämlich einer der größten hinduistischen Tempel Europas und selbst als ich vor zwei Jahren durch Indien und Sri Lanka gereist bin, kannten dort einige Menschen die Stadt „Hamm“, da sie von dem Tempel wussten.

In den 80er Jahren sind viele Tamilen aufgrund eines Bürgerkriegs als Flüchtlinge aus Sri Lanka nach Deutschland gekommen und im nahgelegenen Unna untergebracht worden. In Hamm wurde dann eine kleine hindustische Gemeinde gegründet, welche nach einigen Umzügen, Ende der 90er Jahre endgültig nach Hamm-Uentrop umsiedelte. Hier könnt Ihr diese auch heute noch finden. Übrigens findet die Puja, der Gottesdienst dreimal täglich statt und jeder Besucher ist herzlich willkommen. Wenn Ihr also da seid: Schuhe aus, Kamera weg, rein in den Tempel und staunen.

Das Foto zeigt das berühmte Hindu-Tempelfest in Hamm
Das berühmte Tempelfest in Hamm ©Thorsten Hübner

Berühmtes Tempelfest

Seit Gründung der Gemeinde fand auch das jährliche Tempelfest in Hamm statt. Und seit dem neuen Standort auch mit der wichtigen rituellen Waschzeremonie im nur 300 Meter entfernten Datteln-Hamm-Kanal. Das Tempelfest ist wirklich berühmt und es kommen jährlich um die 20.000 Besucher, teils Hindus aus ganz Europa nach Hamm. Ein buntes Treiben mit viel Musik, Tanz, Ritualen und natürlich Blumen und Pfauenfedern.

Passt jetzt gut: Indisches Restaurant Maharani

Wo wir gerade bei Indien und Sri Lanka sind… Jetzt habe ich Hunger! Ich liebe indisches Essen und besuche daher das Restaurant Maharani in der Hammer Innenstadt.

Der erste Blick verrät mir sofort: Ich bin hier in keinem typisch indischen Restaurant. Die Räume sind modern und stilvoll gestaltet. Alles ist durchgestylt, selbst im kleinsten Detail erkennt man den Individualismus des Maharanis.

Auch die Speisekarte bestätigt diesen Eindruck: das klassische Butter Chicken sucht man hier vergebens, dafür gibt es ausgefallene Gerichte wie Tintenfisch in Karamell Ingwer-Curry. Ich bestelle erst einmal den Vorspeisenteller, damit bekommt man immer einen guten Überblick. Als Gruß aus der Küche kommt vorab ein warmes Minzbrötchen, sehr lecker! Die Vorspeisen sind noch am ehesten das, was ich von der indischen Küche her kenne. Pakora (Gemüse in Kichererbsenteig), Samosa (frittierte Teigtasche) und Garlic Naan (indisches Fladenbrot mit Knoblauch) findet sich hier wieder und schmeckt toll.

Anders als man indisches Essen kennt

Bei den Hauptspeisen merke ich, wie anders das Maharani die indische Küche interpretiert. Ich probiere die „Bago Bago Pfanne“ und bin beeindruckt von so viel frischem Gemüse und der Leichtigkeit des Gerichtes. Alles ist ordentlich gewürzt, aber ich muss gestehen: ich vermisse meine geliebte indische „Normalo-Küche“. Ich liebe einfach die kalorienreichen Ghee-Saucen und die rahmigen Currys. Das ist sicherlich Geschmackssache und wahrscheinlich habe ich lediglich das für meinen Geschmack falsche Gericht bestellt. Zum Abschluss trumpft das Maharani dann aber noch mit einem leckeren Tiramisu auf indisch, nämlich mit frischen Mangos, richtig gut!

Das Maharani gibt es bereits seit 30 Jahren und zusätzlich zum Restaurantbetrieb könnt Ihr hier Kochkurse in Deutschlands erster indischer Kochschule buchen. Insbesondere den Umgang mit den vielen indischen Gewürzen zu lernen, ist sicherlich sehr interessant und bestimmt ein tolles Geschenk für einen kochbegeisterten Menschen.

