von Heike | 10. Juni 2020 | KATEGORIEN Erlebnis | 4 Kommentare

Laufend die Heimat erkunden. Das geht besonders gut mitten im Ruhrgebiet und tatsächlich fast ausschließlich durchs Grüne, auch wenn das vertraute Rauschen der Autobahn(en) nie weit entfernt ist – aber fangen wir von vorne an.

Meine Kollegin Katalina und ich sind ausflugserprobt – wir haben bereits eine „Mädelsradtour“ zusammen gemeistert. Frische Luft und vor allem Bewegung an selbiger ist ja immer eine gute Idee und so kam der Plan auf, uns gegenseitig mal „einen Besuch abzustatten“ und 16 Kilometer von Herne – meinem Wohnort – nach Bochum – Katalinas Wohnort – zu laufen. Beim Laufen lässt es sich zusätzlich auch noch besser quatschen, als beim Radfahren ;-). Los geht’s natürlich zunächst mit dem Packen eines Rucksacks, der Trinkflasche, Müsliriegel und Obst enthält. Der geübte Wandervogel merkt: Hier fehlt was, aber dazu später mehr.

Erste Etappe der Mädelswanderung: vom Stadtgarten Herne zur Akademie Mont-Cenis

Das Bild zeigt den Herner Stadtgarten
Schon die ersten Meter durch den Herner Stadtgarten sind vielversprechend

Wir starten bei mir „umme Ecke“ am Stadtgarten in Herne und machen uns zügig auf in Richtung Akademie Mont-Cenis. Der Weg dorthin führt uns durch den Stadtgarten 2 (so wird er Herne-intern genannt), eine begrünte Abraum-/Müllhalde der ehemaligen Zeche Mont-Cenis. Diese Runde ist meine übliche Hundespazier-Runde, daher fällt es mir fast nicht mehr auf, aber: Es ist tatsächlich verdammt grün hier und da es noch früh ist, herrscht ein lustiges Gezwitscher in den Bäumen und Büschen.

Wir erklimmen den Aussichtspunkt an der Akademie Mont-Cenis und genießen bei klarer Sicht einen weiten Rundblick: „Ach, watt ist datt schön hier“ – oder wie Frank Goosen zu sagen pflegt: „Schön ist datt nich, abba meins!“. Die Bepflanzung entlang des Rundwegs um die Fortbildungsakademie hat fast schon was Südländisches.

Herrlich! Die Akademie in Herne-Sodingen ist übrigens ein Fortbildungsinstitut des NRW-Innenministeriums, aber sie ist auch ein „Stadtteilzentrum“, ein Ort der Begegnung und mit seinem industriekulturell angehauchten Umfeld auch ein echter Hingucker.

Schrebergartenliebe und flauschige Wasserspiele im Gysenbergpark

Das Bild zeigt die Schrebergartensiedlung Herner Mark
Gehören einfach zum Ruhrgebiet dazu: Schrebergärten!

Wir lassen diese Oase hinter uns und laufen durch die Schrebergartensiedlung Herner Mark im Stadtteil Herne-Sodingen zum Gysenbergpark.

Das Bild zeigt Alpakas im Gysenbergpark
Einer der schönsten Pausenstops auf unserer Wanderung: Die Alpakas im Gysenbergpark

Nach ein paar weiteren Metern sind wir schon am Tiergehege im Gysenberg, in dem ja seit etwas längerer Zeit bereits vier süße Alpakas wohnen. Hier müssen wir also unbedingt pausieren :). Flauschigerweise werden die Alpakas an diesem Morgen auch noch geduscht – so süß!

Das Bild zeigt Alpakas im Gysenbergpark
Willkommene Abkühlung an einem heißen Frühsommertag

Gemischte Tüte, fotogene Arbeitersiedlung und ganz viel Grün

Tja aber hier fällt mir bereits auf, was ich beim Packen heute Morgen vergessen habe: Blasenpflaster! Anfängerfehler!!! Wochenlang hatte ich nur Sneaker an und der Wanderschuh ist doch stabiler, als gedacht – glücklicherweise kann ich mir ein Pflaster organisieren – bei einem Tierarzt 🙂 – und wir stärken uns nach unserer ersten Etappe bei einer süßen Tüte in Herne-Constantin.

Langsam flanieren wir durch die ehemalige Bergarbeitersiedlung Herne-Constantin und bestaunen die vielen schönen Häuser, die hier denkmalgeschützt stehen. Wie in und wie aus einer anderen Zeit!

Das Bild zeigt Zechenhäuser in Herne-Constantin
Wunderschöne Zechenhäuser in Herne-Constantin

Da wir noch viel vorhaben – die Strecke ist schließlich ca. 16 Kilometer lang – geht es dann weiter auf der anderen Seite der Wiescherstraße über die ehemalige Halde der Zeche Constantin Schacht 4/5 – jetzt begrünt, bewaldet und bewachsen. Mit über 100 Metern Höhe beschert uns dieses Fleckchen Grün einen ebenfalls schönen Rundblick.

Und schon sind wir in Bochum!

Und plötzlich sind wir auch schon in Bochum! Vorbei am Hof Bergen und dem Schultenhof geht es zum Mühlenweiher der Berger Mühle im Naturschutzgebiet Tippelsberg – entlang weidender Kühe und Kälber.

Hier unten wird erst mal gerastet und das Pausenbrot ausgepackt.

