von Heike | 20. Mai 2021 | KATEGORIEN Erlebnis | 0 Kommentare

Nach Quarantäne(n), Homeschooling und #stayathome habe ich mir noch nie so sehr einen Tapetenwechsel herbeigesehnt, wie jetzt. Da fern grad noch nicht so einfach möglich ist, schweife ich nicht in die Ferne, denn das Gute liegt durchaus nah bei. Ich zeige Euch, welche zauberhaften (fast schon Glamping)-Unterkünfte ich in den letzten Tagen bereist und bewohnt habe und mache Euch nicht nur selbige, sondern auch deren Umgebung schmackhaft – auf das Ihr bald alle wieder ausgelassen reisen möget.

Kuschelnest, Schlaf-Fass und ein Traum in blau – wo gibt’s denn sowas?

Die Dingdener Heide stand schon länger auf meiner Kurzurlaubs-Bucketlist, spätestens seitdem ich Rebeccas Artikel dazu gelesen habe. Sogar einer Freundin habe ich das Erholungsgebiet im letzten Jahr empfohlen und auch sie war sehr begeistert. Also, nichts wie los und schon aus rein beruflichen Gründen mal auschecken, was unsere Region an ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten hergibt.

Nest mit Kuschelfaktor XXL in der Dingdener Heide

Die Anreise ist angenehm kurz. Nicht mal das elektronische Gerät muss für Kind 3 zur Überbrückung der Fahrtlangeweile angeworfen werden. Nach knapp 50 Minuten sind wir bereits im Erholungsgebiet Dingdener Heide angekommen und sogar die Sonne scheint. Der wunderschön inmitten von Landwirtschaft und Waldflächen gelegene Platz ist bereits 51 Jahre alt und beherbergt neben Dauercamperstellplätzen auch „neue“ Unterkünfte: Urlaubsnester, Urlaubshöhlen und ganz neu Blockhäuser am See und mit Strandzugang.

Check-in & chill-down

Nach einem super freundlichen Empfang nehmen wir unsere niedliche Unterkunft unter die Lupe und freuen uns einfach nur! Mit Liebe zum Detail ausgestattet, kleiner Terrasse, Sonnenschirm, Tisch und Stühlen ist das Nest ein echter Augenschmaus. Und zusätzlich liegt es direkt am kleinen See mit Fröschen, Wasservögeln und einem Spielplatz direkt in der Nähe. Von hier aus sehen wir die Urlaubshöhlen, die für 4 Personen ausgelegt sind. Ebenfalls wunderschön und eine Überlegung für das nächste Mal wert. Der relativ große Platz ist schnell umrundet und wir erkunden den neuen Spielplatz auf der anderen Straßenseite bevor wir zu einer kleinen Radtour Richtung Bocholt aufbrechen.

Der Campingplatz bietet Radnavigation zum Scannen per QR-Code und damit hat man alle Wege im Umkreis im Blick. Ich kann mich glücklich schätzen, denn ich habe eine Kollegin, die in Bocholt wohnt und mir eine „Fantastillionen“ Kulinarik- und Ausflugstipps gegeben hat. Wir entscheiden uns spontan für holländische Fritten, die Grenze ist ja nicht weit.

Eis von der Grenze & weitere kulinarische Köstlichkeiten

Nachdem wir relativ schnell den Rückzug antreten, weil ein Gewitter naht, brechen wir nochmal auf Richtung Barlo und sind vom GrenzLandEis fasziniert. Ein Eisautomat zaubert die leckeren Becher an die Oberfläche – im Sonnenschein vor dem Silo mit echter Bauernhofatmosphäre und entsprechendem Geruch genießen wir also Eis, bevor es zum Zeltplatz zurückgeht. Nicht ohne noch einen Abendbrot-Pizzaschlenker zu machen versteht sich – köstlich! Da es im Nest kein Besteck gibt ist es gut, dass wir ein Messer mitgebracht haben. Die Pizza ist auch fast noch warm als wir zurück sind. Was soll ich sagen – köstliches Tagesabschlussmahl und dann geht es nach einer letzten Platzrunde direkt ins Nest im Nest.

Super ausgeruht in den Tag

Geschlafen haben wir prima (o-Ton von Kind 3) – zwischendurch mit etwas Regengeplätscher auf dem Dach.