Der Sohn des Hauses ist übrigens Alex Wahi, der seit 2014 auch im Fernsehen auf Kabel1 und ProSieben kocht. Ein kreativer Kopf, der mir bei meiner Verabschiedung noch verrät, dass er auch meine typisch indischen Lieblingsgerichte draufhat. Ein Grund, dem Maharani noch einmal einen Besuch abzustatten. 😉

Das Foto zeigt Maharani-Besitzer und TV-Koch Alex Wahi
Der Kopf hinter dem Maharani: TV-Koch Alex Wahi ©Maharani

Außergewöhnlich übernachten: Sleeperoo

Es ist spät und so langsam schreit mein Körper nach einem Bett. Wie kann ich jetzt bei meinem außergewöhnlichen Besuch in Hamm am besten übernachten? Natürlich außergewöhnlich! Und ich kann mir dafür keine bessere Art des Übernachtens vorstellen, als diese: In einem Schlafwürfel auf einer Streuobstwiese mit Eseln.

Das Foto zeigt einen Sleeperoo (bekannt aus der „Höhle der Löwen“ auf VOX) in Hamm
Mein Hotelzimmer: Der Sleeperoo (bekannt aus der „Höhle der Löwen“ auf VOX) in Hamm

Vielleicht kennt jemand diese neue Art Zelt aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auf VOX. Dort investierte Dagmar Wöhrl in die Gründer mit der Idee des Sleeperoo. Dabei geht es einmal um das neuartige Zelt selbst, aber hauptsächlich auch um den Standort, wo es steht. Das Ganze soll eine Erlebnisübernachtung sein und der erste Sleeperoo im Ruhrgebiet steht in Hamm auf der Nutztierarche Sonntag. Bevor ich Euch die Umgebung zeige, wo wir uns hier überhaupt befinden, muss ich jetzt erst einmal in mein Bett, denn es ist schon echt spät geworden und wird dunkel.

Das Foto zeigt Sandra beim Sonnenuntergang im Sleeperoo in Hamm
Traumhaft und einfach nur wow! Im Sleeperoo kurz nach Sonnenuntergang

Camping, Glamping, Sleeperoo

Ich als altes Campingkind bin hellauf begeistert und fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt. Der Sleeperoo ist eine Mischung aus festen Wänden wie im Wohnwagen und flexiblen Fenstern wie im Zelt. Die üblichen Fliegengitter und Rollos gibt es auch und das Highlight ist natürlich das Dachfenster. Der ganze Würfel ist einfach super durchdacht und es wird jede kleinste Ecke als Stauraum oder kleiner Schrank genutzt, ähnlich wie beim Wohnwagen. Zusammenfassend kann man sagen: Bequemes Camping, bei dem man nichts auf- und abbauen muss und ein einmaliges Erlebnis durch den Standort genießt.

Das Foto zeigt die Sleeperoo Chillbox
Die Sleeperoo Chillbox überrascht uns mit Leckereien und Nützlichem

Als kleine Überraschung finde ich im Sleeperoo eine Chillbox vor. Darin sind ein paar Leckereien wie Nachos, Kekse und Salzstangen, aber auch nützliche Dinge wie Toilettenpapier (haben die etwa von meinem Klopapiermangel erfahren?) enthalten. Als erstes öffne ich die kleine Falsche Wein und genieße den Sonnenuntergang und diesen außergewöhnlichen Moment.

Am nächsten Morgen werde ich von Sonnenstrahlen geweckt. Die erste Frage, die mir alle gestellt haben, als ich ihnen von diesem außergewöhnlichen Erlebnis erzählt habe, ist: War es kalt/ heiß? Und meine Antwort lautet: Es war genau richtig! Ich hatte das Fenster die ganze Nacht offen und das Fliegengitter heruntergelassen. Dadurch hatte man immer frische Luft und es war weder stickig noch zu warm durch die Sonneneinstrahlung morgens. Alles in Allem eine absolut aufregende und gleichzeitig entschleunigende Art zu übernachten. Im Ruhrgebiet gibt es übrigens zahlreiche Möglichkeiten für außergewöhnliche Nächte – vom Bauwagenhotel bis zum Hausboot… Schaut mal hier.

Berühmte Schweine, dank RTL und Jenke von Wilmsdorff

Endlich kann ich Euch frisch ausgeschlafen zeigen, wo der Sleeperoo denn überhaupt steht. Wir befinden uns auf der Nutztier-Arche von Thorsten Sonntag. Die Arche ist eine Art Bauernhof, aber eigentlich doch etwas mehr. Vielleicht hat der ein oder andere von Euch „Das Jenke Experiment“ zum Thema Fleischkonsum auf RTL gesehen. Drehort war unter anderem der Bauernhof Sonntag, wo Jenke von Wilmsdorff vier Wochen lang gewohnt (nein nicht im Sleeperoo, sondern im ausgebauten Backhaus direkt dahinter 😉) und das tägliche Leben des Schweins Elsa begleitet hat.