Und plötzlich sind wir auch schon in Bochum! Vorbei am Hof Bergen und dem Schultenhof geht es zum Mühlenweiher der Berger Mühle im Naturschutzgebiet Tippelsberg – entlang weidender Kühe und Kälber. Hier unten wird erst mal gerastet und das Pausenbrot ausgepackt.Natürlich muss auch diese lauschige Pause ein Ende haben, also wandern wir weiter durch verschlungene Pfade im Zillertal bis wir die A43 überqueren, deren Rauschen wir natürlich schon etwas länger wahrgenommen haben – so ist eben das Wandern im Ruhrgebiet, zwar mitten im Grünen, aber dennoch immer sehr gut angebunden 😉 .

Das Bild zeigt Heike und Katalina auf ihrer Mädelswanderung
Was wäre eine Wanderung durch Ruhrgebiet ohne eine kurze Autobahnquerung

Aufstieg auf den Tippelsberg – Die Bergwertung unserer Mädelswanderung

Von hier aus geht es weiter zum Tippelsberg – noch ein wenig Panorama der Industriekultur und weitere schöne Ausblicke genießen.

Die kleine renaturierte Bau- und Bodenschuttdeponie, die ihre über 150 Meter Höhe vor allem auch dem Aushub der U35 zu verdanken hat und erst seit 2007 wieder zugänglich ist, belohnt unseren kurzen Aufstieg mit einem kolossalen Weitblick – das Wetter spielt heute mit!

Das Bild zeigt Heike und Katalina auf dem Tippelsberg
Chillmodus mit kurzem Sonnenbad

Vorbei an den Grummer Teichen zum schönen Stadtpark

Von hier aus geht es Richtung Grummer Teiche und durch einen Teil von Bochum-Grumme zum Stadtpark Bochum. Dieser Park ist um einiges größer als der Herner Stadtpark und mir sehr vertraut, da ich auf dem tollen Spielplatz mit angrenzender Minigolfanlage und Milchhäuschen (hier trifft man auch schon mal Frank Goosen) schon viel Zeit mit meinen Kindern verbracht habe. Der wunderschöne alte Baumbestand, die vielen kleinen Gewässer und natürlich der Tierpark machen den Stadtpark schon an sich zu einem einladenden Ausflugsziel.

Auch zum Picknicken eignet er sich wunderbar, weil es so viele Freiflächen gibt. Wir kehren in der Gaststätte Franz Ferdinand auf einen Cappuccino und ein Kaltgetränk ein – inklusive laustarkem Konzert der Flamingos im direkt angrenzenden Tierpark – und überlegen uns hier ganz spontan, unsere Ursprungsroute zugunsten von ein wenig Mädelskram zu ändern.

Ds Bild zeigt einen Cappuccino im Stadtpark Bochum
Cappuccino mit Ausblick

Schaufensterbummel und Kaffeekränzchen zum Finale

Statt über die Springorumtrasse und bis zum geologischen Park zu wandern, biegen wir ab in Richtung Innenstadt. Vorbei am Kunstmuseum Bochum geht es direkt ins Innenstadt-Shoppingmekka Bochum.

Die Route ist ab jetzt eher urban als grün – aber auch das hat seinen Reiz und gehört im Ruhrgebiet irgendwie dazu. Wir schlendern über die Kortumstraße bis zum Dr. Ruer-Platz und biegen dann nach rechts Richtung Bermuda3Eck ab – hier gibt es kleine, individuelle Shoppingläden und ein Schaufensterbummel lohnt sich auf jeden Fall.

Das Foto zeigt Geschäfte auf der Brüderstraße
Auf der Brüderstraße laden schöne Shops zum Bummeln ein

Unser Ziel ist das Café Fräulein Coffea in der Oskar-Hoffmann-Straße in direkter Nähe des Schauspielhaus Bochum – hier kehren wir auf einen finalen Kaffee und ein himmlisches Stück Kuchen ein. Das kleine Café ist immer schon eines unserer Favoriten gewesen und auch heute in der Sonne wieder eine absolute Empfehlung! Lernt in unserem Video der Reihe „Mein Ruhrgebiet“ die beiden sympathischen Betreiberinnen des Cafés – Kathrin und Nina – und ihre Lieblingsorte in Bochum.

Das Bild zeigt Blumen und Kuchen bei Fräulein Coffea
Schöne frische Blumen und leckerer Kuchen bei Fräulein Coffea

Ja und nach knappen 16 Kilometern sind wir doch ein wenig ermattet. So trifft es sich besonders gut, dass Katalina unweit des Cafés wohnt und ich direkt in die U-Bahn am Schauspielhaus einsteigen -, kurz am Bochumer Bahnhof umsteigen – und mit der U35 nach Hause fahren kann!

Mädelswanderung von Herne nach Bochum – Unser Fazit

Dass die Strecke von Herne nach Bochum so schön ist, hätten wir vorher zugegebenermaßen nicht gedacht! Wir sind überrascht, wie viel tolle Natur wir auf unserer Route „erwandert“ haben und freuen uns schon jetzt darauf, weitere Teile des Ruhrgebiets per Fuß zu erkunden. Zusammengefasst: Es war für uns ein absolut gelungener Tag und eine Nachwanderempfehlung (hier könnt Ihr Euch den passenden GPX-Track downloaden) sprechen wir hiermit guten Gewissens aus! 🙂

4 Kommentare auf den Beitrag “„Ist das grün hier“ – Unsere Mädelswanderung von Herne nach Bochum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folge uns in den sozialen Netzwerken

Die #MEINRUHRGEBIET Video-Sammlung