Prima geschlafen - Füße mit Aussicht
Prima geschlafen und erholt aufgewacht!

Am nächsten Tag erkunden wir auch endlich die Heide, die Namenspatin für den Campingplatz ist! Die Kulturlandschaft Dingdener Heide macht den Landschaftswandel sichtbar. Verschiedene „Zeitfenster“ zeigen den Wandel vom Mittelalter bis zur modernen Landwirtschaft, der Jetzt-Zeit. Aus unserem Aussichtsfenster bietet sich ein idyllischer Blick auf ein Storchennest und das Grünland. Per QR-Code-Scan sehen wir, welche Vögel hier beobachtet werden können. Sogar Wasserbüffel leben hier – angesiedelt versteht sich – deren Weide kann man überqueren, mit nötigem Respekt und Abstand.

Fazit 1 und Facts

Insgesamt eine absolute Weiterempfehlung, sowohl die Unterkunft, als auch die Umgebung – bestens geeignet für Radler und vor allem auch für radelnde (Klein-) Kinder. Beim nächsten Mal nächtigen wir in der Höhle oder einem der Blockhäuser, denn für mehr als eine Nacht ist eine Kochmöglichkeit nicht schlecht. Für eine Nacht – vielleicht sogar mit Radanreise, denn ab Herne ist eine Fahrt über Land problemlos möglich – ist das Nest absolut perfekt und einfach total kuschelig!

Die Nester, Höhlen und Blockhäuser haben eine Mindestmietdauer von 2 Nächten. Bettwäsche und Handtücher sind selbst mitzubringen. Im Nest sind keine Hunde erlaubt und derzeit ist ein negativer Test Pflicht bei Anreise.

Frisch gezapft – eine Nacht im Schlaf-Fass

Unser zweiter Übernachtungsstopp führt uns ins süd-östliche Ruhrgebiet nach Dortmund, genauer gesagt nach Hohensyburg –  durch sein Casino Vielen ein Begriff. Schon die Anreise ist idyllisch – die letzten 600 Meter führen über eine kleine, verschlungene Straße, entlang grüner Wiesen und unter sattgrünen Laubbäumen hindurch (für irgendwas muss der viele Regen ja auch gut sein) – ein Traum. Unterhalb der Ruine der Syburg liegt der Campingplatz Hohensyburg mit direktem Zugang zum RuhrtalRadweg, oberhalb von Ruhr, Hengsteysee und Lennemündung. Und hier befinden sich auch die urgemütlichen Schlaf-Fässer Erna und Hedwig. Wir schlafen in Hedwig und freuen uns über die geräumige Liegefläche, auf der zwei Erwachsene gemütlich Platz haben, perfekt für einen (Radler)-Kurzstopp.

Schlaf-Fässer auf dem Campingplatz Hohensyburg
Hedwig & Erna, die Schlaf-Fässer auf dem Campingplatz Hohensyburg

Familienbetrieb seit Generationen

Der Familienbetrieb, den es hier bereits seit Generationen gibt, hat in neue sanitäre Anlagen investiert und richtet derzeit  zwei Bauwagen ein, die dann zusätzlich zu den Fässern urige Übernachtungen möglich machen werden. Die sympathischen Betreiber und das sehr nette Team heißen Euch willkommen und stehen mit jeder Menge Informationen zu Ausflügen und Tipps in der Umgebung parat (unweit am Harkortberg lädt zum Beisipeil der Kletterwald ein).

Boah, ist das grün hier

Natürlich erkunden wir die nähere Umgebung, den Wanderweg zur Ruhr und die Aussicht auf das Wasser – was leider auch reichlich von oben fließt. Wenn das Wetter mitspielen würde, könnten wir draußen sitzen und die Aussicht in der Gaststätte zur Lennemündung genießen (mit Corona-Getränken ;-)).  So kehren wir nach einer ausgedehnten Erkundungstour über den Platz – der auch eine 10 ha große Zeltwiese bietet – in unser Fass zurück und machen eine zünftige Brotzeit am ausreichend großen Ausziehtisch und auf den gemütlichen Bänken.