Nachhaltige Tierhaltung auf der Nutztier-Arche Sonntag

Der Sonntags Hof steht für nachhaltige Tierhaltung und -aufzucht. Alle Tiere, die hier leben, werden zwar irgendwann geschlachtet, haben bis dahin aber ein glückliches Leben und werden artgerecht und im Freiland gehalten. Am besten bucht Ihr eine Hofführung bei Thorsten (schlaft Ihr im Sleeperoo, empfehle ich Euch die Nachtführung mit Taschenlampe) und überzeugt Euch selbst von seiner Tierhaltung!

Im Hofladen könnt Ihr Euch auch Lebensmittel mit nach Hause nehmen. Natürlich ist hier auch alles von der Nutztierarche! Übernachtet Ihr hier, könnt Ihr den Abend am Grill des Backhaus zum Beispiel mit einem Grillpaket des Hofs ausklingen lassen und den Morgen mit einem ordentlichen Bauernfrühstück beginnen. Da ich aber bereits einen anderen Spot für mein Frühstück auf dem Plan habe, verabschiede ich mich mit knurrendem Magen und werde bestimmt noch einmal wiederkommen.

Das Foto zeigt die beiden Esel Joshi und Paul
Auf Wiedersehen Joshi und Paul

Künstlerisch frühstücken

Nun habe ich aber wirklich Hunger und fahre wieder in die Innenstadt von Hamm. Zum Frühstücken geht’s ins Vintage Wohnhaus, ein echtes Künstlercafé. Das Café wird nicht nur von Künstlern betrieben, sondern das gesamte Haus besteht aus Ateliers.

Innen erwartet mich französisches Flair und dazu gemütliches, zusammengewürfeltes Mobiliar, getreu dem Namen „Vintage Wohncafé“. Als erstes springen mir aber die vielen Bilder an den Wänden ins Auge, an denen man erkennt, dass ich mich wirklich in einem Künstlercafé befinde. Hinterm Haus findet Ihr noch einen kleinen Sommergarten, in dem man zwischen wild gewachsenen Bäumen und Sträuchern sitzt. Eine richtige Speisekarte gibt es im Vintage Wohnhaus übrigens nicht. Auf einer Tafel stehen die verschiedene Frühstücksvarianten geschrieben und mittags werden täglich zwei wechselnde, kleine Gerichte angeboten.

Das Foto zeigt das Frühstück im Vintage Wohnhaus in Hamm
Das Frühstück im Vintage Wohnhaus

Berühmt, aber rar: Der New York Cheesecake

Neben Frühstück und Mittagsgerichten gibt es hier auch leckere Kuchen. Der berühmteste ist wohl der New York Cheesecake, den Künstler Osman Bol jeden Freitag selbst backt. Ja und den gibt es wirklich nur freitags und zwar nur solange der Vorrat reicht. Obwohl ich eigentlich satt war, konnte Osman mich überreden, doch noch ein Stück zu probieren und was soll ich sagen: Wirklich traumhaft! So muss ein Cheesecake schmecken! Ich platze nun zwar, aber das war es wert. Osman ist übrigens einer der Mitbegründer des Vintage Wohnhaus und hatte sein Atelier direkt gegenüber. Sein Markenzeichen sind seine Hosenträger und wer sich in Hamm mal ganz genau umschaut, wird auch Osman entdecken, dazu gleich noch mehr.

Die ganze Wohndeko – von Lampen über Vasen, die man im Vintage Wohnhaus sieht, alle Bilder der Künstler an der Wand und auch die kleinen Ständer mit Kleidung und Accessoires kann man übrigens kaufen. Außerdem auch ausgefallene Fliegen, die Osmans Schwester von Hand näht. Es bleibt also nicht beim Essen, sondern man kann direkt besondere Dinge shoppen.

Und kurz bevor ich wieder gehen will, öffnet sich die Tür und ich lerne noch Tanja kennen. Sie ist die Besitzerin des Vintage Wohnhaus und bewirtschaftet das kleine Künstlercafé täglich zusammen mit ihrem Mann. Auch von ihr hängen hier einige Kunstwerke an der Wand und nicht nur das: Tanja steuerte wie Osman auch das ein oder andere für die Street Art Plätze auf den Hammer Häuserwänden dazu und sie selbst ist auf einem dieser Bilder verewigt. Und diese Street Art Bilder werde ich mir jetzt mal alle angucken, indem ich durch das Künstlerviertel Hamm schlendere.