Der Regen prasselt auf das Fass-Dach und wir sitzen drinnen im Trockenen, spielen, streamen (dank sehr guter Netzqualität kein Problem) und freuen uns über die extrem heimelige Behausung! Eine Regenpause nutzen wir für einen Abstecher zur gegenüberliegenden Naturbühne Hohensyburg – derzeit noch wegen Corona geschlossen – und für eine ausgedehnte Parcours-Runde über den schön angelegten Spieplatz.

Kuschelfaktor extrem hoch!

Nach einer mega kuscheligen Nacht trotzen wir dem anhaltend schlechten Wetter und machen uns auf in Richtung Syburg-Ruine und Casino. Durch den Wald, entspannte 20 Minuten lang, schon sind wir da. Von hier oben hat man bei Sonnenschein und klarer Sicht bestimmt einen richtig beeindruckenden Ausblick, heute macht uns der Regen einen kleinen Strich durch die Rechnung, allerdings nur mit Bleistift, denn ab und zu linst die Sonne doch durch die Wolken. Wir können also das imposante Kaiser Wilhelm Denkmal bestaunen und in der Ferne den Harkortsee erahnen. Der Park hier oben ist weitläufig und hat sogar eine Minigolfanlage in petto (derzeit noch geschlossen). Der Ruhrhöhenwanderweg führt ebenfalls hier entlang – wenn Ihr also nicht mit dem Rad kommt, schnürt doch einfach die Wanderschuhe.

Blick auf das Kaiser-Willhelm-Denkmal in Hohensyburg
Kaiserliches im Hintergrund

Auf dem Rückweg (wenn Ihr, wie wir, mit dem Pkw unterwegs seid) dringend beim Bäcker Müller halten und frisch gebackenes Brot und Kuchen aus dem Holzofen mitnehmen! Köstlich! Und bei richtig gutem Wetter empfehle ich Euch ein Picknick rund um die Hohensyburg. Wie das aussieht, seht Ihr in Johannas Blogartikel.

Fazit 2 und Facts

Wer es urig liebt, gern mit dem Rad fährt und das Besondere sucht, ist hier richtig – wer kann schon von sich behaupten, im Fass geschlafen zu haben? Extrem unkompliziert alles hier und schon allein deshalb eine Empfehlung!

In den „Sonderunterkünften“ sind keine Hunde erlaubt. Es gibt diverse Dauercamperstellplätze, aber auch Saisonplätze. Für die Schlaffässer Schlafsack oder Decke(n) und Handtücher mitbringen. Die Mindestmietdauer in den neuen Bauwagen beträgt 2 Nächte.

Ein Traum in blau – Urlaub „schwedenstyle“ am Ternscher See in Selm

Schwedenhaus am Ternscher See in Selm
Fast wie in Schweden: Das Schwedenhaus am Ternscher See in Selm

An der Grenze zum Münsterland (oder fast schon auf der Grenze) liegt in Selm der Ternscher See und an seinen Ufern der Seepark. Hier schlagen wir ebenfalls für eine Nacht unsere Zelte auf – wobei „Zelt“ es nicht ganz trifft, denn wir residieren hier fast schon feudal in einem wunderschönen Ferienhaus, das mir (um es mit den Worten von Kind 1 zu sagen) absolute Schweden-Vibes gibt. Das geräumige Holzhaus auf einem großen Grundstück mit direktem Seezugang verfügt über alles, was das Urlauberherz begehrt. Ausgelegt für 4 Personen bietet es nicht nur zwei Schlafzimmer sondern auch einen Kaminofen, ein großes Wohnzimmer, eine gut ausgestattete Küche und zwei zauberhafte Terrassen mit Seeblick und sogar Seeanbindung. Entspannung pur, schon allein der Blick auf das Wasser, die Wasservögel und das gegenüberliegende Ufer mit Strand, Zelten und Hütten. Wäre es etwas wärmer, wären wir vermutlich direkt in den See gesprungen.

Rudern statt schwimmen

Kind 2 und 3 sind hellauf begeistert vom hauseigenen Ruderboot, mit dem wir direkt in See stechen (müssen). Puh, ganz schön anstrengend, wenn man rudern nicht gewohnt ist. Aber auch sehr entschleunigend! Leise platschen die Ruder in den See und wir gleiten ein wenig herum. Unser kleiner Steuermann gibt die Richtung vor.

Außergewöhnlich residieren im Seepark

Der Seepark bietet neben Dauercamperstellplätzen auch diverse außergewöhnliche Mietunterkünfte direkt am See oder mit Seeblick. Neben einem rotgetünchten Schwedenhaus – hier kann man sich Michel und seine Schwester Ida oder die Kinder von Bullerbü sehr gut vorstellen – machen vor allem die Safarizelte Lust auf einen Abenteuer-Urlaub. Das Schwedenhaus hat ausreichend Platz für vier Personen und einen unübertroffenen Seeblick. Hier könnt Ihr morgens direkt barfuß an den Strand und ins Wasser hüpfen: Was kann man sich Schöneres vorstellen? Aber auch von der Terrasse eines der insgesamt sieben Safarizelte ist es nicht weit bis zum Wasser – so kann man draußen sitzen und „chillen“ während die Kurzen im Sand spielen. Am nahgelegenen Kiosk versorgt Ihr Euch mit Snacks und Getränken.

Derweil drüben in Schweden…

Drüben, auf der anderen Seeseite, im Ferienhaus habt Ihr selbst alles dabei, was Ihr braucht. Unternehmt auf jeden Fall einen entspannten Spaziergang zum Strand und über weitläufige das Gelände. Bitte beachtet nur: Hunde dürfen nicht auf das Gelände des Seeparks. Deshalb freut sich Hund Theo über eine Runde zum nah gelegenen Datteln-Hamm-Kanal über den Fluss Stever. Diverse Erklärungstafeln auf dem Weg haben jede Menge Informationen über die Landschaft hier in petto und informieren uns auch darüber, dass Selm erst seit 1975 zum Verbandsgebiet des Regionalverband Ruhr – und damit zum Ruhrgebiet – gehört. Was ein Glück für uns. 😉

Wenn Euch der Sinn nach „außer Haus“ steht. Olfen und Selm sind nur einen Steinwurf entfernt. Auch mit dem Rad – die Römer-Lippe-Route ist nicht weit. Mega: In Olfen hat die Außengastronomie bereits wieder geöffnet und die Zeichen stehen gut, dass in Kürze auch „innen“ wieder was geht!

Fazit 3 und Facts

Den Abend bei einem Glas Wein mit Blick auf den See ausklingen lassen – nach dem Reisemarathon der letzten Tage super erholsam.  Ich muss das Verreisen erst wieder lernen, aber ich denke, es geht mir mit dem Verreisen wie mit dem Radfahren – watt ich hab, hab ich 🙂 Wenn Ihr wie ich nach dieser anstrengenden Corona-Zeit einfach mal entspannen wollt, aber eine weitere Reise scheut, macht Euch auf nach Selm zum Ternscher See. Die Entspannung setzt ein, sobald Ihr das Auto (oder Fahrrad) abgestellt habt! Eine absolute Empfehlung – aber checkt den Belegungsplan. Den ein oder anderen freien Termin gibt es zwar noch in den nächsten Wochen, aber gerade die Brückentage sind beliebt.  In den Mietunterkünften ist die Bettwäsche  vorhanden, Ihr müsst nur Handtücher mitbringen. Hunde sind nur in den Ferienhäusern erlaubt.

Natürlich könnt Ihr auf allen vorgestellten Plätzen mit Eurem eigenen Wohnmobil, Camper oder Zelt anreisen und habt somit das Camping-Feeling pur! Noch mehr Tipps zum Thema „Ungewöhnlich übernachten im Ruhrgebiet“ findet Ihr in Rebeccas Artikeln – Teil 1 & Teil 2.

Denkt dran: Aktuell in Corona-Zeiten benötigt Ihr einen tagesaktuellen Schnelltest bei Anreise auf die jeweiligen Plätze.

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Zauberhaft ungewöhnlich übernachten im Ruhrgebiet

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Ferien- und Erholungsgebiet Dingdener Heide
Bußter Weg 100
46499 Hamminkeln
Schlafen in Urlaubsnestern, –höhlen , See & Strandhäusern sowie Camping!

Campingplatz Hohensyburg
Syburger Dorfstr. 69
44265 Dortmund
Schlafen im Schlaf-Fass oder im Bauwagen sowie Camping!

Seepark Ternsche
Strandweg 7
59379 Selm
Schlafen im Ferienhaus, Schwedenhaus oder Safarizelt sowie Camping!

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