Das Künstlerviertel in Hamm

Rund um die Martin-Luther-Straße ist man Mitten im Künstlerviertel. An jeder Ecke findet Ihr hier Street Art in Form von tollen Bildern an Hauswänden und Mauern.

Neben den vielen Bilder, die man entdeckt, schlendert man an einigen Künstlerläden vorbei. Auch haben sich hier nach und nach viele verschiedene Künstler mit ihren Ateliers niedergelassen.

Nicht nur Bilder findet man an Wänden, sondern auch Rätsel. Zumindest denke ich, dass es ein Rätsel sein soll, denn durch den Corona Lockdown ist mein letztes Rätselheft gar nicht so alt :D. Ich habe es allerdings nicht geschafft zu lösen. Könnt Ihr mir helfen? Wale, Kuh, Engel und Geist, mit den entsprechenden Buchstabenhilfen kommt bei mir Lekun=Benst raus, aber das wird wohl kaum richtig sein, oder?

Im Künstlerviertel gelange ich auch zum letzten Stopp meines Hamm Trips.

Weltweit berühmt durch Corona

Ich besuche Kai Wohlgemuth, der in Hamm und Umgebung eher unter „The Uzey“ bekannt ist. Ihr werdet ihn selbst vielleicht nicht kennen, aber vielleicht eines seiner Graffitis.

Das Foto zeigt das Künstlerviertel Hamms rund um die Martin-Luther-Straße
Das berühmteste Corona Graffiti der Welt: Super-Nurse ©Stephan Schütze

Kai ist Graffitikünstler und möchte während der Coronakrise Menschen in Pflegeberufen eins seiner Werke widmen, indem er eine Krankenschwester mit Mundschutz im Gesicht und Superman Logo auf der Brust sprüht: Die Super-Nurse (Super-Krankenschwester) ist geboren. Dass ein Foto seines Werkes plötzlich um die ganze Welt geht, hätte er nicht gedacht. Sind es sonst Bilder von Banksy Werken, die sich viral im Internet verteilen, so ist es während der Coronakrise die Super-Nurse von „The Uzey“ aus Hamm (obwohl Banksy später nachzieht 😉).

Das Foto schafft es sogar über das Internet hinaus bis in die Washington Post. Auch das RTL-Lokalfernsehen berichtet über Kais Leben und seine Berühmtheit durch Corona. Sein Motiv „Super Nurse“ ist so beliebt, dass er es mittlerweile auch auf Leinwänden, T-Shirts und Mund-Nasenmasken verkauft.

Neben Kais Corona-Graffitis findet Ihr in Hamm noch viele weitere Werke von ihm. Abseits der Graffitis ist Kai übrigens auch Tattookünstler (das wäre doch mal ein nettes Mitbringsel von einem Hamm-Trip 😊) und entwirft bunte Kunstwerke auf Leinwänden. Ach und er sammelt! Und zwar alles! Modeleisenbahnen, die er mit Graffitis verziert (natürlich!), Comicfiguren, Sneaker, T-Shirts, Skateboards, Comics usw. Er trennt sich zwar nicht gerne von seinen Sachen, aber falls Ihr was sucht, schaut doch einfach mal bei ihm vorbei (jetzt wird er mich hassen) 😉.

Also schlendert durch die Gegend und entdeckt seine berühmten Graffitis an Hamms Wänden oder schaut bei ihm im Laden vorbei, vielleicht findet Ihr ein tolles Werk für Euer zuhause.

Ja und schon ist mein Aufenthalt in Hamm vorbei. Es war wirklich schön hier und am besten finde ich, dass ich mit diesen Orten in Hamm nicht gerechnet hätte. Wem meine Spots zu ausgefallen sind, dem lege ich hier noch die klassischen Sehenswürdigkeiten Hamms ans Herz. Ach und bitte schreibt mir doch die Lösung des Kunsträtsels! 😉

Diese 10 klassischen Highlights aus Hamm sollte man ebenfalls gesehen haben:

  • Lippepark mit Halden: Hoch hinaus geht’s hier gleich auf mehreren Halden. Auf der Halde Franz könnt Ihr sogar die 10 Meter hohe, knallorangene Spirale begehen und habt einen super Ausblick auf den Datteln-Hamm-Kanal, die Lippe, die Ruhrpott-Industriekulisse und natürlich das viiiele Grün des Haldenparks.
  • Maximilianpark: Hier findet Ihr das Wahrzeichen Hamms: den riesigen Glaselefanten. Außerdem könnt Ihr, umringt von Schmetterlingen durch‘s Schmetterlingshaus schlendern. Für die Kleinen gibt’s draußen riesige Spielflächen und tolle Wasserspielplätze. Jedes Jahr im Oktober erleuchtet der Maxipark durch verschiedenfarbige Lichtprojektionen und Ihr könnt hier während des Herbstleuchtens in eine märchenhafte Welt abtauchen
  • Schloss Oberwerries: Historisches Wasserschloss in den Lippeauen. Sehenswert ist auch die Lippefähre Lupia direkt hinter dem Schloss, mit der Ihr per Muskelkraft auf der Lippe übersetzen könnt.
  • Wasserski: Wasserskianlage mit Badesee und Liegewiese. Außerdem könnt Ihr Beachvolleyball und Beachsoccer spielen.
  • Kletterpark: Klettert zwischen Baumwipfeln auf 20.000 Quadratmetern in einem der größten Hochseilgärten in Deutschland
  • Tierpark: Mehr als 550 Tiere in über 80 Arten warten auf Euch, teils in sieben begehbaren Gehegen.
  • Gustav-Lübecke-Museum: Kunstmuseum mit Werken der ägyptischen Kunst, Exponaten zur Vor- und Frühgeschichte, der Stadtgeschichte sowie angewandter Kunst und Kunst des 20. Jahrhunderts. Bereits von außen ein echter Eyecatcher.
  • Gradierwerk im Kurpark: Tut Eurer Lunge etwas Gutes und atmet gesunde Luft und inhaliert Sole.
  • Zentralhallen: Hier finden die verschiedensten Veranstaltungen statt. Von Versteigerungen (sogar Kuhversteigerungen), Trödel- und Second-Hand Märkten, Schlagerparties, Oktoberfesten, Messen usw. Also checkt vor Eurem Hamm-Besuch den Veranstaltungskalender
  • Maximare: DER Ort für Entspannung und Wellness in Hamm
Hamm mal anders

Bebuna Kaffeerösterei und Café
Brüder Str. 43
59065 Hamm
www.bebuna.com

 Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel
Siegenbeckstraße 4-5
59071 Hamm
www.hinduistische-gemeinde-deutschland.de

Maharani Restaurant und Kochschule
Martin-Luther-Straße 10
59065 Hamm
www.maharani.de

Sleeperoo
Mersch 6
59071 Hamm-Schmehausen
Buchung unter www.sleeperoo.de

Nutztier-Arche Hof Sonntag
Mersch 6
59071 Hamm-Schmehausen
www.nutztier-arche-sonntag.de

Vintage Wohnhaus
Martin-Luther-Straße 35
59065 Hamm
www.vintage-wohnhaus.de

Künstlerviertel
Martin-Luther-Straße
59065 Hamm

The Uzey
Martin-Luther-Straße 13
59065 Hamm
www.instagram.com/uzey_tattoo

10 Kommentare auf den Beitrag “Hamm mal anders! So verbringt Ihr hier einen außergewöhnlichen Tag

  1. Hallo Sandra, ich komme aus Hamm und habe selten so einen sympathischen Artikel über Hamm gelesen, aber in einem Punkt muss ich dir definitiv widersprechen: DER Ort für Wellness und Entspannung ist ganz klar Gut Sternholz in Hamm-Uentrop, das ist immer wie ein Tag Urlaub. Überzeug dich am besten selbst ;-).

    • Hallo Vanessa, danke für Dein tolles Feedback und wow, ich habe mir das Gut Sternholz gerade mal im Internet angesehen, das sieht ja wirklich gut aus! Danke für den Tipp, ich muss definitiv noch einmal zu Euch nach Hamm kommen ;-). Sonnige Grüße, Sandra

    • Danke für Dein Feedback. 🙂 Ich freue mich, dass Dir mein Beitrag gefällt! Viel Spaß und tolle Erlebnisse auf der „Route Industriekultur“. Liebe Grüße, Sandra

  2. Der schönste Biergarten ist der der Kulturwerkstatt Hoppegarden in der Oberonstraße.In einem Park gelegen mit Seeblick.Im Hoppegarden spielen und spielten schon namhafte Musiker.

    • Hallo Mario, oh das sieht aber gemütlich aus und so idyllisch am See gelegen. Und ich habe gesehen, dass es neben Musik auch Comedy gibt, richtig cool. Danke für den Tipp! Liebste Grüße, Sandra

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